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Meinungs-Mittwoch: Eigenschutz

Da es momentan wieder durch die Medien geht, stelle ich das Thema einfach mal zur Diskussion: Gewalt bzw Aggressivität gegenüber dem Rettungsdienst. Da in manchen Regionen die Gewalt gegenüber dem Rettungsdienst immer weiter zunimmt, gehen manche Organisationen mittlerweile dazu über, ihr Personal mit besonderen Mitteln zu schützen. Wie man bei Rettungsdienst.de nachlesen kann, arbeiten die Kollegen des BRK in Nürnberg mittlerweile anscheinend mit Stichschutzwesten. In Zürich darf sich das Rettungsdienstpersonal mit Pfefferspray ausstatten und wird speziell in der Deeskalation geschult. Auch gibt es sicherlich den ein oder anderen, der sich privat mit dem Thema Selbstverteidigung beschäftigt.

Sicherlich muss man da zwischen größeren Städten und der „Landrettung“ unterscheiden. In meinen rund 7 Jahren eher ländlicher Rettung wurde es bisher erst ein Mal etwas brenzliger, was aber auch durch den raschen Zugriff der Polizei schnell geklärt wurde. Fortbildungen, Schulungen oder ähnliches in der Richtung gab es bisher leider nicht. Bei anderen mag das deutlich anders aussehen. Daher meine Frage an die mitlesenden Rettungsdienstler außerhalb „meiner“ gGmbH:

Was wird bei Euch in dieser Hinsicht unternommen? Gibt es spezielle Schulungen, Ausrüstung, etc?

Und ja, ich weiß, das heute schon Donnerstag ist. Aber gestern hab ich es irgendwie verbummelt 😉

 

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  2. Ann-Kathrin

    Huhu!

    Ich hab da gleich eine Frage dazu. Wenn Ihr angegriffen oder bedroht werdet, könntet Ihr Euch umdrehen und gehen, so ala „nö, darauf hab ich gar keinen Bock, das ist mir zu gefährlich?“, oder muss erst was passieren, bzw muss es erst richtig brenzlig werden, bis ich Euch zurückziehen dürft?

    Liebe Grüße

    Ann-Kathrin

    • Moin,
      also der Eigenschutz geht definitiv vor! Wenn es mir zu gefährlich ist, ziehe ich mich zurück, bevor ich da Gefahr laufe, irgendwie verletzt oder angegriffen zu werden.

      • Nightflow27

        … was auch – so sehe ich das – das einzig Vernünftige ist. Rückzug und warten, bis die Lage von der Polizei geklärt ist. Dafür ist sie schließlich da 😉

      • Ann-Kathrin

        Alles klar!
        Also nicht helfen um jeden Preis.
        Auch nicht, wenn das Blut sprudelt?

        Ist ja eigentlich „logisch“, aber es hätte ja sein können, dass es irgendein „Märtyrer-Gesetz“ gibt, das vorschreibt, lieber den Angreifer mit einem Blasrohr zu betäuben (Sorry, ich komme aus der Tiermedizin und habe ständig dieses Bild vor Augen *g*) als aufzugeben.

        Danke!

        • Das Blasrohr werde ich mal in der Firma zur Sprache bringen 😉
          Bis es aber eingeführt wird halte ich mich lieber zurück und achte auf meine eigene Sicherheit, auch wenn irgendwo Blut sprudelt.

  3. Bei uns wird, trotz verschiedener Vorfälle, auch mit ernsthaft verletzten Mitarbeitern, das Thema aktiv ausgeblendet.
    Vom Verband wird die Devise ausgegeben, dass Fortbildungen in Selbstverteidigung / Eigenschutz oder gar entsprechende Ausrüstung nicht zum Selbstbild der Hilfsorganisation passen…

    • Nightflow27

      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich dieses Verhalten seitens der Leitung für mehr als bedenklich halte. Die Übergriffe sind ja nunmal leider Fakt – Mitarbeiterschutz bedeutet mehr als euch Einweghandschuhe und nen Mundschutz mitzugeben. Und die Verantwortung auf die Mitarbeiter abzuwälzen, halte ich für nicht Ordnung. Schade, dass da so wenig passiert in Richtung Selbstverteidigung, Deeskalation etc.

  4. Bei uns[TM] wird bei Gewalteinsaetzen auf POL verwiesen. Wenn es auch nur im entferntesten nach Problem riecht sind wir (und der regulaere RD) angehalten auf POL zu warten.
    Stichwesten sind abgelehnt worden (bei dem Landes-RD) mit dem Hinweis man sei ja nicht in Afghanistan.

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