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Meinungs-Mittwoch: Verhalten bei Sosi

Da es ja zum letzten Artikel erfreulicherweise sehr viel Feedback gab, habe ich mich gefragt, ob ich solche Diskussionen nicht weiter führen bzw fördern soll, ähnlich Monsterdocs Diskussion am Wochenende. Dann allerdings mehr Richtung Rettungsdienst, Erste Hilfe, etc.

Und da wir ja schon beim Thema Sondersignal waren, aus aktuellem Anlass und weil man es nicht oft genug diskutieren kann: Wie verhalte ich mich, wenn sich ein oder auch mehrere Fahrzeuge mit Sondersignal nähern bzw wie schafft man es, der breiten Öffentlichkeit das korrekte Verhalten endlich näher zu bringen?

Ja, ich weiß, es ist eine Extremsituation und viele Menschen sind damit überfordert. Aber ein ganz kleines bisschen logisches Denken kann man doch noch erwarten, oder? Wenn ich mich z.B. auf einer langen Geraden von hinten mit Sondersignal einem Fahrschulfahrzeug nähere und dieses auf der Geraden durch mehrmaliges kurzes Bremsen schon andeutet, dass es mich gesehen hat: Wieso fährt man dann noch weiter bis in die nächste Kurve und hält dann dort an????? Wenn noch nicht mal Fahrschullehrer in der Lage sind, korrekt zu reagieren, wie sollen es dann ihre Schüler lernen?

Ich bringe das Thema zwar auch immer in meinen Erste Hilfe-Kursen zur Sprache, aber das ist ja auch quasi ein Tropfen auf den heißen Stein. Was macht ihr also, um den Leuten dieses Thema näher zu bringen bzw welche Ideen habt ihr, dies etwas publiker zu machen?

Bis dahin verweise ich nochmal auf meinen alten Beitrag zum korrekten Umgang mit Sondersignal.

Und wer Themenvorschläge für die nächsten Mittwoche hat kann mir diese auch gerne mitteilen 🙂

 

  1. Mein Fahrlehrer war zu diesem Thema gut vorbereitet.
    Dank ihm weiß ich wie ich mich verhalten muss, wenn ich an einer roten Ampel stehe und ein Fahrzeug mit Sondersignalen kommt von hinten.
    Oder im Stau (Gasse bilden und bestehen lassen) oder in Fahrt.

    Zu dem Fahrschülerproblem was du hier schilderst könnte ich mir vorstellen, dass der Fahrlehrer sowie -schüler beten dass das Fahrzeug mit Sondersignal noch abbiegt bevor es sie erreicht.

    Es kommt, wie auch in der normalen Schule, auf den Lehrer an 😉

    • Also mit Abbiegen war da leider nichts. Schnurgerade Landstraße, rechts Wald, links Wald und meines Wissens nach auch keine Waldwege 🙂

      • Naja, eventuell hat der Fahrlehrer ja gesagt, der Schüler soll rechts ran fahren, aber der Schüler hat es nicht (bzw. erst in der Kurve gemacht)?

        Wenn mir das in der Fahrschule passiert wäre, wäre ich vermutlich nicht sicher gewesen, ob ich jetzt bremsen soll und damit erstmal auf der Straße stehen oder ob ich mit viel Schwung rechts ranfahren soll (was ich mich nicht getraut hätte). Wenn der Fahrlehrer dann nicht selbst bremst und ins Steuer greift, sondern erstmal guckt was passiert, kann das schon ein paar Meter dauern, bis der Schüler (in der Kurve) zum Stehen kommt.

        Bei einer meiner ersten Fahrten ohne Fahrlehrer hab ich in so einer Situation erstmal abgewürgt, was den NEF- Fahrer auch nicht gefreut haben wird.Bei der zweiten derartigen Situation währe ich sehr gerne ran gefahren, allerdings war direkt neben mir ein Radfahrer, der da auch nicht wegkam, weil sowohl mein Vordermann wie auch mein Hintermann bereits rechts rangefahren waren.

        Was hilft (gesehen bei einem Feuerwehr- LKW gegen einen Falschparker): Einfach trotzdem durchfahren. Der Feuerwehr- LKW war stärker. Die Polizei fragte den Fahrer dann, ob er den jetzt einen neuen Außenspiegel, ein Knöllchen und ein paar Punkte will oder doch lieber den Spiegel selber zahlen. Er wählte den Spiegel.

  2. Ich (Fußgängerin bzw. Radfahrerin) bleibe stehen und warte, bis das Rettungsfahrzeug im Schneckentempo über die (leere) Kreuzung gekrochen ist. Sorry für den sarkastischen Ton, ist mir in den letzten 7 Tagen tatsächlich in Bad Nauheim und Darmstadt passiert, mit Wagen von zwei verschiedenen HiOrgs. In Bad Nauheim hab ich mich gefragt, ob ich angesichts der zwischenzeitlich grün gewordenen Fußgängerampel vor den Wagen springen soll. Außer mir war nur noch ein anderer Fußgänger in der Nähe der Kreuzung.
    Ja, nicht ganz ontopic, aber es beschäftigt mich gerade. 😉

    • Man soll sich ja als Rettungsmittel auch mit Schrittgeschwindigkeit in die Kreuzung hinein tasten. Eben falls andere Verkehrsteilnehmer nicht aufpassen oder Fußgänger aus Langeweile auf die Straße springen 😉

      • Ja, danke für die Aufklärung, Schrittgeschwindigkeit traf es auch (und ich bilde mir ein, das auch schon anders beobachtet zu haben, also vielleicht mit einer Toleranz zwischen 10 und 20 km/h).

  3. Nightflow27

    Hihi, das einzige, was wirklich effektiv zum besseren Verständnis beitragen würde, wäre, die Leute selbst mal mit dem entsprechenden Strtessfaktor der zeitlichen Dringlichkeit hinters Steuer eines heulenden und blinkenden Einsatzfahrzeugs zu setzen und mit entsprechender Geschwindigkeit fahren zu lassen 😉 Ich wette, sie wüssten danach, was sie tun sollen. Dabei fällt mir ein, da das ja nicht praktisch umsetzbar ist: so ein Fahrsimulator beim Tag der offenen Tür oder so, das wäre doch was. Und dann schöööön viele Negativ-Beispiele in der Grafik: Vollbremsungen, vor dem Einsatzfahrzeug noch mal eben schnell über die Kreuzung quer drüber, weil man ja „grün“ hat oder noch mal eben den Fahrstreifen wechseln etc.pp.
    Lernen durch Fehler anderer 😉
    Ansonsten hilft nur reden, reden, reden… Und hier so schöne Beiträge schreiben, meiner Meinung nach.

    Liebe Grüße 😀

  4. Jardinera

    Muss ich denn wirklich immer anhalten, wenn auf einer leeren Straße ohne Gegenverkehr ein Blaulicht von hinten kommt und mich eigentlich problemlos überholen kann?
    Und muss ich wohlmöglich sogar anhalten, wenn mir ein Blaulicht entgegen kommt und in seiner Richtung freie Fahrt hat?
    (Wenn ich hier schon mal die Möglichkeit habe doof zu fragen…)

    • Auf gerader, gut einsehbarer Strecke und freier Gegenfahrbahn muss man natürlich nicht unbedingt anhalten. Aber man muss auch nicht mit Höchstgeschwindigkeit weiter fahren, sondern kann ruhig mal langsamer werden, möglichst weit rechts fahren und auch vorausschauend das Rettungsmittel dort überholen lassen, wo es eben geht. In Kurven seh ich eben nicht, ob Gegenverkehr kommt.
      Und wenn dir ein Rettungsmittel entgegen kommt, aber freie Fahrt hat, musst Du natürlich nicht anhalten.

      • Nightflow27

        Und wenn ich das richtig erinnere, wäre ein Blinken nach rechts ganz hübsch, um zu signalisieren „Ich hab dich gesehen und mach dir Platz.“ Erklärt sich zwar durch das Rechts-ran-Fahren, nur würde ich das so machen, allein um klarzustellen, dass das jetzt kein Versehen von mir ist, sondern bewusst und zielgerichtet 😉

  5. Begebenheit 1:
    Zweispuring, aber kaum Ausweichmöglichkeit. Vor mir einer, hinter mir einer. Vordermann bewegt sich nicht. Was tun? Im Endeffekt bin ich ins Straßenbahnbett gefahren, weil es dort (bzw erst ein paar cm weiter vorn, wie mir ein Schlag auf den Unterboden mitteilte) betoniert war, auch wenn man über eine Kante musste.
    Wenn der Typ vor einem nicht rafft, dass nicht nur er, sondern auch ich aus dem Weg muss, wird es haarig. Besonders, wenn derjenige es erst spät tut, sodass man schon selber Plan B angeleiert hat. Solche Sachen sind einfach totaler Stress, weil’s ja auch schnell gehen soll.

    Ich schätze das beste, wenn ranfahren nicht möglich ist, wäre wohl, zu warten, bis der Vordermann frei gemacht hat, um dann selbst vor dem RTW durch die Lücke zu fahren. Aber auf diese unkonventionelle Lösung kam ich damals nicht.

    Begebenheit 2:
    Mehrspurige Ampelkreuzung. Ich steh vorn, hinter mir noch einer. Hinter mir kündigt sich in Entfernung ein fettes Löschfahrzeug an. Solche Situationen sind ja immer ganz angenehm: Das Löschfahrzeug ordnet sich zielgerichtet in die am dünnsten besetzte Spur (meine) ein. Ich sehe das, fahre bei Rot in die Kreuzung und stelle mich vor meine Nachbarspur.
    Alles prima. Mein neuer Hintermann gab mir später ein Signal, als Grün wurde.

    Wobei bei mir die positiven Erfahrungen überwiegen. Von der Idee her ist es ja auch narrensicher: Charakteristisches Geräusch macht einen aufmerksam. Man schaut rum. Man weicht aus. Klappt gut, außer halt wenn man nicht ausweichen *kann*.

    • > Zweispuring, aber kaum Ausweichmöglichkeit. Vor mir einer, hinter mir einer. Vordermann bewegt sich nicht. Was tun?
      Nix. Abwarten. Eventuell kurz hupen, um den Vordermann auf die Problematik hinzuweisen, falls er nix kapiert hat.
      Man sollte halt immer auch besonnen bleiben.
      Eine mögliche Lösung hast du ja selber schon ausgemacht. Unkonventionell würde ich die allerdings nicht nennen. Eher sinnvoll und besonnen.
      Ich muss allerdings zugeben, dass es ein recht unangenehmes Gefühl ist Platz machen zu wollen und nicht zu können. Solange der vor dir allerdings keinen Platz macht, kommt der Rettungswagen eh nicht durch. Also kannst du auch warten, wenn du keine sinnvollere Alternative hast.

  6. - RA - rität

    Mir stellt sich nur grade die Frage wer für einen Schaden aufkommt wenn ich versuche einem Rettungsfahrzeug auszuweichen??
    So ist es mir ergangen als ich einem RTW ausweichen musste und mir an einem etwas höheren Bordstein die Felge verbeult habe.

    • Du selbst. Du sollst, wenn möglich, Platz machen. Was möglich ist, entscheidest zum Teil du. Niemand kann dich zwingen dein Auto zu beschädigen, um einem Rettungsfahrzeug Platz zu machen. Also wird dich auch niemand für den Schaden entschädigen.
      Natürlich sollte es in solchen Situation zügig gehen. Aber trotzdem sollte man ruhig bleiben und die möglichen Handlungsoptionen abwägen.

  7. Naschbaerin

    Wir hatten mal folgende Situation:
    zweispurig auf beiden Seiten, rechts Blumenbeet, daneben Fussgängerweg, in der Mitte als Spurteiler eine kleine Hecke. Auf unserer Strecke – voll besetzt – kamen Notarzt und RTW, eigentlich keine wirkliche Ausweichmöglichkeit, aber dann fing der erste an, in die Botanik zu fahren und alle machten es ihm nach. Es sah sehr komisch aus, die Hecke war danach weg und die Blümchen sowieso, aber hauptsache, Arzt kommt durch…

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