Alle Artikel in: Erste Hilfe

Ich werde alt!

Am vergangenen Wochenende habe ich seit längerem mal wieder einen Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen für Führerscheinbewerber“ gehalten. Das ist eher selten, da sich hier die Nachfrage diesbezüglich eher in Grenzen hält. Daher mache ich meist nur Auffrischkurse, bei denen das Klientel schon ein Stück älter ist.

Ich muss ja nicht helfen, oder?

Hat zufällig jemand gestern Abend sternTV gesehen? In der Sendung gab es (wieder einmal) einen Test, ob und wie Menschen in einer Notfallsituation, in diesem Fall einem Verkehrsunfall, helfen. Und man mag es kaum glauben, aber das Ergebnis ähnelt denen früherer Tests in anderen TV-Magazinen und ist genauso traurig wie dramatisch. Über 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer fuhren einfach vorbei, ohne in irgendeiner Form zu helfen. Das grenzt ja schon fast an chinesische Verhältnisse.

Passirt ist passirt

Das Thema Notruf ist momentan wieder in aller Munde. So erklärt zum Beispiel der Monsterdoc sehr amüsant, wie der Notruf korrekt getätigt wird. Vor einigen Tagen war ich in einer Grundschule, um mit den Kids einer vierten Klasse etwas Erste Hilfe zu üben, inklusive Notruf. Da ich das bisher überwiegend in Kindergärten gemacht hatte, wo es bekanntlicherweise mit den Lese- und Schreibkünsten der Kinder noch nicht so weit her ist, freute ich mich, auch mal wieder etwas an die Tafel schreiben zu können bzw schreiben zu lassen. Als wir also beim Thema Notruf und den 5 W’s angekommen waren, durften die Kinder ihre richtigen Antworten an die Tafel schreiben. Das erste Mädchen kommt an die Tafel und schreibt: „Wo ist es passirt?“ Da ich es nicht als meine Aufgabe ansah, Rechtschreibfehler zu korrigieren und die Lehrerin sich dazu auch nicht regte, lies ich es einfach mal so stehen. Dies hatte dann zur Folge, dass ein zweites Mädel an die Tafel kam, anfing zu schreiben, beim letzten Wort kurz zögerte, in die erste Zeile blickte und …

Medical english

Patienten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, stellen ja öfter mal ein Problem dar. Je nachdem, welcher Herkunft sie sind, wird die Verständigung wirklich schwierig. Mit etwas Glück sprechen sie zumindest ein paar Brocken Deutsch oder zumindest Englisch. Wobei ich dann auch auf mein Schulenglisch zurückgreifen muss, dass zum einen schon ein paar Jährchen her ist, zum anderen auch nicht wirklich auf medizinische Begriffe einging. Leider findet man dieses Thema auch bisher nicht in der Standard-Fortbildung, auch wenn die neueren ERC-Guidelines zumindest für Leitstellendisponenten Englisch als Zweitsprache anstreben, um eben die Verständigung zu verbessern. Wenn man sich in dieser Hinsicht also fortbilden will ist Selbststudium angesagt. Daher meine Frage an Euch: Macht ihr das in irgendeiner Form? Lest ihr Bücher dazu, besucht ihr irgendwelche Fortbildungen? Oder hofft ihr einfach, dass ihr euch irgendwie mit Hand und Fuß verständigen könnt? Ein Kollege war jetzt vor kurzem auf einer Fortbildung „Medical English“, die wohl sehr gut, aber auch nicht billig war, da er sie selbst bezahlen musste. Von der Fortbildung mitgebracht hat er dieses Buch, was …

Negativerlebnisse sind böse

Nach drei Tagen Erste Hilfe-Training kann ich eines mal wieder bestätigen: Sich positive Erlebnisse zu merken und diese auch weiter zu geben ist vollkommen out. In diesen drei Tagen erzählten die Teilnehmer wirklich von recht vielen Erlebnissen und Einsätzen mit dem Rettungsdienst und soweit ich mich noch erinnere war keiner davon wirklich positiv. Immer ging es um Fehler der Leitstelle, die Nichteinhaltung der Hilfsfrist, das sehr späte Eintreffen der Rettungskräfte, die bei manchen Kollegen fehlende Ortskenntnis oder die Unhöflichkeit so mancher Kollegen. Ich habe mich zwar immer bemüht, das Geschehene zu erklären und auszubessern, soweit das möglich war, aber die Teilnehmer, die noch keinen Kontakt mit dem Rettungsdienst hatten denken vermutlich trotzdem, wir wären vollkommen inkompetent und jeder Einsatz würde so laufen. Dass es sich dabei aber immer um spezielle Einzelfälle handelt war für so manchen Teilnehmer schwer zu verstehen. Da es sich um Forstarbeiter handelte ging es meist um Einsätze im Wald, die Rettungskette Forst bzw Rettungspunkte. Dass dort manchmal die Hilfsfrist nicht eingehalten werden kann sollte allen klar sein. Auch wenn das nächstgelegene …