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Verkäufer-Ignoranz oder auch nicht

Kennt ihr das auch? Ihr geht einkaufen, egal ob Klamotten, Bücher, Elektronik oder was auch immer, und werdet vollkommen von den Verkäufern ignoriert? Ihr könnt so interessiert tun wie ihr wollt, die Verkäufer finden grundsätzlich etwas anderes zu tun, auch wenn ansonsten kein einziger Kunde im Laden ist. Mir geht das auf jeden Fall grundsätzlich so. Wenn ich nicht einen Verkäufer bzw eine Verkäuferin anspreche passiert auch nichts. Vielleicht wirken meine 1,97m auch etwas furchteinflössend oder ich habe irgendetwas an mir, worauf die VerkäuferInnen allergisch reagieren. Keine Ahnung.

Umso überraschter war ich daher am Wochenende, als ich einem Agenda-2010-das-ist-mein-Laden-Geiz-ist-geil-ich-bin-doch-nicht-blöd-Laden einen Besuch abstattete. Dieser hat ja wohlgemerkt auch momentan mit Mario Barth eine Werbefigur, die genau dieses Phänomen bereits in ihrem aktuellen Programm „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch“ abgehandelt hat. Von daher war ich fast entsetzt, als nur wenige tausendstel Sekunden, nachdem ich den recht vollen Laden bzw die gewünschte Abteilung betreten hatte, plötzlich ein Verkäufer neben mir stand und doch tatsächlich fragte, ob er etwas für mich tun könne. Ich musste mich erst mal sammeln, um diesen Schock so schnell wie möglich zu verdauen.

Da ich mich recht gut auf diesen Besuch vorbereitet hatte, fing ich dann an, den Verkäufer mit allen möglichen Fragen und Geräte-Spezifikationen zu löchern. Muss man ja schließlich ausnutzen, wenn man schon mal bedient wird 😉 Aber was ich auch fragte, er lies sich nicht aus der Ruhe bringen und wusste auf alles eine Antwort. Echt kompetent. Respekt. Unser Gespräch schien auch anderen aufgefallen zu sein. Denn plötzlich mischte sich ein Herr im Anzug in unser Gespräch ein, korrigierte hin und wieder den Verkäufer, fügte noch weitere Informationen hinzu und so nahmen sie mich quasi zu zweit in die Mangel, denn der Anzugträger stellte sich als Abteilungs-, wenn nicht gar Geschäftsleiter heraus, der ebenfalls sehr kompetent war. Ich war absolut fassungslos.

Anscheinend merkt man so langsam, dass sich guter Service und kompetente Mitarbeiter auszahlen. Ohne großartig Werbung für diesen Laden machen zu wollen, aber eine solche top Beratung habe ich so schon sehr sehr sehr sehr sehr lange nicht mehr gesehen. Respekt!

„113 auf die 17!“ 🙂

  1. na dann freut mich das aber, dass du so erfolgreich beraten wurdest 🙂 die sache bei den verkäufern ist immer die gleiche…. so wie eure riege nur der blöde krankenwagenfahrer ist der nix können muss ausser trage rein und trage raus (achtung – ich hoffe du weisst, dass das nicht meine meinung ist ;)), so ist der verkäufer, der nur ohne kunde von einer ecke zur andern huscht automatisch der faule. das ist aber bei uns ganz und gar nicht der fall. wir haben im moment nur superverkäufer – alle sehr nett, zuvorkommend, 1A-kundenorientiert, kompetent…. aber zu wenige davon! unsere technikabteilung ist noch mal aufgesplittet in kleinere bereiche, umfasst sanitär, baustoffe, werkzeuge, maschinen, holz, fliesen und parkett, eisenwaren, möbelbau, badmöbel- und zubehör, elektro, technik und weiß der geier was, und macht 50% des marktes aus. ein super beispiel hierzu: eine stelle ist unbesetzt, wir suchen noch für eine abteilung einen fachverkäufer. einer hat urlaub, einer hat heute seinen freien tag. eine ist auf schulung, einer hat sich heut morgen krank gemeldet. einer muss früher gehen weil krankes kind daheim, eine muss später kommen weil dringender arzttermin, sonst käm sie heut gar nicht. macht unter’m strich zwischen 11 und 15 uhr für die komplette technikabteilung, wozu auch solcher servicemist wie holzzuschnitt gehört, 2 (!) verkäufer! die haben ihre fachbereiche, müssen aber bereichsübergreifend hüpfen weil es sonst keiner machen kann. jetzt bedenke man: ich hab vorne 2 anrufe, ein kollege aus einem anderen markt mit einer frage und ein vertreter einer firma, es geht um eine bestellung von uns. die könnte ich beide an je einen verteilen … wenn nicht vorn die kasse dummerweise gerade eine artikelnummer braucht die am produkt fehlt, und heutzutage nützt der preis allein eben nichts, auch wenn die alten leute das nicht verstehen wollen. die ruft einen von beiden an. der andere treibt sich im holzzuschnitt herum und hat eine menge kram zuzuschneiden, außerdem ist es dort so laut, dass man das telefon nicht hört. muss ich also beides aufschreiben, bei gelegenheit rufen die beiden zurück und laufen mit dem telefon am ohr wieder mal kundenlos durch den markt – haben aber zu tun! dann wartet hinten an deren info schon ein kunde, hier vorne kommt gerade eine reklamation für die abteilung rein und prompt kommt auch schon der nächste kunde hereingeschneit, der einfach mal seine bestellte ware abholen will ohne bescheid bekommen zu haben dass die überhaupt da wäre. muss der aus der abteilung hinten im lager nachgucken. als nächstes kommt laut pöbelnd opa brömmelkamp zurück um sich zum 5. mal zu beschweren dass es ja soooo lange dauert, alle versuche, erneut zu erklären, dass er dann doch wenigstens nicht jedes mal weglaufen soll wenn wir einen kollegen hinschicken, werden schlicht und ergreifend nicht verstanden. auch scheitert der erneute versuch, zu erklären, dass wir eben gerade nur 2 leute da unten haben und ich mir keine eierlegende wollmilchsau aus dem arsch zaubern kann die sich aufteilt, fliegen kann und zaubern auch noch. zum schluss muss ich mich persönlich beschimpfen lassen, dass ich als tittenträger ja eh keine ahnung habe und was frauen als mitarbeiter hier eigentlich suchen. aber wenigstens geht er wieder. in der zeit hat sich hintendran eine schlange leute angesammelt, die an alle anderen unterbesetzten abteilungen vermittelt werden will, außerdem aber noch 3 kunden für die beiden kollegen die heut allein sind, von denen einer gerade einen der bereits wartenden kunden abholt… man versucht ja vieles zu kompensieren, indem man selbst „mal eben schnell anruft und nachfragt“, wenn es nur kleine fragen sind. aber das ist eigentlich auch nix anderes als vordrängeln und dann dauert es trotzdem länger. auch kann ich es auf den tod nicht ausstehen wenn leute es einfach nicht verstehen wollen, dass wir nicht zaubern können und selbst wenn wir genug personal hätten, müsste kunde nummer 10 warten, wenn 9 kollegen gerade von 9 kunden belagert werden. wir geben uns mühe und verständigen gerne per telefon einen kollegen oder rufen ihn aus, aber wenn der sagt, er hat gerade noch 3 kunden und braucht noch mindestens 10 minuten… dan ist das so! der sagt das nicht, um die kunden zu ärgern! und herzaubern kann ich mir keinen. „mal eben ein angebot“ machen oder irgendwen beraten darf ich auch nicht – ich bin kein fachverkäufer, ich komm vonne kasse, ich mach service, ich mach alles, aber keine beratung! ich kann nachfragen oder vermitteln aber wenn ich was sage und es ist falsch, dann bin ich der, der geschissen hat! und wenn die kollegen also herumlaufen und keinen ansprechen, dann wird das seinen grund haben…. die haben genug im kopf, um fragende oder suchende blicke zu erkennen und einfach mal nachzufragen, aber eben nicht, wenn sowieso schon 2 bis 5 leute warten… da ist es eher unangebracht. nicht jeder verkäufer hat böses im sinn oder will einfach nicht arbeiten! manchmal muss man eben einfach jemanden dringend zurückrufen, oder man weiss schon, wo der nächste kunde wartet, weil man per telefon bescheid bekam… so ist das eben manchmal 🙂 ich glaube, jetzt hab ich hier unerwartet viel dampf abgelassen, so sollte das eigentlich gar nicht ausgehen…. aber ich hoffe, vielleicht versteht dann mal jemand, dass nicht alle verkäufer die faulen versteckspieler sind 🙂 im gegenteil, bei uns sind alle so offensiv und ruhig… ich muss zugeben, an manchen tagen raucht mir schon vom vermitteln so der kopf, dass ich am liebsten das telefon an die wand werfen und einfach gehen würde… und ich muss niemanden beraten und mich nicht um alle leute beinah auf einmal kümmern, ich habe den kürzesten kontakt mit allen! deshalb gilt den verkäuferkollegen mein größter respekt… ich weiss, warum ich den job nicht mache und auch nie machen werde 🙂 ……sooo, und beim nächsten mal gebe ich stories zum besten von ätzenden kunden, noch schlimmeren kunden, was ich mir schon alles an beleidigungen anhören musste, kuriosen kundenfragen…. ich glaube, ich könnt ein buch drüber schreiben 😉 es ist halt doch überall das gleiche, wo man sich um andere zu kümmern hat… mal trifft man gute, mal bescheuerte menschen… 😉 aber meist immer alle auf einmal, nur dämliche oder nur liebe kunden 😀

    • Danke für Deinen Kommentar!
      Dampf ablassen muss auch mal sein. Was meinst Du, warum ich so manche Beiträge und Kommentare in diesem Blog schreibe? 😉

      Personalknappheit und -abbau sieht man mittlerweile in sehr vielen Branchen. Egal ob Krankenhäuser, Pflegeheime, Einzelhandel oder auch andere Sparten, die Zeit für den Patienten/Kunden wird immer geringer. Dass es dadurch teils sehr sehr stressig werden kann, die Angestellten dadurch völlig überlastet sind und sich nicht direkt um jeden Kunden/Patienten kümmern können ist daher nur verständlich. Das will und wollte ich ja auch gar nicht abstreiten.
      Aber es gibt leider in jeder Branche auch schwarze Schafe, da nehme ich den Rettungsdienst gar nicht von aus. Wenn ich z.B. verzweifelt eine neue Hose suche, mich im Laden kaum zurecht finde und drei Meter weiter steht völlig gelangweilt ein Verkäufer, der mit völligem Desinteresse und im Schneckentempo Klamotten zusammen legt hat das denke ich wenig mit Überlastung zu tun 😉

      Ich wollte also auf gar keinen Fall alle Verkäufer als völlig ignorant oder so darstellen! Ich hatte nur in der Vergangenheit diverse negative Erlebnisse und war daher sehr froh, dass es (trotz Stress) auch noch anders geht 😉

      • ja, das freut mich dann trotzdem 🙂 natürlich gibt bzw gab es bei uns auch den ein oder anderen trödler, lahmarsch oder wie man es nennen mag und solche, die ohne morgens eine tüte zu rauchen das haus gar nicht erst verlassen haben. erfahrungsgemäß fliegen die bei uns auch schnellstmöglich wieder raus… da wird sehr viel wert bei uns drauf gelegt. kundenorientierung steht bei uns ganz ganz oben… leider manchmal sogar weit über anderen charakterlichen eignungen. aber schön ist es allemal, wenn man kundenlob erhält 🙂 auch wenn es manchmal etwas nervig ist, sich immer die gleichen (gut gemeinten) sprüche anzuhören – nach dem 20. mal hat man nur ein müdes lächeln dafür übrig. aber das steht auf einem anderen blatt 🙂 merken kannst du dir auf jeden fall: der lieblingskunde des verkäufers steht nicht unter zeitdruck (oder ist zumindest nicht ungeduldig), aufnahmefähig, freundlich, locker, und verträgt auch mal den einen oder anderen spruch, stellt fragen, hört aber ebenfalls zu… dann kann gar nix schief gehen 😉 aber so ist das auch mit der eierlegenden wollmilchsau, die meißten können gar nicht alles auf einmal vereinen und manche haben eben einfach einen bescheidenen tag. 😀 jedenfalls freu ich mich mal stellvertretend für die kollegen über das lob 😉

  2. Hm… Nee, das Problem habe ich eher selten. Bei mir ist es meist umgekehrt, dass ich schon angequatscht werde, obwohl ich doch eigentlich erstmal nur gucken will 😉

  3. Genau, ich werde genau wie ozyan auch lieber NICHT angesprochen. ich melde mich schon, wenn ich was will. Ich gehe auch eigentlich nie in Läden rein, wo außer mir keine weiteren Kunden sind. So viel Aufmerksamkeit vom Personal ertrage ich dann doch nicht.

  4. Rettungsschnepfe

    Also im Elektroladen hab ich da eigentlich auch am wenigsten das Problem, wenn ich einen Suche finde ich meist einen und der hilft mir auch recht gut.

    Es gibt aber auch das krasse Gegenteil, das mindestens genauso nervig ist. Man steht beim Bäcker, Metzger oder in nem Klamottenladen, hat noch nicht mal ansatzweise einen Blick auf die Ware geworfen und schon kommt „Kann man ihnen helfen?“. Find ich ganz ehrlich auch nicht optimal.

    Die Barth’sche Verkäuferart erlebe ich IMMER -und wirklich IMMER- im Baumarkt, dessen Logo blaue Schrift auf Gelbem Grund ist und der sehr praktisch heisst. Aber hier im Umkreis auch wirklich NUR da.

    Wenn man da dann mal einen Verkäufer gefunden hat (was da wirklich schon was heissen mag…) heisst es zu 99,9%iger Wahrscheinlichkeit eben „Nicht meine Abteilung“ „Ich bin Garten!“ „Ich mach hier nur Praktikum“ oder die ominöse Aussage „Ich schicke ihnen jemanden“ (der dann nie kommt…)

  5. @ozyan, @anna und @rettungsschnepfe: Das ist dann eben das krasse Gegenteil, wenn man angesprochen wird, bevor man überhaupt Gelegenheit hatte, sich umzusehen. Das hasse ich auch 😉

    @rettungsschnepfe: Was meinst Du, warum es da immer 20% auf alles gibt, außer Tiernahrung, Pflanzen, alles was einen Stecker hat, … Das sind dann vermutlich die Abteilungen mit den aktuell meisten Verkäufern. Bei allem anderen wird dann immer direkt die Service-Pauschale abgezogen 😉

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