Erste Hilfe

Negativerlebnisse sind böse

Nach drei Tagen Erste Hilfe-Training kann ich eines mal wieder bestätigen: Sich positive Erlebnisse zu merken und diese auch weiter zu geben ist vollkommen out. In diesen drei Tagen erzählten die Teilnehmer wirklich von recht vielen Erlebnissen und Einsätzen mit dem Rettungsdienst und soweit ich mich noch erinnere war keiner davon wirklich positiv. Immer ging es um Fehler der Leitstelle, die Nichteinhaltung der Hilfsfrist, das sehr späte Eintreffen der Rettungskräfte, die bei manchen Kollegen fehlende Ortskenntnis oder die Unhöflichkeit so mancher Kollegen. Ich habe mich zwar immer bemüht, das Geschehene zu erklären und auszubessern, soweit das möglich war, aber die Teilnehmer, die noch keinen Kontakt mit dem Rettungsdienst hatten denken vermutlich trotzdem, wir wären vollkommen inkompetent und jeder Einsatz würde so laufen. Dass es sich dabei aber immer um spezielle Einzelfälle handelt war für so manchen Teilnehmer schwer zu verstehen.

Da es sich um Forstarbeiter handelte ging es meist um Einsätze im Wald, die Rettungskette Forst bzw Rettungspunkte. Dass dort manchmal die Hilfsfrist nicht eingehalten werden kann sollte allen klar sein. Auch wenn das nächstgelegene Rettungsmittel bereits im Einsatz ist kann es hier auf dem Land etwas länger dauern, bis der Rettungsdienst eintrifft. Um so wichtiger ist das Handeln der Ersthelfer. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich in den letzten 3 Tagen wieder etwas dazu beitragen konnte, die Ersthelfer etwas zu motivieren und ihr Wissen wieder aufzufrischen.

Und man darf auch gerne mal von Einsätzen erzählen, die positiv gelaufen sind. Die gibt es nämlich auch 😉

 

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  2. Hey! Ich arbeite in der Klinik und kriege vor allem die Krankenfahrten mit, die eine unglaublich lange Wartezeit und Geduld vorraussetzen. Weiß aber auch, dass die KTW rar gesäht sind und die Aufträge eigentilch viel zu viel usw….

    Was mich dann aber schon überrascht hat, war die Wartezeit innerhalb des Uniklinikums von 45minuten, bei einer Reanimation auf dem Chirurgieparkplatz. Und wenn dann noch ein RTW kommt, der nicht für uns bestimmt war, sonder schon beladen und sich erstmal mitteilen lässt was die Grunderkrankung ist, dann finde ich das ein hartes Stück.

    Ich weiß aber dass nicht alle so sind. Das es im KTW auch furchtbar lustig sein kann, wenn man mal mitfahren darf. Das die Jungs und Mädels auch pünktlich kommen können.

    Aber es ist doch immer so: Das negative bleibt dank der Emotionsbindung länger im Gedächtnis… . MEine Patienten erinnern sich auch eher an den Blödsinn der ihnen wiederfahren ist, als an all die guten Dinge.

    lg

  3. Nightflow27

    Wie hat man mir das mal gesagt?! Eine negative Erfahrung machen 10 gute nicht wieder wett. Oder so ähnlich. Falls es dich tröstet: es ist – leider – menschlich, dass sich schlechte Erfahrungen intensiver und länger erinnern als gute. Und für das gute Außenbild muss jeder Kollege etwas tun, woran sich leider nicht alle halten. Das ganze Phänomen ist aber berufgruppen-unspezifisch, so viel kann ich dir sagen 😉

    Lieben Gruß und ich bin sicher, du hast was für das gute Image deines Berufsstandes getan 🙂

  4. „Was mich dann aber schon überrascht hat, war die Wartezeit innerhalb des Uniklinikums von 45minuten, bei einer Reanimation auf dem Chirurgieparkplatz.“

    Ihr ruft Klinik intern einen RTW?
    Keinen eigenes Rea-Team? Keine Geeigneten Transport Mittel im Haustransport mit deren Einsatz man schneller ist als auf den RTW zu warten?

    Sicher bei Einsätzen z.b bei Baustellen auf der Klinik würde ich auch sagen: Bergen ist einfach keine Aufgabe von Klinik Personal aber auf dem Parkplatz?

    • Hey!
      Es war ja in dem Sinne nicht Klinikintern. Das ist auf dem Parkplatz passiert, und da kommt das Rea-Team nicht, sondern man muss den RTW rufen

      Das ist Bürokratie in Deutschland….

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