Erste Hilfe

Telefone im Generationenwechsel

Kinners, ich werde alt! Auf jeden Fall fühlt es sich so an. Ich hatte heute wieder mal das Vergnügen, mit Kindern aus dem Kindergarten, die jetzt dieses Jahr in die Schule kommen, ein wenig Erste Hilfe machen zu dürfen. Den RTW zeigen, Pflaster kleben, kleine Verbände machen, den Notruf üben,… Nichts wildes also.

Der Notruf war es aber, der mich zum Grübeln brachte. Zum Üben desselben nutzen wir immer zwei Telefone, die über eine Telefonanlage miteiander verbunden sind. Wählt man bei einem der Telefone die 112 klingelt das andere. So können die Kinder immer anrufen und ich spiele dann die Leitstelle.

Nun sind die Übungs-Telefone schon etwas älter. Kabelgebunden und mit abzunehmendem Hörer. Heute hat man dann recht deutlich gemerkt, dass manche Kinder solche Telefone wohl gar nicht mehr kennen. In Zeiten von Handys und schnurlosen Telefonen ist sowas eben total out. So kam es dann immer wieder vor, dass die Kiddies zum Wählen den Hörer nicht abnahmen und sich dann wunderten, dass das andere Telefon nicht klingelt. Aber so ist das eben heutzutage. Da kann man direkt anfangen zu wählen und muss nicht vorher noch irgendeinen Hörer von der Gabel heben.

In meiner Jugend war das noch vollkommen normal und soooooo lange ist das auch noch nicht her *schnief*

Telefon-Reanimation, Copyright: www.rippenspreizer.de

Aber mir ging das auch schon mal ähnlich. Als ich mal bei einer älteren Patientin per Festnetz die Leitstelle anrufen wollte, hatte diese noch ein Telefon mit Wählscheibe. Aber zumindest wusste ich da, das ich den Hörer abheben musste  😉

  1. Finde ich irgendwie traurig. Bin zwar selbst erst 20 Jahre alt, aber eine ältere Verwandte hatte bis zu ihrem Tod noch ein Telefon mit Wählscheibe. Hat unglaublich Spaß gemacht damit zu telefonieren.

    Man merkt erst wie alt man schon ist, wenn man solche Geschichten hört. 🙂

  2. Jaja, es wird schlimmer… ich hab mich noch über den Bericht amüsiert, dass ein Kind im Lehrerzimmer der Schule das Telefon benutzen sollte um daheim anzurufen- und sagte, es sei kaputt, da seien Löcher drin.
    Es hatte offenbar noch nie ein Telefon mit Wählscheibe gesehen, Telefone haben doch Tasten zum wählen!

  3. Ich habe auch kein Festnetz, dank altem o2-Vertrag mit Homezone. Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, habe ich auch mehrmals einen Anrufer aus Versehen weggedrückt, wenn das schnurlose Telefon noch in der Station stand. Denn das Entnehmen war gleich dem Annehmen.

    Meine Großeltern haben auch noch ein altes, dunkelgrünes Posttelefon mit Wählscheibe 🙂 Die hatten vor – lass mich nicht lügen – drei, vier Jahren kurzzeitig ein „modernes“ Telefon (also gleiche Funktionen, nur miit Tasten). Ich meine, entscheidend für die „Wiederwahl“ war nicht der Unwille zur Umgewöhnung, sondern die (ebenfalls schnurgebundene) Telefonklingel im Flur, die mit dem „neuen“ Telefon nicht funktionierte, weshalb sie das Telefon nicht mehr immer hörten. Aber ist ja auch schön und nachhaltig, das Telefon weiterzunutzen, solange es funktioniert 🙂

  4. Ich kann mich auch noch gut an die Posttelefone erinnern… Wir hatten ein weißes und ein grünes. Bin ich jetzt auch schon alt?

    • NEIN, natürlich sind wir noch NICHT alt!
      Ich werde dieses Jahr auch erst 20. Zum 14. Mal oder so 😉

  5. Man ist nur so alt wie man sich fühlt……

    • Echt jetzt? Dann gehe ich Ende des Monats in Rente. Vielleicht kriege ich dann wenigstens noch welche 😉

  6. ich kann mich auch noch an die ‚alten‘ telefone erinnern.
    leider hatte ich nie das vergnügen mit einer wählscheibe. 🙁
    hätte ich wirklich gerne mal ausprobiert.

  7. Meine Großeltern hatten bis zu ihrem Tode Mitte der 80er Jahre ein W48 🙂

    • Ein W48 ist natürlich auch sehr krass. Das kommt bestimmt bald schon als Retro-Kult wieder 😉 Die 80er sind ja dann auch schon etwas her *schluchz*

  8. @opatios: Wider so ein „Die Jugend von heute“
    Warum ist es negativ wenn der Junge einfach nie mit solchen Geräten Kontakt hatte? Er wird von diesem Wissen außerhalb des Lehrerzimmers keinen nutzen haben. Dafür wird er mit neuen Geräten wahrscheinlich sehr viel intuitiver umgehen als sie.

  9. @blub:
    Negativ an der Sache ist allein, dass der bewusste Junge das Telefon im Bedarfsfall nicht bedienen könnte. Die Folgen ergeben sich aus den gegebenen Umständen.

    Möglicher „Nutzen“ des Wissens, wie man ein altes Telefon bedient: Derjenige, für den Hilfe geholt werden muss, könnte anschließend noch leben, weil der Notruf abgesetzt werden konnte.

    Mögliche Folgen des Nichtwissens, wie man so ein Telefon bedient: Hilfe kommt zu spät.

    • Aber ich glaube, dass sind so Dinge, die einem gar nicht auffallen, wenn man nicht gerade durch so einen Fall darauf gestossen wird, oder? Vielleicht erhalten ja jetzt alle Schüler eine Einweisung in Uralt-Telefone oder es wird in der Geschichts-Stunde behandelt 😉

  10. Todeskuh

    Das erinnert mich irgendwie stark an das hier:
    http://www.belauscht.de/?p=2760

  11. Silbermondauge

    *lach*

    Meine Mutter hatte bis 2010 ein grünes Telefon mit Wählscheibe. Im Mai 2010 zog sie in ein „betreutes Wohnen“.
    a) ihre Nachmieterin wunderte sich sehr über das alte Telefon
    b) meinte Mutter grummelte, weil sie sich nun doch noch ein Telefon mit Tasten zulegen mußte (und ich war froh dass es wenigstens noch Telefone mit Schnur gibt!)

    LG Silbermondauge

  12. So ist das nun mal in der heutigen Zeit wo alles viel schneller abläuft. Ich kenne kaum noch jemand der ein Telefon mit Wählscheibe benutzt, da es einfach viel zu lange dauert. Durch die Dinger immer noch klasse finde und sie als Deco Gegenstand in der Wohnung gut aussehen, halt wie ein richtiges Telefon.

  13. Passend zum Beitrag gibt es jetzt quasi ein Retro-Telefon im Stil der alten Wählscheiben-Apparate: http://blog.notebooksbilliger.de/grundig-sixty-orange-telefonieren-wie-fruher-fast/

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