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Krankenkassen – Terror

Seit mehreren Tagen versuchte mich immer jemand mindestens einmal täglich mit Mainzer Nummer zu erreichen. Zwar immer zu humanen Zeiten, aber trotzdem war ich irgendwie nie da. Da die Nummer zwar angezeigt wurde, die Rückwärtssuche aber nichts ergab und auch nie etwas auf den Anrufbeantworter gesprochen wurde, hatte ich schon die Vermutung, dass es sich um irgendein Call-Center handelte.

Gestern hatten sie dann Glück und mich an der Strippe. Und ich lag natürlich richtig. Eine große deutsche Krankenkasse. Ein Kollege hätte mich empfohlen, meinte die nette Dame, und ob sie eine Chance hätte, mich zum Wechsel zu “ihrer” Krankenkasse zu bewegen. Hm, was sollte ich sagen? Ich war dummerweise schon mein Leben lang Kunde genau dieser Krankenkasse, was ich der netten Dame auch kund tat. Tja, das wäre natürlich dumm, meinte sie daraufhin, aber so etwas würde bei Empfehlungen nicht überprüft werden. Und sie musste dann in der Tat auch nur meinen Namen ins System eingeben um sofort zu sehen, dass sowohl ich als auch der Rest meiner Familie dort versichert sind.  Super, dann rufen sie lieber ne Woche lang täglich irgendwelche Menschen an, obwohl ein vorheriger kurzer Datenbankabgleich ja auch nur eine Sache von Sekunden wäre, oder?

So werden also die Gelder von den Krankenkassen verschwendet. Echt top! Aber erhöht ruhig weiter die Beiträge! Mit uns dummen Versicherten kann man es ja machen :-/

Frustration pur

Zur Zeit ists mal wieder recht ruhig hier, aber irgendwie ist meine Stimmung momentan bzw insgeheim schon seit längerem wirklich total im A… Und das liegt nicht an den ganzen Reas und Suiziden der letzten Tage und Wochen oder dem ätzenden Wetter. Definitiv nicht.

Als ich mit diesem Job angefangen habe, hat er mir wirklich Spaß gemacht. Und genau deswegen habe ich ihn ja auch eigentlich gewählt. Natürlich war mir klar, dass das nicht einfach wird und man das ein oder andere unschöne Erlebnis verkraften muss. Das ist ja auch alles kein Problem.

Vielmehr sind es manche Kollegen, die einem das Leben schwer oder gar zur Hölle machen. Kollegen, die trotz ihres jungen Alters und in der Regel niedrigerer Qualifikation schon alles erlebt und alles gesehen haben, was man sich so vorstellen kann. Sie wissen alles (besser) und können alles. Sie sind so beliebt, dass sie den ganzen Tag SMS schreiben, telefonieren oder am Laptop chatten, wobei dann “leider” die Drecksarbeit (Wache bzw Auto putzen, Schnee räumen, Papierkram,…) liegen bleiben muss, wenn es nach ihnen geht, da diese ihnen eh nicht so zusagt. Und so macht man am besten gleich eh alles selbst, da sonst gerne die Arbeiten nur zum Teil erledigt werden oder groß getönt wird, dass alles erledigt ist und wenn man dann nachsieht natürlich doch noch irgendwas findet, was natürlich nicht erledigt wurde. Und wenn man nicht alles kontrolliert kriegt man von der Wachenleitung oder der Folgeschicht eins auf den Deckel.

So kann das auf Dauer einfach nicht weiter gehen. Heute Abend gibts den nächsten Anschiss, da wurde ich schon vorgewarnt. Und ich bin mal wieder der Dumme, da ich die Aussagen meines gestrigen Kollegen wieder mal nicht kontrolliert habe.

Am besten fahre ich demnächst allein, dann weiß ich wenigstens sicher, was gemacht ist und was nicht.

Rettungsdienst in Verruf

Seit gestern oder vorgestern sind die Medien voll davon: Deutsche Ärzte sollen teils fette Prämien kassiert haben, wenn sie Patienten in bestimmte Kliniken überweisen. Darauf will ich hier gar nicht näher eingehen, das tun andere Medien und Blogs schon zur Genüge.

Was mir jetzt aber wieder extrem auffällt ist die Tatsache, daß einzelne Berufsbilder wieder vermischt werden. So war z.B. heute morgen in der Lokalzeitung als Bild zum Artikel ein Miniatur-Rettungswagen abgebildet, aus dessen Heck Geldscheine herausschauen. Und auch eine große deutsche Tageszeitung mit 4 Buchstaben bedient sich eines Bildes, auf dem Notarzt und Rettungsdienstpersonal zu sehen sind. Hallo???? Gehts noch??? Der Rettungsdienst hat teils eh schon einen recht schlechten Stand und eine solch miserable und leider schon fast übliche Berichterstattung verbessert diesen Zustand nicht unbedingt!

Auch haben wir bei Hausarzt-Einweisungen eh nicht viel zu sagen, da der Hausarzt entweder schon in einem Krankenhaus angerufen hat oder der Patient in das nächstgelegene Stammkrankenhaus will. Und sobald der Notarzt im Auto ist entscheidet dieser wo es hin geht. Außerdem sollen wir in der Regel auch das nächstgelegene Krankenhaus anfahren.

Da schwillt mir echt der Kamm, wenn ich so einen Mist lese bzw sehe!

Medien: Original und Fälschung

Über die miserable und teils einfach falsche Berichterstattung verschiedener Medien hinsichtlich des Rettungsdienstes habe ich mich ja schon des öfteren beschwert und dass unsere Arbeit oft falsch dargestellt wird oder das Rettungsdienstfachpersonal gerne generell als Sanitäter, Krankenwagenfahrer oder ähnliches bezeichnet wird ist fast schon normal. Warum man die Rettungsdienst-Mitarbeiter nicht ähnlich wie bei Polizei oder Feuerwehr auch einfach als “Rettungsdienst” bezeichnet, sondern bei uns eher auf irgendwelche Diffamierungen zurückgreift wird wohl auch immer ein Rätsel bleiben.

Das jüngste Beispiel findet sich nun im aktuellen Focus (Nr. 31 vom 27. Juli 2009). Dummerweise bin ich dabei auch noch persönlich betroffen. Denn unter dem 14-seitigen Titelthema “Job – Krise: Entwickeln Sie ihren Plan B – Ideen, Tipps, Geld” berichtet das Magazin über 34 Berufsumsteiger, die irgendwann ihr Berufsleben vollkommen neu aufgebaut haben. Und einer davon bin ich. Nach einem Berufsfindungsseminar bei Uta Glaubitz fing meine Rettungsdienst – Laufbahn an. Im Focus – Artikel wird daher auch meine Berufslaufbahn kurz vorgestellt. Was sich die immerhin 6 zuständigen Redakteure allerdings bei der Formulierung dieses kurzen Abrisses erlaubt haben ist der absolute Hohn. Der Originaltext, aus dem sie ihre Informationen haben, findet sich auf der Seite Berufsfindung.de. Die relevanten Auszüge daraus:

“… Vom Programmierer zum Rettungsassistent … wählt den  Ausbildungsplatz beim Deutschen Roten Kreuz in Mainz. Nach 5 Jahren (2 Jahre Ausbildung, 3 Jahre Praxis) kann Christian zur Luftrettung gehen …

Und hier das, was der Focus daraus gemacht hat:

“… Er findet heraus, welcher Job ihn wirklich reizt: Rettungshelfer – vor allem Luft-Rettungshelfer. Er beendet sein EDV-Dasein und beginnt eine fünfjährige Ausbildung beim Deutschen Roten Kreuz in Mainz.”

Quelle: Focus, Nr. 31/2009, Seite 96

Um nur mal auf die gröbsten Fehler einzugehen: Zum einen bin ich sicherlich kein Rettungshelfer. Der Rettungshelfer hat grob gesagt eine dreimonatige Ausbildung und wird primär im Krankentransport eingesetzt.  Ich habe, wie es auch auf der Webseite steht, eine zweijährige Ausbildung, und bin somit Rettungsassistent, sprich ich habe die längste im Rettungsdienst mögliche und einzig gesetzlich geregelte Ausbildung absolviert.
Außerdem habe ich keine fünfjährige Ausbildung gemacht, da es sowas gar nicht gibt. Und wenn man den Text auf der Webseite richtig liest wird man auch merken, dass ich nach meiner zweijährigen Ausbildung zum Rettungsassistenten 3 Jahre praktische Erfahrung sammeln muss, um dann anschließend eine entsprechende Fortbildung zum HEMS Crew Member (und nicht Luft-Rettungshelfer) machen zu können. Wobei die meisten Firmen auch eher mindestens 5 Jahre praktische Erfahrung wünschen.

Warum man beim Focus weder in der Lage ist, korrekt zu zitieren, noch sich anderweitig, z.B. in der Wikipedia, zu informieren, geschweige denn den Text Korrektur lesen zu lassen, bleibt mir ein Rätsel. Ich finde dies auf jeden Fall eine traurige Tatsache, die nicht wirklich professionell wirkt.

Hätte ich, egal ob in meinem alten oder meinem derzeitigen Job, eine solche Arbeit abgeliefert, hätte das sicherlich ernstere Konsequenzen gehabt, bei meinem derzeitgen Job eventuell sogar Menschenleben gefährdet.

Geschützt: Der Bandscheibenvorfall

Achtung

Disclaimer

Die Protagonistin dieses Beitrags, Sunny, ihre Einsätze inklusive aller Namen, Orte und Vorkommnisse sind frei erfunden und eine Ähnlichkeit mit existierenden Personen und Örtlichkeiten rein zufällig und nicht beabsichtigt!

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