Gewalt im Rettungsdienst
Dienstag, 21. Juli 2009 | Autor: Chris
Ein Artikel bei Focus Online hat mich wieder mal auf dieses Thema gebracht. Zwar geht mir die teils recht unqualifiziert wirkende Berichterstattung dieses Artikels wieder mal gegen den Strich, aber generell wird ein Thema angesprochen, was immer mal wieder vorkommen kann.
So ist es unausweichlich, dass wir stark alkoholisierte und dadurch aggressive und unkooperative Patienten fahren müssen. Oder auch Zwangseinweisungen mit der Polizei, bei denen die Patienten nicht immer die gefügigsten sind. Ich habe ja auch schon einmal darüber berichtet. Beschimpfungen sind da an der Tagesordnung, Schlagen, Spucken etc zum Glück (noch) eher seltener.
Dass wirklich ein Kollege von einem Patienten verletzt wurde habe ich erst einmal erlebt. Dabei stand der Kollege im Patientenraum des RTW an der Hecktür und wollte dem auf der Trage liegenden Patienten eigentlich einen Zugang legen. Aufgrund seiner Aggressivität war auch schon ein Polizist im Fahrzeug, jedoch war der Patient bis dahin in keinster Weise fixiert. Dies führte dazu, daß der Patient plötzlich dem Kollegen einen kräftigen Tritt verpasste, der dazu führte, daß der Kollege gegen die Hecktür geschleudert wurde. Dabei drückte er die Heckscheibe heraus und hatte es eigentlich nur seiner Größe zu verdanken, daß er der Scheibe nicht nach draußen folgte. So blieb er dann im Fensterrahmen stecken. Bevor der Polizist reagierte, trat der Patient noch ein zweites Mal zu, bevor er überwältigt werden konnte. Das Ende vom Lied: Der Patient verliess das Krankenhaus am nächsten Tag wieder, der Kollege durfte noch zwei Tage bleiben, hatte aber zum Glück keine gravierenden Verletzungen.
Ansonsten gibt es immer mal wieder Patienten, die um sich schlagen oder auch diverse Dauer-Psych-Patienten, die man mit schöner Regelmäßigkeit auf die geschlossene Psychiatrie fährt. Auch meinen immer mal wieder (besonders alkoholisierte) Patienten, sie wären der Chef und hätten das Sagen. Aber wenn man diesen recht bestimmt gegenüber tritt akzeptieren sie auch normalerweise, dass sie mal einen Gang zurück schalten müssen.
Von den im Focus-Artikel angesprochenen Psychologen bzw Angeboten von Selbstverteidigungs-Trainings durch den Arbeitgeber hat man hier bei uns auf jeden Fall noch nichts gehört. Da sind wir nach wie vor auf uns allein gestellt. Aber hier auf dem Land ist es denke ich auch etwas humaner als in der Großstadt.
Vielleicht kann ja mal der ein oder andere Kollege berichten, wie bei Ihnen mit dem Thema umgegangen wird.
Kategorie: Zum Grübeln | 3 Kommentare






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