Gestürztes Kind

Achtung

Disclaimer

Die Protagonistin dieses Beitrags, Sunny, ihre Einsätze inklusive aller Namen, Orte und Vorkommnisse sind frei erfunden und eine Ähnlichkeit mit existierenden Personen und Örtlichkeiten rein zufällig und nicht beabsichtigt!

Wieder mal ein recht ruhiger Wochenend-Dienst für Sunny. Am frühen Nachmittag dann die Alarmierung zu einem “gestürzten Kind”. Näheres nicht bekannt, Einsatz zuerst einmal ohne Notarzt und mit normaler Anfahrt. Einsatzort war eine Festhalle bzw der angrenzende Kinderspielplatz, wo zu Sunnys Erstaunen eine größere Geburtstagsfeier stattfand. Aus diesem Grund gab es gleich 30 – 40 Zuschauer, die sich das nun folgende Schauspiel natürlich ansehen wollten.

Patientin war ein achtjähriges Mädchen, das beim Spielen von einer Wippe und auf den linken Arm gefallen war. In diesem hatte es jetzt in Höhe des Ellenbogens starke Schmerzen und war durchgehend am Weinen / Schreien. Während ihr Kollege einen Notarzt nachalarmierte, erklärte einer der anwesenden Gäste Sunny, dass er Krankenpfleger sei und bereits versucht habe, den Arm zu reponieren. Ein durchaus sehr waghalsiges Unterfangen, wie Sunny fand, und was offensichtlich auch nichts genutzt hatte. Bis zum Eintreffen des RTH versuchte Sunny nun, das Kind etwas zu beruhigen und abzulenken, was aber gar nicht so einfach war, da auch noch zig andere Anwesende inklusive der Eltern auf das Kind einredeten bzw dem Rettungsdienst irgendwelche Ratschläge geben wollten, wie sie denn am besten zu verfahren hätten. Sunnys Kollege versuchte sich in der Zwischenzeit an einem venösen Zugang, was die Patientin dann in absolute Panik versetzte, da sie keine “Nadeln” haben wollte. Der Lärmpegel war also recht beachtlich, das Kind nicht wirklich zu beruhigen und so versuchte es der eintreffende Notarzt dann zuerst einmal mit einer nasalen Gabe von Dormicum, was sich aber aufgrund der massiven Gegenwehr des Kindes auch recht schwierig gestaltete.

Nachdem dann irgendwann ein venöser Zugang gelegt und die Patientin mittels Ketanest S und Dormicum ins Land der Träume geschickt worden war, kehrte endlich etwas Ruhe ein. Der Arm wurde geschient, das Mädchen auf eine Vakuummatratze gelegt und mit dem RTH, der als schnellster bzw nächster Notarzt alarmiert worden war, in die nächste Klinik mit Pädiatrie geflogen.

Alles in allem war es aber ein sehr nervenaufreibender Einsatz gewesen. Und das nicht nur wegen dem leider ständig schreienden und nicht zu beruhigenden Kind. Viel eher zu schaffen machten Sunny wieder mal die ganzen Zuschauer, die sich immer mal abwechselten, damit jeder mal etwas sehen konnte und meinten, dem Fachpersonal Ratschläge geben zu müssen. Sunny konnte nun mal auch nichts dafür, dass das Legen eines venösen Zugangs selbst durch den Notarzt 3 Versuche benötigte und (theoretisch) nur der Notarzt Schmerzmittel geben durfte.

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