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Geschützt: Einsatzmeldungen und Funkverkehr

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Geschützt: Unnötige Tote

Achtung

Disclaimer

Die Protagonistin dieses Beitrags, Sunny, ihre Einsätze inklusive aller Namen, Orte und Vorkommnisse sind frei erfunden und eine Ähnlichkeit mit existierenden Personen und Örtlichkeiten rein zufällig und nicht beabsichtigt!

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BOS – Gerangel

Ein paar kurze Worte an die nette Polizistin, mit der ich mich vorgestern anlegen musste:

Mir ist es durchaus bewusst, dass Sie bei einem Festumzug während eines großen Weinfestes für die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf dieses Zuges mit verantwortlich sind und dafür Sorge tragen sollen, dass der Zug nicht irgendwie gestört wird. Wenn dieser Zug aber aufgrund seiner Länge sämtliche Zufahrtswege zur Sanitätsstation/Unfallhilfsstelle versperrt, ich aber recht dringend (und mit eingeschaltetem Sondersignal) einen Patienten mit Kreislaufproblemen dorthin bringen möchte und dafür nur kurz den Zug kreuzen muss bin ich nicht unbedingt gewillt, minutenlang mit Ihnen zu diskutieren und mich gegenüber unbeteiligten Dritten als ortsunkundigen Krankenwagenfahrer hinstellen zu lassen. Ich mache das schließlich nicht aus Spaß an der Freude und ich glaube nicht, dass ich nach rund drei Jahren Rettungsdienst-Erfahrung in diesem Ort als ortsunkundig angesehen werden kann.

Gewalt im Rettungsdienst

Ein Artikel bei Focus Online hat mich wieder mal auf dieses Thema gebracht. Zwar geht mir die teils recht unqualifiziert wirkende Berichterstattung dieses Artikels wieder mal gegen den Strich, aber generell wird ein Thema angesprochen, was immer mal wieder vorkommen kann.

So ist es unausweichlich, dass wir stark alkoholisierte und dadurch aggressive und unkooperative Patienten fahren müssen. Oder auch Zwangseinweisungen mit der Polizei, bei denen die Patienten nicht immer die gefügigsten sind. Ich habe ja auch schon einmal darüber berichtet. Beschimpfungen sind da an der Tagesordnung, Schlagen, Spucken etc zum Glück (noch) eher seltener.

Dass wirklich ein Kollege von einem Patienten verletzt wurde habe ich erst einmal erlebt. Dabei stand der Kollege im Patientenraum des RTW an der Hecktür und wollte dem auf der Trage liegenden Patienten eigentlich einen Zugang legen. Aufgrund seiner Aggressivität war auch schon ein Polizist im Fahrzeug, jedoch war der Patient bis dahin in keinster Weise fixiert. Dies führte dazu, daß der Patient plötzlich dem Kollegen einen kräftigen Tritt verpasste, der dazu führte, daß der Kollege gegen die Hecktür geschleudert wurde. Dabei drückte er die Heckscheibe heraus und hatte es eigentlich nur seiner Größe zu verdanken, daß er der Scheibe nicht nach draußen folgte. So blieb er dann im Fensterrahmen stecken. Bevor der Polizist reagierte, trat der Patient noch ein zweites Mal zu, bevor er überwältigt werden konnte. Das Ende vom Lied: Der Patient verliess das Krankenhaus am nächsten Tag wieder, der Kollege durfte noch zwei Tage bleiben, hatte aber zum Glück keine gravierenden Verletzungen.

Ansonsten gibt es immer mal wieder Patienten, die um sich schlagen oder auch diverse Dauer-Psych-Patienten, die man mit schöner Regelmäßigkeit auf die geschlossene Psychiatrie fährt. Auch meinen immer mal wieder (besonders alkoholisierte) Patienten, sie wären der Chef und hätten das Sagen. Aber wenn man diesen recht bestimmt gegenüber tritt akzeptieren sie auch normalerweise, dass sie mal einen Gang zurück schalten müssen.

Von den im Focus-Artikel angesprochenen Psychologen bzw Angeboten von Selbstverteidigungs-Trainings durch den Arbeitgeber hat man hier bei uns auf jeden Fall noch nichts gehört. Da sind wir nach wie vor auf uns allein gestellt. Aber hier auf dem Land ist es denke ich auch etwas humaner als in der Großstadt.

Vielleicht kann ja mal der ein oder andere Kollege berichten, wie bei Ihnen mit dem Thema umgegangen wird.

Rentner und Arztbesuche

Man könnte ja meinen, Rentner hätten mehr Zeit. Sie müssen nicht mehr arbeiten und können sich ihre Zeit recht frei einteilen. Denkt man zumindest. Bei manchen ist das aber nicht so. Meinen Großeltern zum Beispiel. Sie haben halt beide schon ein recht stolzes Alter erreicht und wenn sie aus ihrem Standardtrott herausgerissen werden kann es schon mal schwierig werden. Bei Arztterminen zum Beispiel. Mein Opa hasst es, warten zu müssen. Nun ist es ja aber meisst so, daß man in Arztpraxen, selbst wenn man eine Termin hat, des öfteren mal warten muss. Mal etwas kürzer, mal etwas länger. Das soll jetzt keine Kritik an Arztpraxen sein. Dass diese oft überlastet sind, besonders Fachärzte, sollte dank Ärztemangel jedem klar sein. Da habe ich auch gar kein Problem damit. Ich verstehe das und richte mich eben auch darauf ein, warten zu müssen. Ist ja in der Regel kein Problem.

Bei meinen Großeltern schon. Mein Opa hat dann Hummeln im Hintern, kann nicht still sitzen, schaut immer wieder auf die Uhr und motzt auch mal gerne, warum das alles so lange dauert. Und da er recht schlecht hört tut er das auch in einer Lautstärke, dass auch möglichst die ganze Praxis etwas davon hat. So ist das schon bei normalen Terminen. Nebenbei noch zu bemerken, dass die beiden an diesen Tagen in der Regel nichts anderes mehr vor haben und eigentlich Zeit haben müssten.

Nun gibt es aber auch akute Dinge, die, wenn es meinem Opa nach geht, keinen Aufschub dulden. So hatte er plötzlich wieder Probleme, die eigentlich einen HNO-Arzt erforderten. Und da er die letzten beiden Nächte schon nicht geschlafen hatte musste das jetzt natürlich schnell gehen. Also rief er mich morgens in aller Frühe an, damit ich ihm vom Hausarzt eine Überweisung hole. Ging natürlich nicht, da neues Quartal. Also zu ihnen gefahren, KV-Karte geholt, zum Hausarzt gefahren, Überweisung geholt und wieder zurück. Tja, und dann gab es eben wieder das “Treffen der Generationen”. Mein Opa rief in der HNO-Praxis an. Mittlerweile war es kurz vor Mittag. Und komischerweise gab es sowohl an diesem als auch am Folgetag keinen Termin mehr. Nichts zu machen. Hatte ich ihm vorher schon gesagt, wollte er mir aber nicht glauben.  Die HNO-Praxis verwies ihn dann wieder an den Hausarzt. Der könnte ja zumindest mal drauf gucken. Also beim Hausdoc angerufen und noch nachmittags einen Termin ergattert. Pünktlich dagewesen und ins Wartezimmer gesetzt. In den ersten 5 Minuten wurde 3 mal auf die Uhr geguckt, ständig auf dem Stuhl hin und her gerutscht, etc. Das Standardprogramm eben. Nach 8 Minuten gings dann bereits ins Sprechzimmer. Sein Kommentar: “Das wird ja auch Zeit!” Nach 5 Minuten im Sprechzimmer und Warten auf den Arzt: “Wie lang dauert das denn noch?” Nach insgesamt 8 Minuten kam der Arzt. Konnte letztlich nichts machen und organisierte für den nächsten Tag noch einen Termin in einer anderen HNO-Praxis.

Aber das geht nicht in die Köpfe meiner Großeltern, daß man auch mal warten muss, besonders, wenn man irgendwie dazwischen geschoben wird. Das ist heutzutage einfach so und wird eher noch schlimmer. Wenn Berufstätige dann etwas Zeitprobleme kriegen kann ich das ja verstehen. Aber wenn man sonst an diesem Tag nichts mehr vor hat? Ob man jetzt zuhause vorm Fernseher sitzt oder im Wartezimmer ist doch ziemlich egal, oder?

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