Zum Grübeln

Sosi-Spielereien

Da dieses Thema in den letzten Tagen mehrfach diskutiert wurde, unter anderem beim Bloggertreffen mit Bloggaspritze und Special Agent Gibbs und ich es in den letzten Tagen auch mehrfach „live“ gehört habe, will ich dieses Thema mal hier zur Diskussion stellen.

Offiziell ist es ja letztlich so, dass uns im Notfalleinsatz Sonder– und Wegerechte zustehen, die uns eben bestimmte Rechte im Straßenverkehr einräumen. Freie Bahn müssen aber andere Verkehrsteilnehmer z.B. nur schaffen, wenn das komplette Sondersignal läuft, sprich Blaulicht und Horn. Nun gibt es ja Kollegen, die gerade das Horn nur an Kreuzungen laufen lassen oder auch mal gerne innerorts ganz ohne Signal unterwegs sind, da es ja „nicht weit“ ist und es „auf so kurzer Strecke ja eh nichts bringt“ oder um kein Aufsehen zu erregen.

Wie seht Ihr das? Wie wird das Thema Sondersignal von Euch gehandhabt? Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Kommentare!

 

  1. Ich halte es da so wie ich es auf dem Maschinisten-Lehrgang gelernt habe:

    – Blaulicht: Sonderrechte
    – Martinhorn: Wegerecht

    Ergo wenn es meine Fahrt erfordert, dass irgendjemand mit seinen Rechten zurücksteckt werde ich wohl Wegerecht brauchen. Somit an jeder Kreuzung, brauche ich Wegerecht, da mir sonst potentiell jemand in den Wagen fährt.

    Immer wenn jemand Platz machen soll brauche ich Wegerecht und muss daher auch mit vollem SoSi fahren.

    Was ich allerdings nicht brauche: Nachts um 2:30 über eine leere Umgehungsstraße und durch eine Ortschaft wo sich weit und breit wirklich nichts mehr rührt, auf den nächsten 2km keine Einmündungen o.Ä. kommen mit vollem SoSi die komplette Fahrt über allen mitzuteilen, dass ich gerade einen Einsatz habe und wichtig bin.

    Da reicht für die Geschwindigkeitsübertretung durchaus auch das Blaulicht. Sobald wieder Kreuzungen o.Ä. in Sicht kommen finde ich das volle SoSi wieder gerechtfertigt, da es da durchaus zu einer Vorfahrtsnahme kommen kann.

    (Ich weiß allerdings auch, dass ich mit der Ansicht sehr auf verlorenem Posten stehe wenn ich bei einem Einsatz nachts um 2:30 bei einem Einsatz mit 6 Fahrzeugen 4 davon schon auf der kompletten Anfahrt hören kann…)

    • Genau so ist es und wird auch von den meisten so gehandhabt.

      An Kreuzungen oder wenn es wirklich darauf ankommt und der Verkehr es nicht anders zulässt, sollte man das Sondersignal schon auch nutzen.

      Nachts um 3 Uhr oder bei eh schon verlassener Straße braucht das kein Mensch, da reicht auch das Blaulicht. Eben so, wie mans gelernt hat.

    • delfinstern

      Ich habe dem nicht viel hinzuzufügen. Da ich „normaler“ Verkehrsteilnehmer bin, kann ich auch nicht viel zu sagen. Ich mache allerdings nur Platz, wenn ich wirklich was höre und nicht nur blaue Lichter sehe. Bevor hier jetzt wieder gemecker kommt, auch nachts um 2 fahr ich deshalb nicht gleich rechts ran. da sind zumindest hier die Straßen eh alle frei, da kann er auch überholen, wenn er denn will.

    • Johannes

      stimme euch da völlig zu, nachts bei freier Fahrbahn wär’s Blödsinn das Horn laufen zu lassen, sobalds aber unübersichtlich oder gefährlich werden könnte sollte man’s dann auch wirklich einschalten.

    • Mit dem nächtlichen Horn stimme ich zu. Man muss die Anwohner/Tiere/was auch immer ja nicht unnötig wecken oder erschrecken, wenn alles frei ist. Wenn mich aber jemand reizt oder schikaniert kenne ich nichts, dann geht das Horn eben auch mal nachts an 😉

  2. Ich habe zwar die notwendigen Scheine, um mit Sosi fahren zu dürfen, aber hatte bisher noch keine Gelegenheit dazu (bin beim THW, wir haben halt weniger Einsätze, wo Sosi gerechtfertigt ist).

    Mangels praktischer Erfahrung hier, wie ich’s wohl halten würde:

    Tagsüber hätte ich wohl ich ehrlicherweise genug damit zu tun, auf den übrigen Verkehr zu achten. Da brauch ich nicht auch noch immer wieder den Knopp suchen um die Tröte an und aus zu machen, also bleibt sie an.

    Wie Knut schrieb muss ich aber nicht nachts auf gerader, leerer Strecke ohne Kreuzung weit und breit das Horn anhaben. Da reicht das Blaulicht.

  3. Als Zivilist (Taxifahrer):

    Für mich spielt es keine Rolle ob mit Martinshorn oder ohne…
    Wenn ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht von hinten kommt, mache ich Platz, egal ob Rotblitzer, freie Fahrbahn oder meckernde Mutter auf dem Beifahrersitz.

    Jedoch nur mit Mitteln, die niemanden Gefährden, also vorsichtig in die Kreuzung reinfahren; dem Einsatzfahrzeug signalisieren dass ich Platz machen will.

  4. Ohne gehts oft schneller, besonders in kleinen Orten

  5. Nightflow27

    Du hast das mit den SoSi-Rechten richtig erklärt: Bahn frei, wenn das Horn zusätzlich eingeschaltet ist.
    Ich selbst bin als Städterin mehr als dankbar, wenn mitten in der Nacht nicht ständig das Kajaule zu hören ist, wenn mal wieder irgendwo was los ist.
    Ich selbst habs aber noch nicht gehabt, dass ich als Autofahrerin nen RTW (oder Ähnliches) hinter mir an der Ampel stehen hatte, geduldig wartend und nur die Fackel an. Wenn die fackeln, dann hornen sie auch 😉 Und dann kriegen sie auch unproblematisch Platz gemacht.
    Aus rein rechtlicher Sicht: wer als Verkehrsteilnehmer Platz macht, ohne dass das Einsatzfahrzeug signalisiert, dass er Platz zu machen hat, kann er auch der Gearschte sein – rote Ampel überfahren o.Ä., ohne dass er das sollte. Wird hoffentlich nie was bei passieren und nie jemand was Negatives zu sagen, weil Einsatzkräft ja grundsätzlich froh sind, wenn überhaupt jemand sich irgendwie verhält beim Erblicken blauen Lichts… 😉 Aber geschickt ist das nicht, wenn man bedenkt, dass dann auch was passieren kann – und man letztlich nicht Platz machen sollte.

    Grüßle,
    Nightflow

    • Ich wurde schon diverse male in solch Fällen (Blaulicht aktiv, Martinshorn nicht; Krezung geräumt) von Rotblitzern „erwischt“, bisher hab ich nur einmal einen Anhörungsbogen zugeschickt bekommen.

      Nachdem ich dort notiert habe, dass ich einem BOS-Fahrzeug den Weg freigemacht habe und mich auf die „Folgefotos“ (Rotblitzer machen eine Reihe von Fotos) berufen habe, wurden die Verfahren immer wieder eingestellt.

      • Nightflow27

        Aahaaaa, das ist ja mal ein Erfahrungswert – danke!! Dann weiß ich Bescheid, wie sowas gehandhabt wird 😉

    • Was mir spontan zu „Blaulicht ohne Horn“ einfällt: Bei meiner Hilfsorganisation reisen wir gelegentlich als sog. geschlossener Verband (§27 StVO) zu etwas größeren Sanitätswachdiensten an. Das sind dann drei, vier oder mehr Fahrzeuge, deren Eigenschaft als Verband durch Blaulicht gekennzeichnet wird (§ 38 Absatz 2 StVO). Selbstverständlich ohne Horn, wir haben dann ja weder Sonder- noch Wegerechte. Trotzdem machen uns immer wieder Verkehrsteilnehmer ungefragt Platz oder behindern uns umgekehrt, indem sie sich in den Verband hineinquetschen, weil kaum noch jemand diese Verbandsregelung kennt. Wer sich da nun in Verkennung der Umstände von uns über ein rote Ampel scheuchen lässt, um uns ungefragt Wegerechte einzuräumen, der hat halt Pech gehabt…

  6. Ich sehe das genauso. Ohne Blaulicht zu fahren, obwohl die Leitstelle es angeordnet (bzw. erlaubt) hat, geht gar nicht.
    Also mindestens Blaulicht.
    An Einmündungen z.B. in vorfahrtberechtigte Straßen immer mit Horn, ebenso an Kreuzungen und im Stadtverkehr bei entsprechendem Verkehrsaufkommen, Fußgängern etc.
    Das läuft im Endeffekt darauf hinaus, dass man tagsüber im Stadtverkehr mit fast dauerhaft laufendem Horn fährt, aber dennoch: grundsätzlich immer das Horn laufen zu lassen, halte ich nach wie vor für übertrieben. Vor allem, wenn man generell einen eher vorsichtigen Fahrstil pflegt und nicht mit Tempo 90 durch die Ortschaften brettert.

    • Da kann ich dir so nicht zustimmen. Zumindest für meinen Bereich (Feuerwehr) gibt es dazu durchaus Gründe. Nehmen wir eine Ölspur: Polizei vor Ort, ein Fahrzeug mit einigen Kameraden zur Absicherung mit Alarm ausgerückt. Anfahrtszeit mit Alarm: ~3 Minuten, ohne Alarm: ~4 Minuten (Eine Ampel, die Potentiell rot ist).

      Leitstelle hat nicht verboten mit SoSi zu fahren, trotzdem habe ich mich in Abstimmung mit dem Gruppenführer für ein Ausrücken ohne SoSi entschieden. Warum? Ganz einfach: Es war keine Prioritätsfahrt nötig. Wir sind mit dem fließenden Verkehr, der von der Polizei an der Einsatzstelle vorbeigeleitet wurde angekommen und ich habe dann das Fahrzeug mit Blaulicht abgesichert. Aber wozu sollte ich da noch für Verwirrung und evtl. Unfälle bei den Autofahrern sorgen?

      Ich sehe es wo ich inzwischen hier in Hamburg wohne andauernd: Bundesstraße auf 4 Spuren ausgebaut, 2 Spuren in eine Richtung durch Berufsverkehr komplett verstopft. Der RTW zieht auf eine der Gegenfahrspuren, die bis auf 2 Autos leer ist. Die beiden machen Platz, somit ist die Spur leer. Trotzdem fangen die Leute auf den vollen Spuren an sich irgendwie zusammenzuschieben und völlig unnötig Platz zu machen. Natürlich muss der RTW in dem Fall mit vollem SoSi fahren aber daran sieht man wie sich der gemeine Autofahrer in die totale Verwirrung stürzt, sobald er irgendwo Blaulicht sieht.

      Daher meine Meinung: Wenn es nicht notwendig ist – auch wenn es erlaubt wurde – kann man die SoSi durchaus weg lassen. Wenn es natürlich eine Begründung dafür gibt: Alles an. Und vor allem in der Stadt bei hohem Verkehrsaufkommen gibt es meiner Meinung nach 2 Varianten: Man muss schnell ans Ziel und da durch = Volle Alarmfahrt, es macht keinen Unterschied ob man 20 Minuten später ankommt: Dann kann der Alarm auch ganz aus bleiben. Wenn der Verkehr dann irgendwo hängt und man sieht, dass es doch nötig wird kann man immer noch zu einer Alarmfahrt über gehen. Schließlich ist die Entscheidung vom Beginn der Fahrt nicht für Ewig getroffen. Die Schalter lassen sich auch später noch bedienen.

      • Nightflow27

        Also bleibt zusammenfassend ein „kommt drauf an“ als Ergebnis 😉 Ich denke auch, dass es eben je nach Einsatzanlass bzw. Verkehrssituation unterschiedlich zu bewerten ist. Die Problematik Leitstelle – Fahrer vor Ort ist das nächste Diskussionsthema. Wie will die Leitstelle wissen, welcher Verkehr vorherrscht?! Dass sie die Priorität auf dem Bildschirm sieht und für oder gegen SoSi entscheidet, ist klar. Aber bei „Beeilt euch, macht schnell, aber ohne SoSi“ ist bei dickem Stadtverkehr nix zu machen. Wie siehts denn die Feuerwehr – wer entscheidet: du oder die Leitstelle? Die bisherigen Meinungen, die ich diesbezüglich gehört habe, gehen sehr weit auseinander.

        Liebe Grüße,
        Nightflow

        • Naja ich kenns aus meiner Erfahrung so, dass die Leitstelle sich da weitestgehend raushält und die Beurteilung den Kameraden vor Ort überlässt…

          Wir hatten schon den Fall, dass die Leitstelle unverständlicherweise – auch auf mehrfache Nachfrage – immer noch eine SoSi-Fahrt angeordnet hat. Gut dann sind wir halt die ~40km mit Vollalarm durch die Landschaft gegurkt…

          Den Fall, dass die Leitstelle SoSi verboten hat habe ich als Fahrer selber noch nicht gehabt, allerdings schon mitbekommen. Da war allerdings der Grund, dass die Kameraden vor Ort die Leitstelle informiert haben, dass die nachrückenden Fahrzeuge zwar weiter anfahren sollen, allerdings ohne SoSi.

    • Die LST kann das nicht „anordnen“, nur der Fahrer selbst entscheidet ob er wegen der Verkehrslage mit Sonderrechten fährt oder ohne………

      • Nightflow27

        Daran scheiden sich ja die Geister – anordnen, mit SoSi zu fahren, kann sie nicht, aber verbieten schon. So hatte ich das verstanden, aber immerhin gibts ja öfter mal zu hören, dass „SoSi freigegeben“ ist – anhand dieses Satzes entzündeten sich die Streits 😉

      • Naja, aber die Leitstelle entscheidet ja schon mal grundsätzlich, ob es ein Notfalleinsatz ist oder nicht und teilt einem das sowohl bei der Alarmierung als auch durch entsprechende Angaben im FMS-Text mit.

        Und wenn man sich dann auf eigene Verantwortung entscheidet, mit Sonderrechten zu fahren, sollte man das der Leitstelle auch mitteilen. Denn wenn man dann geblitzt wird und es weder auf dem Foto erkennbar noch auf der Leitstelle vermerkt ist darf man das dann auch je nach Arbeitgeber selbst bezahlen 😉

        • glaubst du etwa die LST notiert das wenn du sagst: Wir fahren mit Sonderrechten??????

          links rein , rechts raus und nach 3 Sec. vergessen…..

          • Jeder Funkverkehr, der über die LST (egal ob FW, RD oder Pol) geht wird aufgezeichnet. Somit: Mit rein, raus weg is nich…

          • Sicherlich wird das protokolliert, sonst müsste man ja nicht die SOSI-Fahrt von der E-Stelle ins KHS ankündigen und der RLS bescheid geben, dass mit Sondersignal gefahren wird. Je nach Programm ist das nur ein Häkchen, das gesetzt wird.

        • Nightflow27

          Stimmt, eintragen lassen 😉

  7. Bei (FF in einer Großstadt mit BF (Alarmierung über die Leitstelle BF)) uns wird, wenn kein Sondersignal erforderlich ist, das auch bei der Alarmmeldung durchgegeben. Ansonsten gilt: Sondersignal an.
    (Beispiele für eine Meldung ohne SoSi: Baum in Buskehre, Öllache auf einem Bauernhof)

    Die Handhabe des Horns ist dem Fahrer dann überlassen, die meisten schalten das Horn nur an potentiell gefährlichen Stellen zu. Bei der Ausfahrt aus dem Gerätehaus aber auf jeden Fall, die Einmündung ist für ortsunkundige Autofahrer nicht zu erahnen. Außerdem ist das als Sicherheit für die mit dem Privatwagen nachrückenden Kräfte, diese müssen leider die Ausfahrt der Wache kreuzen.

  8. und,….
    um so jünger der Fahrer um so eher wird mit Sonderrechten gefahren*******

    • Bullshit! Zumindest bei uns (Rettungdienst) ist das so, dass die Leitstelle uns ein Einsatzstichwort plus eine Sonderrechtsergänzung übermittelt. NA heißt mit Notarzt – wird mit SR gefahren, ALARM ebenfalls. Wenn auf der Meldung NORMAL steht wird ohne SR gefahren – und da kann der Fahrer auch nicht einfach in nem Stau eigenmächtig entscheiden ob er Blaulicht anschaltet oder nicht (und diese Regelung gilt ganz unabhängig vom Alter des Fahrers). Wenn die Leitstelle empfindet, dass der Einsatz nicht so dringend ist, dass eine zusätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs begründet ist, wird eben normal gefahren und gut ist. Wenn der Fahrer anderer Meinung ist hält er eben kurz Rücksprache mit der LST.
      Zu den Alarmfahrten selber: Blaulicht ist natürlich IMMER bei Alarmfahrten an. Meistens (außer auf leeren Straßen) auch noch das E-Horn. Wenn auf Kreuzungen zugefahren wird oder eine rote Ampel überfahren werden muss wird auf Martinshorn umgeschaltet.

    • naja naja 😉
      Diese Aussage ist die übliche Polemik.
      Natürlich stimmt es teilweise schon sehr. Dafür gibts zwei Gründe:

      1. die die du meinst: Blaulicht geile Wichtigtuer die grade ihre ersten Einsätze fahren. Sei es Feuerwehr oder Rettungsdienst.

      2. und da ging es mir nicht anders: Diejenigen die auf ihren ersten Fahrten anderes zu tun/lernen haben als am Hornböbel rumzuspielen.
      Lieber fahren die auch Nachts komplett mit SoSi und konzentrieren sich dabei auf die Fahrt anstatt ständig den Schalter rum zu klicken „weil ja eh nix los ist“ und plötzlich kommt dann doch mal was aus der Einfahrt.

      Ich persönlich bin jetzt doch schon 2 Jahre dabei, denke also dass ich auf den paar Hundert Einsätzen schon gut Erfahrung sammeln konnte.

      Ich halte es wie die meisten hier. Einfach der Situation und dem Verkehr angepasst.

      Wobei ich auch ganz ehrlich sein muss, dass ich manchmal in sehr unübersichtlichen, kleinen Straßen auch mit Sonder fahre obwohl kein Auto weit und breit ist.
      Einfach weil ich „versteckten“ Verkehrsteilnehmern oder Personen damit anzeigen will: Bitte nicht einfach aus ihrer Einfahrt rausschießen.

      Die Frage die mich aber wesentlich mehr interessieren würde ist, wie ihr es mit der Stadt/Land Umschaltung haltet (falls vorhanden).

    • … und um so halsbrecherischer und teils ohne jeden Verstand 😉

  9. Wenn ich im Straßenverkehr unterwegs bin und sehe einen Wagen mit Blaulicht macht es für mich kaum einen Unterschied ob nebenbei noch das Martinshorn läuft oder nicht.
    Mit Martinshorn bemerke ich allerdings den von hinten sich nähernden Teilnehmer und komme so schneller dazu Platz zu machen – was bislang immer gut geklappt hat 😉

    Allerdings konnte ich schon einige Male beobachten dürfen, wie z.B. Polizeistreifen die vor mir an der roten Ampel in der ersten Reihe standen einfach Blaulicht und Martinshorn angemacht haben und über die Kreuzung gefahren sind. Unmittelbar hinter der Kreuzung wurde das Blaulicht und das Martinshorn natürlich wieder ausgeschaltet…
    Trotzdem … ich mache Platz wenn jemand mit zuvor genannten sich nähert.

    • Die häufigste Begründung, warum das von der Pol oftmals so gemacht wird, die ich bisher zu hören bekam war diese:

      Polizeifahrzeuge sind oftmals auf dem Weg zu einem noch laufenden Verbrechen (z.B. ein Bankraub). Ein mit Vollalarm anfahrendes Fahrzeug würde dabei allerdings die Täter waren und ihnen Zeit geben zu verschwinden. So wird nur an gefährdeten Stellen (Kreuzungen) SoSi genutzt und der Rest ohne angefahren.

      Was man von dieser Begründung hält sei dem einzelnen überlassen… 😉

      • Achso! Dann haben die beim letzten Mal, das ich miterlebt habe, wohl Köder für die ‚Verbrecher‘ bei McDonalds holen.

  10. torschtl

    also ich bin auf dem wissensstand, dass sonderrechte keines blaulichtes bedürfen. ich kann mich auch ohne laufendes blaulicht mit dem rtw in das absolute halteverbot stellen ohne etwas befürchten zu müssen, sofern ich es anderweitig begründen kann (einsatz xy in hausnummer yx)

    • Hmm in der Tat sagt der §35 StVO nichts über die Verwendung von Blaulicht aus… Und §38 StVO wiederum nichts über Sonderrechte…

      Somit müsste ein RTW tatsächlich auch ohne Blaulicht in einem Halteverbot stehen dürfen wenn es entsprechend begründbar ist…

      Allerdings würde ich als Fahrer des entsprechenden Fahrzeugs alleine schon „zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen“ Blaulicht nutzen… Erspart auch die Diskussion wenn denn wirklich irgendwer auf die Gedanken kommt er müsse da „Stunk“ machen…

      Alleine wenn ich mir anschaue, dass ein Kamerad (Maschinist eines TLF im Einsatz) von einem Anwohner angepöbelt wird, weil eine Garage zugeparkt ist, während ein paar Meter weiter ein Gebäude brennt… Was passiert dann erst wenn der RTW die Garagenausfahrt blockiert und kein Blaulicht nutzt? Fährt der Anwohner den RTW dann persönlich weg?

  11. Ich bin ja nur Zivilist. Ich kenne es auch so, dass Blaulicht häufig an ist, aber das Horn nur dazu kommt, wenn viel Verkehr ist, es an der Kreuzung stockt, oder was auch immer. Um sich halt Platz zu machen.

    Soviel zum Thema. Das allerbeste was ich bisher sah was (leider) ein offensichtlicher Missbrauch des SoSi (war nur Blaulicht). RTW fährt auf den Gehweg und die Persönchen steigen in aller Ruhe aus und gehen zum McDonald und kommen mit Futter wieder raus….

    naja…. es gibt sie halt immer, die leute die sowas machen…

    • Negativbeispiele wird es sicherlich immer geben. Aber das ist zum Glück bzw hoffentlich nicht die Regel 😉

  12. Ich als Großstädter begrüße es auch sehr, wenn das Martinshorn nur zugeschaltet wird, wenn es nötig ist. Diese Einschätzung bleibt natürlich dem Fahrer überlassen.
    Platz mache ich eigentlich grundsätzlich auch ohne Martinshorn (nur Blaulicht). Es sei denn, ich erkenne eine Kolonne. Da kommt es ja dann zur angesprochenen Doppeldeutigkeit.
    „Platz machen“ ist dabei natürlich stark abhängig von der Situation. Neulich z.B. wäre ich bei 2 belegten Spuren, links davon ein begrünter Mittelstreifen und rechts eine freie Busspur, lieber einfach auf meiner Spur geblieben und wäre als Fahrer des Einsatzfahrzeugs über die Busspur gefahren. Leider sind ein paar Fahrer vor mir auf die Busspur ausgewichen, sodass ich mich angeschlossen habe. Im Ergebnis wurde es ein ziemliches Kuddelmuddel, weil einige Fahrzeugführer wiederum nicht reagiert haben…
    Was anderes:
    Wenn bei 2 Spuren in eine Richtung die linke Spur frei ist, würde ich auf der rechten Spur bleiben und das deutlich durch Blinken anzeigen. Was haltet ihr eigentlich davon? Dadurch will ich dem Fahrer des Einsatzfahrzeugs klarmachen, dass ich ihn gesehen habe und die linke Spur freihalten werde.
    Verringerung der Geschwindigkeit ist dazu häufig nicht notwendig.

    • Was die Busspur bzw die freien Fahrspuren bei zweispurigen Straßen angeht: Da denken dann viele nur an die so oft eingetrichterte Rettungsgasse. Hatte ich auch letztens. Zweispurige Autobahn, nahezu freie linke Spur, die ich mit Sosi problemlos befahren konnte und dann quetscht sich ein einzelnes Auto an die linke Leitplanke, anstatt auch wie alle anderen auf die rechte Spur zu wechseln, weil man ja eine Gasse bilden muss. Hat dann netterweise auch noch fast angehalten, was meine Bremsen etwas strapaziert hat :-/

  13. § 35 Sonderrechte
    (5a) Fahrzeuge des Rettungsdiensts sind von den Vorschriften dieser Verordnung befreit, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden.

    § 38 Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht

    (1) Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten.
    Es ordnet an:
    „Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen“.
    (2) Blaues Blinklicht allein darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet werden.
    (Auszüge aus der StVO)

    Die RLS ordnet nicht an, sie empfiehlt die Fahrt mit Sondersignalen um schwere gesundheitliche Schäden vom Patienten abzuwenden. Die Disponenten nehmen den Notruf entgegen und entscheiden anhand ihres Indikationskataloges, ob eine Fahrt mit SoSi empfehlenswert ist. Im Normalfall entscheidet sich der Führer des Rettungsmittels für die Empfehlung der RLS.

    Die Frage, die sich mir stellt: Was passiert, wenn man sich dieser Empfehlung widersetzt?
    Beispiel: Schlechter Patientenzustand ist gemeldet, RLS empfiehlt SoSi und das RM fährt ohne an? Nun wird der Patient reanimationspflichtig und verstirbt im schlimmsten Fall. Was passiert dann? Wie kann das RM rechtfertigen, ohne Sondersignale gefahren zu sein?

    • Googlefisch

      Gar nicht.
      Der Fahrer des Sonderrechts-Fahrzeuges ist für die Inanspruchnahme (oder eben nicht) der Sondersignale verantwortlich und muss sich vor Inanspruchnahme davon überzeugen, dass die rechtlichen Voraussetzungen (höchste Eile und Rettung von Menschenleben bzw. hoheitliche Aufgaben) vorliegen. Im Falle des Einsatzauftrages durch die Leitstelle hat aber der Disponent einen Informationsvorsprung und der Fahrer kann (und muss) sich darauf verlassen, dass die Einschätzung des Disponenten stimmt.

      • und wo ist jetzt das „Gar nicht“? Ist es nicht irgendwie das Gleiche?
        Sind wir uns nicht einig, dass die Rettungsleitstelle anhand ihrer Informationen einen Einsatz einteilt? Was der Fahrer des Krankenkraftwagens mit der Einteilung macht ist eine andere Sache. Denn wie ich hier in den Kommentaren lese, ist der Umgang anscheinend doch verschieden.

        Oder sehe ich das falsch?

  14. Ich denke mal, dass dann gefragt wird wie weit die E-Stelle von der Wache (als Beispiel) entfernt ist. Wenn ich z.b. eine Anfahrtzeit von ~3 Minuten ohne SoSi habe und kaum Verkehr, dann werde ich mit SoSi eventuell 30 Sekunden früher da sein, sofern mich keine Ampel auf dem Weg behindert. Ich denke bei kurzen Anfahrtszeiten unter 5 Minuten wird nicht viel passieren.
    Schwerer rechtzufertigen ist es bei längeren Fahrten über 5 Mnuten. Auch wenn es nur ein „schlechter AZ“ ist. Da weder der RLS Disponent noch das RD Personal weiß, was sie erwarten wird.
    Das ist aber nur mein spontaner Gedankengang dazu.

    Zu dem Blaulicht und dem Horn….
    Wir haben das hier so geregelt:
    Notfalleinsätze mindestens mit Blaulicht und wenn nötig dann eben Horn dazu, es sei denn der Mensch von der RLS ist sich so sicher, dass das RD Personal keine akut vitale Bedrohung vorfinden wird. Aber selbst dann wird zu 90% mit Blinklicht gefahren.
    Es gibt aber auch Ausnahmen in der die Leitstelle uns vorgibt, ob du mit SoSi fährst oder nicht. Das sind dann aber meistens einsatztaktische Gründe wie z.B. Suizidversuch, dass jemand mal wieder von der Brücke springen will.

    So viel von meinem geistigen Dünnschiss dazu 🙂

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