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Seenotrettung

Nachdem ich ja den “normalen”, bodengebundenen Rettungsdienst schon vorgestellt habe, will ich auch etwas zur Rettung auf See bzw in der Luft (in einem späteren Artikel) sagen.

Die “richtige” Seenotrettung an Nord- und Ostsee betreibt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, kurz DGzRS. An Stränden, Binnengewässern, Flüssen etc kommt die Deutsche Lebens – Rettungs – Gesellschaft, kurz DLRG, bzw die Wasserwacht zum Einsatz.

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Der intraossäre Zugang

Im Rahmen der jährlichen Fortbildung ist dieses Jahr beim DRK in Rheinland Pfalz wieder mal der intraossäre Zugang Thema. Dabei wird im Gegensatz zur normalen Venenverweilkanüle keine Vene punktiert, sondern ein Knochen. Die Stahlkanüle wird dabei bis zur Knochenmarkshöhle in den Knochen eingestochen und da die Knochenmarkshöhle gut durchblutet ist, können (grob gesagt) Medikamente ähnlich wie beim normalen Zugang verabreicht werden. Gedacht war diese Zugangsart früher primär für Kinder, bei denen man eher schlecht brauchbare Venen gefunden hat. Mittlerweile wird diese Technik aber auch bei Erwachsenen angewendet. Punktionsort ist dabei primär der obere Teil des Schienbeins. Möglich sind aber auch u. a. der Oberarm, das Schambein oder auch das Brustbein (F.A.S.T.-System).

Nun gibt es zum Einstechen der Nadel verschiedene Möglichkeiten. In früheren Fortbildungen tauchte zum Beispiel die “Cook – Nadel” auf. Dabei hat die Nadel eine Art Knauf an ihrem Ende und wird mit recht viel Kraftaufwand händisch in den oberen Teil des Schienbeins gebohrt. Dies kann zum einen recht brutal aussehen und ist auch mit etwas Übung verbunden.

Link: Youtube-Video: IO-Zugang mit Cook – Nadel

Zweite Möglichkeit ist die “Bone Injection Gun”. Wie der Name schon vermuten lässt, wird die Nadel dabei mit einem Federmechanismus in den Knochen geschossen. Problem hierbei ist wohl, dass es durch die Kraft der Feder / Nadel zu Knochen-Absplitterungen kommen kann. Auch ist dieses System in Deutschland eher weniger verbreitet.

Link: Youtube-Video: IO-Zugang mit Bone Injection Gun

Dritte Möglichkeit und dieses Jahr in der Fortbildung gezeigt ist das “EZ-IO” – System. Dabei wird die Nadel mit einem kleinen Akkuschrauber in den Knochen gebohrt. Die Methode ist auf jeden Fall einfacher als etwa mit der Cook-Nadel. Ich bin allerdings mal gespannt, wann es die ersten Beschwerden und Anzeigen von Angehörigen geben wird, wenn ich den Akkuschrauber auspacke und damit den Patienten anbohren will. Und Akkubohrer ist auch eigentlich falsch. Denn der Bohrer hat gar keinen Akku, sondern eine normale Batterie. Und wenn diese leer ist kann man den Bohrer entsorgen. Der Hersteller will natürlich auch etwas an seinem System verdienen.

Wir haben das nur an Versuchsknochen geübt. Die Amerikaner scheinen da etwas schmerzfreier zu sein, wenn man sich die vielen Videos dazu auf Youtube ansieht. Deshalb hier nur ein Beispiel. Dabei sollte man mal darauf achten, wie schnell der Arzt die Nadel am Ende wieder heraus zeiht und wie lange die späteren Probanden dafür brauchen. Sieht auf jeden Fall sehr unangenehm aus:

Link: Youtube-Video: IO-Zugang mit EZ-IO

Mal sehen, wie sich dieses Thema entwickelt. Bei uns in der gGmbH sollen die Systeme eh nur auf die NEFs. Von daher werden wir nicht so viel davon haben bzw eher selten im Einsatz sehen.

Die Videos habe ich extra nur verlinkt und nicht eingebettet, weil es nicht unbedingt immer schön anzusehen ist. Also wer damit etwas Probleme hat, sollte sich die Videos vielleicht nicht ansehen.

Das Rettungsdienstfachpersonal

Liebe Zeitungsfuzzies, sehr geehrte Klatschreporter,

aus aktuellem Anlass frage ich mich mal wieder, ob es wirklich so schwer ist, das Rettungsdienstfachpersonal in den Medien, wie z.B. Fernsehberichten oder Zeitungsartikeln, adäquat zu bezeichnen? Es gibt im Rettungsdienst durchaus noch andere Berufsbezeichnungen als “die Sanitäter”! Da platzt mir echt der Kragen. Wie oft habe ich in letzter Zeit wieder gelesen “Im Einsatz waren die Polizei, die Feuerwehr XY-Stadt sowie Sanitäter des DRK XY-Stadt” oder auch gerne gelesen “Im Einsatz waren die Feuerwehr Z-Stadt, die Polizei und der Notarzt”. Allein kommt der Notarzt (in der Regel) sicherlich nicht an die Unfallstelle und irgendwer muss dann auch die Patienten betreuen / versorgen / transportieren. Und wenn man nicht weiß, welche Qualifikationen die Rettungsdienstler haben schreibt man eben “der Rettungsdienst” oder “das Rote Kreuz” oder ähnliches. Ihr Journalisten wollt ja bestimmt auch nicht ständig als Klatschreporter oder Zeitungsfuzzies bezeichnet werden, oder?

Daher noch einmal neben den Infos auf meiner Rettungsdienst-Seite ganz langsam und zum Mitschreiben die unterschiedlichen Ausbildungen / Qualifikationen / Berufswege im Rettungsdienst:

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Die ABC-Regel

Hat jemand zufällig gestern Abend “Wer wird Millionär” gesehen? Dort wurde gefragt, woher man die “ABC-Regel” kennt. Nach einem 50:50 Joker blieben noch die Erste Hilfe und Abnehmen als Alternativen über. Aber auch das half dem Kandidaten nicht. Er wählte zusätzlich noch den Zusatzjoker, bei dem ihm eine Person aus dem Publikum helfen kann. Es meldete sich ein Mann, der laut eigenen Angaben erst vor Kurzem einen Erste Hilfe – Kurs besucht hatte und sich ziemlich sicher war, dort etwas von einer ABC-Regel gehört zu haben. Wofür genau die Buchstaben standen wusste er allerdings nicht mehr, da er seinen Angaben zufolge nicht wirklich aufmerksam gewesen war. Auch ein typisches Bild. Es bleiben zwar noch einige Fachbegriffe wie “ABC-Regel” oder “stabile Seitenlage” hängen, aber was es ist oder wie es funktioniert weiß man nicht mehr mangels fehlendem Interesse oder regelmäßiger Auffrischung. Aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall war die richtige Lösung dann auch die Erste Hilfe. Erläutert wurde dies von Günther Jauch wie folgt: Das A steht für die Atemwege bzw das freimachen und freihalten derselben (Mundraum säubern, Kopf überstrecken bzw stabile Seitenlage bei vorhandener Atmung). Das B steht für die Beatmung (bei fehlender Atmung) und das C für Compression (Herzdruckmassage) oder wahlweise auch Circulation (Kreislauf).

Nach aktuellen Reanimationsrichtlinien des ERC gilt diese ABC-Regel jedoch gar nicht mehr, da mittlerweile bei fehlendem Kreislauf  zuerst die Herzdruckmassage erfolgt und erst nach den ersten 30 Kompressionen die Beatmung. Von daher wäre es eine ACB-Regel.

Alternativ gibt es jedoch noch die sogenannte “kleine ABCD-Regel”: Dabei steht das A für Ansprechen, das B für Beruhigen, das C für Communication (z.B. Notruf) und D wie Decke (zur Vermeidung von Wärmeverlust).

Von Günther Jauch wurde jedoch die veraltete und eigentlich falsche Version erläutert. Das führt aber doch bei den Laien/Ersthelfern, die die Sendung gesehen haben, sicherlich eher zu Verwirrung, da sie jetzt wieder nicht wissen, was korrekt ist.

Rettungskette Forst

Die letzten drei Tage hatte ich Erste Hilfe – Trainings und da kam auch immer die “Rettungskarte Forst” bzw in meinem Fall die “Rettungskarte Rheinland Pfalz” zur Sprache. Daher auch hier noch einmal ein paar Informationen dazu:

Es kann jederzeit passieren, dass man Hilfe braucht, egal ob durch einen Unfall, Kreislaufprobleme oder warum auch immer. Solange dies zuhause oder irgendwo passiert, wo man sich noch halbwegs auskennt, sollte es kein Problem sein, Rettungskräfte zu alarmieren und ihnen zu beschreiben, wo man ist. Was passiert aber, wenn man sich irgendwo im Wald befindet? Wie erklärt man dann der Leitstelle, wo man ist? Dazu gibt es in Deutschland die “Rettungskarte Rheinland Pfalz” bzw Rettungspunkte. Je nach Bundesland kann sich dabei die Vorgehensweise bzw Art der Rettungspunkte etwas unterscheiden, von daher kann ich nur das System in Rheinland Pfalz erklären.

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