Alle Artikel mit dem Schlagwort: Klinikärzte

Trapo

Das könnte ich ja nicht

Ein Satz, den man als Rettungsdienstler immer mal wieder hört, egal ob von Patienten, Angehörigen, Verwandten oder Bekannten. Grundlage ist dabei oft die fälschliche Annahme, dass unser Job überwiegend darin besteht, von einem dramatischen Verkehrsunfall zum nächsten zu fahren, ständig durch literweise Blut zu waten und immerzu mit dem Elend dieser Welt konfrontiert zu sein. Das mag vielleicht in Ansätzen auch so sein, zumindest was das Elend angeht. Aber zum einen gewöhnt man sich mit der Zeit daran, zum anderen ist man in diesem Job völlig falsch, wenn man nicht damit umgehen kann. Was den Job jedoch, zumindest für mich, wirklich immer unattraktiver macht ist der fehlende Respekt mir und meiner Arbeit gegenüber. Dass wir viel zu oft nur als Taxi, Tragenträger oder Krankenwagenfahrer bezeichnet werden ist ja fast schon normal. Schließlich basiert auch der Name dieses Blogs darauf. Das ist zwar nicht schön, aber man redet leider gegen Windmühlen, wenn man mit den entsprechenden Personen darüber spricht.

Die Not mit der Pflege, Teil 2

Wir erinnern uns: Da liegt nun also eine arme Frau mit einer eröffneten Achillessehne in der Notaufnahme, die bei jeder größeren Bewegung des Fußes “lustig” aus der Ferse springt. Ein Zustand, der natürlich nicht so bleiben konnte. Und so kam es, dass meine Oma recht schnell auf dem OP-Plan landete. Mit 91 Jahren, Diabetes und unter Xarelto-Therapie, was man aber alles in Kauf nehmen musste, um einer drohenden Blutvergiftung entgegen zu wirken. Zwei Tage später war es dann soweit. OP unter Vollnarkose, bei der letztlich ein Großteil der Achillessehne entfernt werden musste. Die OP an sich verlief zwar gut, nur dummerweise trat bei meiner Oma ein, was bei vielen älteren Menschen nach einer Operation passieren kann. Sie entwickelte ein Durchgangssyndrom/Delir und aus einer vorher noch völlig orientierten rüstigen und ruhigen Dame wurde von jetzt auf gleich eine völlig verwirrte, halluzinierende, und pflegebedürftige Patientin. Erschwerend hinzu kam noch die paradoxe Wirkung des eigentlich zur Beruhigung eingesetzten Tavors, wodurch meine Großmutter hyperaktiv wurde. Bei einer Wunde mit Vakuumpumpe, Zugang etc eher kontraproduktiv.

Beschreib dein Dienstzimmer

So, da bin ich wieder. Nach der kleinen Pause hab ich auch gleich mal ein wenig aufgeräumt und meinem “Online-Dienstzimmer” einen neuen Anstrich verpasst. Ich hoffe es gefällt und Ihr findet nicht zu viele Fehler 😉 Der Titel des Beitrags geht aber eigentlich zurück auf eine nette Aktion von Assistenzarzt. Das Stöckchen richtet sich zwar primär an Ärzte, aber auch andere “Helden des Alltags” dürfen sich beteiligen. Bei der Beantwortung der Fragen muss man dann zwar etwas kreativ werden, aber ich versuche es mal.

Meinungs-Mittwoch: Patientenübergabe

Nachdem wir gestern auf der Wache wieder mal diesbezüglich eine kleinere Diskussion hatten sei das Thema auch mal hier angesprochen: Die Problematik der Patientenübergabe in Krankenhäusern. Bevor wieder gemeckert wird sage ich es gleich vorweg: Natürlich gibt es auch genügend Beispiele für problemlose Übergaben, an denen es nichts auszusetzen gibt. Es gibt aber leider auch ausreichend schlechte.

Meinungs-Mittwoch: Verhalten im Krankenhaus

Aus aktuellem Anlass möchte ich heute über ein Thema schreiben, was nur ganz am Rande mit dem Rettungsdienst zu tun hat. Wie verhalte ich mich als Patient bzw Angehöriger im Krankenhaus bzw was kann/muss ich mir bieten lassen? Zum aktuellen Fall: Eine Patientin kommt morgens gegen 5:50 Uhr mit starken Rückenschmerzen und vom Notarzt mit Dipi analgesiert in die zentrale Notaufnahme eines Krankenhauses der Maximalversorgung. Es sind zu dieser Zeit so gut wie keine anderen Patienten dort. Der diensthabende Orthopäde erscheint auch recht schnell, stellt 3-4 Fragen und verschwindet wieder. Diagnostik, findet keine statt. Kurz darauf erscheint eine Schwester, hängt eine Kurzinfusion Perfalgan und schließt das Monitoring (EKG, Pulsoxy) an. Die nächsten 2 Stunden passiert … nichts!