Erste Hilfe Offtopic

Medical english

Patienten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, stellen ja öfter mal ein Problem dar. Je nachdem, welcher Herkunft sie sind, wird die Verständigung wirklich schwierig. Mit etwas Glück sprechen sie zumindest ein paar Brocken Deutsch oder zumindest Englisch. Wobei ich dann auch auf mein Schulenglisch zurückgreifen muss, dass zum einen schon ein paar Jährchen her ist, zum anderen auch nicht wirklich auf medizinische Begriffe einging.

Leider findet man dieses Thema auch bisher nicht in der Standard-Fortbildung, auch wenn die neueren ERC-Guidelines zumindest für Leitstellendisponenten Englisch als Zweitsprache anstreben, um eben die Verständigung zu verbessern. Wenn man sich in dieser Hinsicht also fortbilden will ist Selbststudium angesagt. Daher meine Frage an Euch: Macht ihr das in irgendeiner Form? Lest ihr Bücher dazu, besucht ihr irgendwelche Fortbildungen? Oder hofft ihr einfach, dass ihr euch irgendwie mit Hand und Fuß verständigen könnt?

Ein Kollege war jetzt vor kurzem auf einer Fortbildung „Medical English“, die wohl sehr gut, aber auch nicht billig war, da er sie selbst bezahlen musste. Von der Fortbildung mitgebracht hat er dieses Buch, was auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck macht:

Professional English in Use: Medicine

Habt ihr also irgendwelche Tipps in der Hinsicht?

  1. Hallo!
    Ich würde es vielleicht grundsätzlich bei den Universitäten probieren. Die meisten Sprachkurse sind nach vorheriger Anmeldung/Absprache per Mail auch für Externe offen. Oft gibt es da eben auch Kurse wie Wirtschafts- und Medizinenglisch.
    LG, Nessa

  2. Genau nach sowas suche ich seit einer ganzen Weile. Wenn du noch mehr Ideen oder eine genauere Beschreibung des vorgestellten Buchs hast, wäre ich dir sehr dankbar.
    Auch wenn bei uns die größte nicht-deutschsprachige Patientengruppe wohl aus dem arabischen oder osteuropäischen Raum kommt…

  3. In der Regel ist es gut, die Fachsprache/Latein zu nutzen, da in Englisch und Französisch oft diese Begriffe gebraucht werden.
    Aber aus von dir genanntem Grund schreibe ich hier von Frankreich aus, da ich hier französisch lerne… 🙂

    • Naja, ich hab zwar auch das große Latinum, aber wirklich geholfen hat mir das in Patientengesprächen noch nicht 🙂

  4. Nur eine Anmerkung: Sprechen die Patienten denn das im Buch behandelte „Englisch für professionelle Mediziner“? Die sagen doch sicher eher weniger-professionelle Dinge wie: „Er hat schon den ganzen Morgen über gekotzt!“

    • Natürlich sprechen nicht alle Patienten professionelles Englisch. Aber so ganz grob sollte man ja schon wissen, wovon man da redet, wie vielleicht die einzelnen Organe heißen, wie die wichtigsten Krankheiten heißen, etc.
      Ich will da auch nicht mit Fachvokabular um mich schmeißen 😉

  5. Oder wenn man schon vorgebildet ist und Arztserien mag verbindet man das Schöne mit dem Nützlichen und schaut sie sich auf Englisch an, eventuell mit deutschen Untertiteln. Man kann sich ja die Staffeln z.B. in einer Videothek ausleihen, wenn man nicht auf diverse rechtlich eher graue Streamingangebote im Internet zurückgreifen will.,

  6. Bei unseren Sanitätseinsätzen haben wir immer ein kleine Mappe dabei, die neben dem Einsatzbefehl auch ein paar Infoblätter enthält. Neben so Sachen wie Vitalwerten von Erwachsenen und – viel interessanter – Kindern oder einer Karte mit nahgelegenen Krankenhäusern ist da auch ein DIN-A4-Blatt mit den allerwichtigsten englischen Begriffen drin, so dass man zumindest ein bescheidenes Grundvokabular griffbereit hat. Neben kurzen Sätzen wie „Ich bin Sanitäter von HiOrg XY und werde jetzt Ihren Blutdruck messen“ gibt es da auch die 30 häufigsten Symptome, von Atemnot bis Schwindel. Für die Unterhaltung mit dem nicht selten internationalen Publikum in Berlin hat das auch meistens gereicht. So was kann man sich ja auch als laminierte DIN-A6-Taschenkarte basteln (oder kaufen). Das Problem ist viel häufiger eine Stufe vorher, dass unseren Helfer die ganz allgemeinen Schulenglisch-Kenntnisse fehlen.

    @NK Hast recht. Beispielsweise die internationalen Partybesucher in Berlin haben selber oft nur einen beschränkten Wortschatz, so dass man z.B. bei der Frage nach Übelkeit und Erbrechen oft erst beim dritten Versuch verstanden wird: Nausea? Sick? Vomit? Throw up? Puke? *bäh*

    • Klingt gar nicht verkehrt mit dem Blatt. Aber das Problem mit den Schulenglisch-Kenntnissen hätten hier sicherlich auch so einige 🙂

  7. Übrigens! Es gibt Wikipedia nicht nur in Deutsch oder Englisch, sondern auch in „Simple English“ in der einfacheres Englisch benutzt wird – eben für Leute die die Sprache noch nicht so gut können!
    Vielleicht wäre das ja eine Option für das nebenbei-Lernen im Alltag. Einfach in der deutschen WP nachschlagen und dann in der Navigationsleiste auf die Simple-English-Version wechseln (sofern vorhanden).
    Z.B. http://simple.wikipedia.org/wiki/Common_cold

    Die Aussprache ist ja auch immer so ein Ding. Wenn man nicht weiß, wie’s gesprochen wird, hat man da oft Hemmungen (geht zumindest mir so).
    Dagegen gibt es Websites wie HowJSay http://www.howjsay.com/index.php?word=common%20cold&submit=Submit
    Aber auch Leo.org benutze ich oft, die haben hinter dem kleinen Lautsprechersymbol auch einen Player, der die Aussprache abspielt. http://dict.leo.org/?lp=ende&lang=de&agent=firefox-de&search=common%20cold

  8. Was bringt das Medical Englisch wo die meisten Patienten die nur gebrochen Deutsch können meist auch genau so gebrochen Englisch sprechen. Da der Patient das Medical Englisch zu 99,999999% auch nicht beherrscht bringt das m.M nach nicht wirklich was.

  9. Bei dict.leo.org kann man sich auch Hörbeispiele geben lassen.

  10. Sobald man über Grundkenntnisse hinaus ist, hilft zum Englisch lernen nur noch hören und sprechen. Englischsprachige Filme und Serien sind da tatsächlich sehr gut, allerdings auch unterschiedlich gut geeignet. Dr. House wirft mit einem Fachvokabular um sich, dass mich zumindest vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Serien wie Supernatural, NCIS oder Star Trek sind wesentlich leichter. Grey’s Anatomy oder Scrubs in Originalsprache habe ich bisher noch nicht versucht. Gerade vor dem Hintergrund, dass man das richtige Fachvokabular garnicht unbedingt braucht, um mit Patienten zu reden, ist Dr. House aber vielleicht auch das falsche Training.

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