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Suchbegriffe Mai ’09

Auch in diesem Monat gibt es wieder eine Liste der interessantesten Suchbegriffe, die auf mein Blog geführt haben:

- “suizid überlebt mit tabletten was ist zu erwarten pflegefall”

Hm, irgendwie kommen in letzter Zeit sehr viele Suizidandan auf mein Blog. Vielleicht sollte ich mir da mal Gedanken machen. Aber wie es jemandem nach einem Suizid-Versuch mit Tabletten geht kann man auch nicht so einfach sagen. Das kommt unter anderem auf die Wirkung der Tabletten an, deren Menge und wie schnell der Rettungsdienst dort war um zu helfen.

- “Rettungswagen mit aids angesteckt”

Der arme Rettungswagen! Nee, Scherz beiseite, ich denke mal es war gemeint, dass sich jemand beim Transport im RTW mit AIDS angesteckt hat. Das ist ja eigentlich schon mal unmöglich, weil man sich ja zuerst mit HIV infiziert und AIDS dann erst irgendwann später daraus resultiert. Aber auch die HIV-Infektion ist im RTW eher unwahrscheinlich, da es ja über Körperflüssigkeiten übertragen wird und dann das Risiko eher für das Personal z.B. durch Nadelstichverletzungen höher ist als für den Patienten, da Trage, Kanülen, Verbandmaterial, etc, was von uns eingesetzt wird, ja steril oder zumindest desinfiziert (Trage) sein sollte.

- “ausbildung krankenwagenfahrer”

Gibts nicht! Auch wenn manche Job-Suchmaschinen einem das noch erzählen wollen. Für den qualifizierten Krankentransport muss man mal mindestens Rettungshelfer werden, für den unqualifizierten reicht glaube ich auch ein Taxi- sprich Personenbeförderungsschein.

- “richtig funken mit der leitstelle”

Ja, das ist für manche Kollegen echt schwer.

- “warum unterzuckert 58 mg/dl”

Für eine Unterzuckerung kann es mehrere Gründe / Auslöser geben. Das kann beim “normalen” Menschen zum einen starke körperliche Tätigkeit sein bzw Stress, aber auch z.B. Mahlzeiten, die zu einer höheren Insulinausschüttung führen. Auch können manche Medikamente zu einer Unterzuckerung führen, z.B. bestimmte Antibiotika. Und bei bekannten Diabetikern ist es dann des öfteren so, dass sie ihre Medikamente falsch dosieren oder nach der Medikamenteneinnahme nichts essen, was zu einem Absturz des Blutzuckerspiegels im Blut führt. Wobei 58 mg/dl noch einigermaßen ok sind. Kritisch wird es bei vielen erst unter 50 mg/dl, aber da ist auch jeder verschieden.

- “die deppen von rettungsdienst”

Vielen Dank für das nette Kompliment. Kann ich aber auch zurück geben, wenn man es noch nicht einmal schafft, 4 Worte grammatikalisch richtig zu schreiben.

- “bmi für Ärzte im rettungsdienst”

Gibt es meines Wissens nach nicht. Und wenn ich mir manche Notärzte so ansehe ganz bestimmt nicht! Zumindest bei uns im Kreis nicht. Bei uns bzw dem rheinland-pfälzischen DRK – Bildungsinstitut war es mal angedacht, einen Höchst – BMI einzuführen, aber das ist auch glaube ich schon wieder vom Tisch.

- “wie lange dauert eine knöchelfraktur”

Naja, das ist meist eigentlich eine Sache von nur wenigen Sekunden, bis man sowas hat ;-) Bis hinterher allerdings wieder alles in Ordnung ist kann das schon mal ein paar Wochen dauern. Hängt sicherlich auch davon ab, wie genau der Knöchel gebrochen ist etc. Aber ich vermute mal unter 6 Wochen geht da nichts.

- “strafe betrunken auto fahren”

Anscheinend noch viel zu niedrig, denn es machen ja leider immer noch genügend Mitmenschen. Ansonsten hängt es vom Promillewert und den Vorstrafen ab. Das geht dann bis zu 7 Punkten in Flensburg, bis zu 5 Jahre Entzug der Fahrerlaubnis, vierstelliger Geldstrafe oder Freiheitsentzug. Infos dazu hier.

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Lego – Ego

Da momentan eine Lego – Welle durch die Blogs zu schwappen scheint und unter anderem Pharmama, die kranke Schwester und der Monsterdoc schon infiziert sind, wage ich mich auch mal und präsentiere mich und Sunny in der Lego – Version. Und wer es selbst ausprobieren will kann das natürlich hier tun.

Lego - Egos

Update:

So, nach dem Kommentar von Rettungsschnuffi dann noch meine Ebenbilder als Southpark- (nach Infektionstransport) und Simpsons-Version:

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Erste Hilfe – Muffel

Es ist schon ein Phänomen. Egal, mit wem man spricht: Wenn man aus irgendeinem Grund auf das Thema Erste Hilfe zu sprechen kommt, erzählen die meisten, der letzte Kurs wäre zum Führerschein gewesen, was teilweise 20 – 30 Jahre her ist, und man müsste ja eigentlich unbedingt mal wieder sein Wissen auffrischen. Aber bei diesen Aussagen bleibt es dann auch meist.

Das sehe ich auch gerade wieder. Wieder mal einen öffentlichen Kurs angesetzt, in dem die Teilnehmer ihr Wissen auffrischen könnten. Dieser Kurs steht seit Wochen in der Zeitung, in den örtlichen Arztpraxen gibt es Aushänge, Fahrschulen und diverse Betriebe wurden angesprochen/angeschrieben und die Mundpropaganda sollte eigentlich ihr übriges tun. Und das Feedback dazu? Bisher ganze zwei Anmeldungen. Freiwillig will dann irgendwie doch kaum jemand seine Freizeit mit Erste Hilfe verbringen. Plötzlich haben die Leute keine Zeit mehr oder natürlich gerade an diesen Tagen etwas anderes vor. Auch kümmern sich viele Betriebe nicht von selbst um regelmäßig Auffrischungen.

Wirklich schade. Da kann man sich dann nur wünschen, daß man im Ernstfall nie von diesen Personen gerettet werden muss. Ich teste das ja immer gerne in meinen Erste Hilfe – Kursen z.B. mit der stabilen Seitenlage. Ohne vorher großartig etwas darüber zu erzählen lasse ich die Kursteilnehmer mal probieren, welches Wissen noch hängen geblieben ist. Und selbst in den alle zwei Jahre stattfindenden Auffrischungskursen in manchen Betrieben sind die Ergebnisse meist recht kritisch und äusserst ungesund für die Wirbelsäule zu betrachten. Und bei der Reanimation ist es eigentlich nicht anders.

Ist es wirklich so schwer, solche Kurse gesetzlich als regelmäßige Pflichtveranstaltung zu deklarieren? Selbst wenn viele Menschen dazu scherlich keine Lust hätten, würde, allein schon durch die regelmässige Auffrischung, auf jeden Fall etwas Wissen hängen bleiben und die Überlebenschancen im Ernstfall würden sich denke ich erhöhen.

Vielleicht sollte ich auch mal eine Petition beim deutschen Bundestag starten.

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Petition gegen Internetzensur

Kaum ein Thema wurde in den letzten Tagen und Wochen im Internet so oft diskutiert wie der von der Bundesregierung geplante Gesetzesentwurf, der es dem BKA gestatten soll, Internetseiten zu indizieren und von den Providern sperren zu lassen. Eigentliches Ziel ist es dabei, die Verbreitung von Kinderpornographie zu verhindern und Kinder dadurch vor Missbrauch zu schützen. Allerdings ist die ganze Sache völlig undurchsichtig und unkontrollierbar. Besucher solcher illegaler Seiten werden auf ein Stoppschild umgeleitet und ihr Zugriff umgehend dem BKA gemeldet. Die Sperrlisten sind dabei für niemanden einsehbar, weder für Richter, noch Staatsanwälte oder andere interessierte Bürger, und es gibt keine klaren Richtlinien, nach welchen Kriterien Internetseiten auf diese Liste gesetzt werden. So wird jeder, der zufällig auf einen eventuell unscheinbaren Link klickt von jetzt auf gleich zu einem verdächtigen Kriminellen. Viele Mitbürger sehen dadurch außerdem ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit gefährdet.

Natürlich ist es unser aller Interesse, unsere Kinder zu schützen und Kinderschänder dingfest zu machen. Allerdings sind diese vorgeschlagenen Maßnahmen dafür recht ungeeignet und unausgereift. Anstatt die entsprechenden illegalen Angebote einfach zu verbieten und vom Netz zu nehmen, wird hier ein beliebig einsetzbares Zensurwerkzeug geschaffen, dass sich nicht nur auf kinderpornographische Seiten anwenden lässt. Musikpiraterie, Filesharing und Glücksspiele sind nur ein kleiner Teil von dem, was verboten werden könnte. Aber auch völlig harmlose Seiten könnten, ohne etwas dagegen tun zu können, auf dem Index landen. Und die illegalen Seiten bleiben unbeschadet im Internet erhalten. Jeder Mitbürger mit etwas technischem Verständnis kann diese Sperren recht problemlos umgehen, wenn er es will.

Im Internet gibt es diesbezüglich mittlerweile die verschiedensten Kampagnen gegen diesen Gesetzesentwurf, z.B. hier. Der vermutlich vielversprechenste ist eine Online-Petition beim deutschen Bundestag, die mittlerweile über 74.000 Mitmenschen unterzeichnet haben. Diese Petition läuft noch bis zum 16. Juni und man kann jedem nur empfehlen, ebenfalls zu unterzeichnen.

Der Link dazu: Online-Petition beim deutschen Bundestag

Einen sehr ausführlichen und informativen Artikel zum Thema findet man auch bei der c’t. Auch Spiegel online hat bereits darüber berichtet.

Also, liebe Leser, lasst Euch das von der Regierung nicht gefallen. Denn letztlich könnte es jeden von uns treffen, ob man will oder nicht!

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Der intraossäre Zugang

Im Rahmen der jährlichen Fortbildung ist dieses Jahr beim DRK in Rheinland Pfalz wieder mal der intraossäre Zugang Thema. Dabei wird im Gegensatz zur normalen Venenverweilkanüle keine Vene punktiert, sondern ein Knochen. Die Stahlkanüle wird dabei bis zur Knochenmarkshöhle in den Knochen eingestochen und da die Knochenmarkshöhle gut durchblutet ist, können (grob gesagt) Medikamente ähnlich wie beim normalen Zugang verabreicht werden. Gedacht war diese Zugangsart früher primär für Kinder, bei denen man eher schlecht brauchbare Venen gefunden hat. Mittlerweile wird diese Technik aber auch bei Erwachsenen angewendet. Punktionsort ist dabei primär der obere Teil des Schienbeins. Möglich sind aber auch u. a. der Oberarm, das Schambein oder auch das Brustbein (F.A.S.T.-System).

Nun gibt es zum Einstechen der Nadel verschiedene Möglichkeiten. In früheren Fortbildungen tauchte zum Beispiel die “Cook – Nadel” auf. Dabei hat die Nadel eine Art Knauf an ihrem Ende und wird mit recht viel Kraftaufwand händisch in den oberen Teil des Schienbeins gebohrt. Dies kann zum einen recht brutal aussehen und ist auch mit etwas Übung verbunden.

Link: Youtube-Video: IO-Zugang mit Cook – Nadel

Zweite Möglichkeit ist die “Bone Injection Gun”. Wie der Name schon vermuten lässt, wird die Nadel dabei mit einem Federmechanismus in den Knochen geschossen.

Link: Youtube-Video: IO-Zugang mit Bone Injection Gun

Dritte Möglichkeit und dieses Jahr in der Fortbildung gezeigt ist das “EZ-IO” – System. Dabei wird die Nadel mit einem kleinen Akkuschrauber in den Knochen gebohrt. Die Methode ist auf jeden Fall einfacher als etwa mit der Cook-Nadel. Ich bin allerdings mal gespannt, wann es die ersten Beschwerden von Angehörigen geben wird, wenn ich den “Akkuschrauber” auspacke und damit den Patienten anbohren will.

Wir haben das nur an Versuchsknochen geübt. Die Amerikaner scheinen da etwas schmerzfreier zu sein, wenn man sich die vielen Videos dazu auf Youtube ansieht. Deshalb hier nur ein Beispiel. Dabei sollte man mal darauf achten, wie schnell der Arzt die Nadel am Ende wieder heraus zieht und wie lange die späteren Probanden dafür brauchen. Sieht auf jeden Fall sehr unangenehm aus:

Link: Youtube-Video: IO-Zugang mit EZ-IO

Mal sehen, wie sich dieses Thema entwickelt. Bei uns in der gGmbH sollen die Systeme eh nur auf die NEFs. Von daher werden wir nicht so viel davon haben bzw eher selten im Einsatz sehen.

Die Videos habe ich extra nur verlinkt und nicht eingebettet, weil es nicht unbedingt immer schön anzusehen ist. Also wer damit etwas Probleme hat, sollte sich die Videos vielleicht nicht ansehen.

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