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Meinungs-Mittwoch: Patientenübergabe

Nachdem wir gestern auf der Wache wieder mal diesbezüglich eine kleinere Diskussion hatten sei das Thema auch mal hier angesprochen: Die Problematik der Patientenübergabe in Krankenhäusern. Bevor wieder gemeckert wird sage ich es gleich vorweg: Natürlich gibt es auch genügend Beispiele für problemlose Übergaben, an denen es nichts auszusetzen gibt. Es gibt aber leider auch ausreichend schlechte.

Ich möchte mit den Schwestern / Pflegern / Ärzten in zentralen Patientenaufnahmen ehrlich gesagt auch nicht tauschen. Der Job ist sicherlich meist äusserst stressig und man weiß auch sicherlich oft genug nicht, wo einem der Kopf steht. Aber genau das sollte ja eigentlich auch der beste Grund sein, daran zu arbeiten.

Das fängt bei der Leitstelle schon an. Der Disponent sieht ja in der Regel, wie viele Fahrzeuge ein bestimmtes Haus anfahren. Da sollte dann auch schon im Vorfeld von der Leitstelle eingegriffen und die Fahrzeuge zu anderen Häusern geschickt werden, wenn es überhand nimmt. Es ist nur zu verständlich, dass die Aufnahmen überlastet sind, wenn neben dem normalen „Fußvolk“ auch noch gleichzeitig 5 RTWs, vielleicht auch noch mit Schockraum-Alarm, eintreffen. Die schlechte Laune dann aber am Rettungsdienstpersonal oder gar am Patienten auszulassen ist da sicherlich der falsche Weg.

Oft genug scheitert es aber auch einfach an den Formalitäten. Entweder findet sich kein Arzt, der den Transportschein unterschreibt oder je nach Haus kann der Schein auch erst gedruckt werden, wenn der Patient im System angemeldet ist, und das nicht über die ZPA, sondern die normale Anmeldung/Pforte. Das sind alles Dinge, die das Rettungsdienstpersonal unnötig im Krankenhaus festhalten. Gut, bei Wachen, die direkt am Krankenhaus angesiedelt sind, ist das kein Problem, da sie die Scheine zur Not auch noch später holen könnten. Aber die Außenwachen haben da wirklich das Nachsehen.

Passend dazu hat der Hauptstadtsani im Berliner Bundeswehrkrankenhaus etwas nettes gefunden: Ein Feedbackformular speziell für den Rettungsdienst, womit man den Ablauf der Übergabe kommentieren kann. Für Patienten gibt es ja solche Formulare in den meisten Krankenhäusern, für den Rettungsdienst war mir das aber neu. Vielleicht kann man solche Dinge ja auch in anderen Häusern aufgreifen und gemeinsam mit dem Rettungsdienst an Wegen arbeiten, diese Problematik zu entschärfen.

Wie seht Ihr das? Wie kann man diese Problematik weiter entschärfen?

 

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  2. Also bei uns im SanD ist das mit Trapos unproblematisch. Haben Formulare bei uns rumliegen die wir dann meißt auch unterschrieben kriegen wenn im Krankenhaus keine vorhanden sind. o.ä.

    • Nicht zu vergessen, dass wir auch 3 eigene Ärzte haben die das machen können. 😉

  3. Als Notarzt gibts da eigentlich keine Probleme mit den Übergaben. Außer ich werde nicht gleich als solcher erkannt. Trapos unterschreiben ist übrigens eine der wichtigsten Tätigkeiten eines Notfallmediziners.

  4. Ja das mit den Übergaben is so ne Sache. Also bei uns geht das alles relativ problemlos und alle sind freundlich und nett zueinander. Vielleicht liegt es aber auch daran wie stark die jeweilige ZPA frequentiert ist.

    Ich finde es aber auch nicht in Ordnung das wir dann durch banale Dinge im KH aufgehalten werden, gerade wenn wir mal eine UNI weiter weg anfahren. Der Feedbackbogen is ne tolle Sache den würde ich mal vorschlagen bei uns.

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    Zwar gibt’s bei uns diese Problematik eher selten, dennoch finde ich ein Feedback-Formular eine grandiose Idee!! Sowas sollte sich doch etablieren, denn wenn alle voll und ganz zufrieden sind, macht das Arbeiten einfach mehr Spaß! 😉

    Liebe Grüße vom Blogger-Kollegen

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