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Geschlechter und Rollenverteilung

Dass es im Gesundheitswesen eine feste und gerade bei älteren Patienten ziemlich eingefahrene Rollenverteilung gibt , was die Geschlechter angeht, wurde hier und in an deren Blogs ja schon öfter diskutiert. Männliche Angestellte, egal ob Zivi, Pfleger, Hausmeister oder tatsächlich Arzt werden immer mit “Herr Doktor” angesprochen, das weibliche Geschlecht in der Regel mit “Schwestaaaa”. Dass das mittlerweile aber anscheinend auch auf die Hausärzte abfärbt musste ich dieser Tage feststellen:

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Alkohol und Blutzucker

Bei Alkoholintoxikationen ist es bei uns im Rettungsdienst eigentlich Standard, dass auch der Blutzucker des Patienten kontrolliert wird. Aber warum ist das so? Mit den folgenden Worten wurde dies vor kurzem, vollkommen ernst gemeint, von Fachpersonal den Angehörigen eines Patienten erklärt:

“Der Blutzucker wird gemessen, da es sein kann, dass die Betrunkenen vor dem Alkoholgenuss zu wenig gegessen bzw es durch den Alkoholgenuss vergessen haben und dadurch in einen Unterzucker rutschen.”

Ich weiß echt nicht, ob ich über diese Erklärung lachen oder weinen soll. Theoretisch ist das ja ansatzweise richtig, aber der Grund für die Unterzuckerung ist doch eigentlich ein ganz anderer:

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Blaulicht – Blindheit

Heute mal wieder ein Beitrag zu einem Thema, zu dem man ganze Romane schreiben könnte und zu dem auch schon diverse Beiträge existieren: Das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer bei Sondersignal – Fahrten. Dass manche Verkehrsteilnehmer einfach hoffnungslos überfordert sind, wenn sich ein Fahrzeug mit Blauhorn und Martinslicht nähert wurde ja schon oft genug diskutiert. Aber manchmal weiß man echt nicht, was in diesen Menschen vorgeht.

Es ist später Abend und somit bereits dunkel. Wir sind auf dem Weg zu einem Notfalleinsatz. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und des nahezu ausgestorbenen Ortes läuft nur das Blaulicht, ohne Horn. Aufgrund LED-Technik, Dunkelheit und lange gerader Straße sind wir aber auch so wirklich weit und gut zu sehen. Wir durchfahren also eine Einbahnstraße. Ein Stück vor uns zweigt eine zweite Straße ab, auf der sich ein Fahrzeug nähert. Da wir es schon lange vorher sehen liegt es nahe, dass auch der Fahrzeugführer uns gesehen hat, zumal wir ja wie wild blau blinken. Er hält also vorschriftsmässig an, zumal wir eh auf der vorfahrtsberechtigten Straße unterwegs sind. Kurz bevor wir ihn erreichen, fährt er jedoch wieder los und versperrt uns somit die einspurige Fahrbahn.

Ta, da tut es mir dann leid um die schon schlafenden Anwohner, aber da musste dann mal die (imitierte) Pressluft eine Runde laufen. Der PKW hat dann auch direkt wieder Platz gemacht, aber was den Fahrer bei diesem Manöver geritten hat bleibt wieder einmal unerklärlich.

Verunfallte Kollegen

So, nach einigen Tagen Blog-Abstinenz dank Urlaub wieder mal ein Beitrag, allerdings direkt von der tragischeren Sorte.

Eine meiner Ängste war schon immer, dass Familie / Freunde / Bekannte / Kollegen von mir irgendwie verunfallen und ich sie im schlimmsten Fall auch noch retten / versorgen muss. Daher war ich auch eigentlich froh, dass ich in meiner eigentlichen Heimatstadt keine Stelle gefunden habe.

Rund 6 Jahre ist das jetzt gut gegangen. Bis gestern. Gestern mittag verunglückte ein Feuerwehrfahrzeug meines aktuellen Heimatortes auf einer Einsatzfahrt. Der Fahrer starb dabei, der Beifahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen, lag stundenlang im OP. Wie es ihm mittlerweile geht weiß ich leider nicht.

Beide sind Familienväter, haben mehrere Kinder, sind teils sehr engagiert und beliebt in der Gemeinde. Beide sassen schon bei mir in Erste Hilfe – Kursen. Wirklich gut kenne ich sie nicht, aber es reicht, um sich hin und wieder auf Festen oder auf der Straße zu unterhalten. Man kennt sich eben, was in einer 1800-Einwohner-Gemeinde auch fast normal ist.

Da ich frei hatte war ich auch nicht an der Einsatzstelle, aber es beschäftigt einen schon ganz gut, da man die Menschen und teils auch deren Familien eben kennt.

Mein herzliches Beileid gilt der Familie des Toten. Und ich wünsche beiden Familien viel Kraft, um die schwierigen Zeiten zu überstehen!

>> Bericht auf Volksfreund.de

Symposium Notfallmedizin 2010

Gestern fand wieder das jährliche Notfallsymposium an der Klinik für Anästhesiologie der Uni Mainz statt, nicht zu verwechseln mit dem notfallmedizinischen Landessymposium Rheinland-Pfalz, welches dieses Jahr an einem mir gerade entfallenen Datum in Kaiserslautern stattfinden wird.

Trotz Wechsel des Hörsaals war dieser wie auch im letzten Jahr mehr als voll, so dass teils auch die Treppen besetzt waren bzw die Teilnehmer in angrenzenden Räumen per Videoübertragung zusehen mussten.

Themen waren unter anderem die Verbindung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz, das Ehrenamt im Rettungsdienst, die Notarzt-Situation in unserem Land, der aktuelle Stand der ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Möglichkeiten zur Schmerzbekämpfung, das akute Coronarsyndrom mit den Behandlungsalternativen Lyse und/oder Herzkatheter, die Massenimpfung bzw Pandemieplanung sowie die drei Workshops Atemwegsmanagement, CPAP-Therapie und der intraossäre Zugang.

In mancher Hinsicht zeigte sich wieder, dass es noch ein langer Weg zu wirklich einheitlichen Fahrzeugen und Behandlungsstrategien im ganzen Land ist und dass es nach wie vor teils recht ordentliche Unterschiede zwischen der “Stadt-” und “Landrettung” gibt. Da liegt noch viel Arbeit vor den Verantwortlichen, aber die ärztlichen Leiter waren da recht zuversichtlich. Schauen wir mal, ob sie Recht behalten.

Auch der Vortrag zur Pandemie sorgte für Gefühlsschwankungen. Die Behauptung von Frau Dr. med Angelika Hornig, Referatsleiterin des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Ministerium für Arbeit, Soziales, … Rheinland-Pfalz, dass sicherlich alle Anwesenden im Hörsaal gegen die Schweinegrippe geimpft seien, sorgte für aufbrausendes Gelächter und die abschließende Frage, wer denn wirklich geimpft sei zeigte nur zu deutlich, dass nur ein kleiner Bruchteil der Anwesenden tatsächlich geimpft ist.

Sehr unterhaltsam war auch der Vortrag von Dr med Felix Post, der den Standpunkt Contra Lyse beim ACS vertreten sollte, was er als Herzkatheterspezialist auch sehr amüsant tat.

Im kommenden Jahr sollen dann wohl beide Symposien fusionieren. Schauen wir also mal, was die Zukunft so bringt.

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