Die rote Gefahr

Achtung

Disclaimer

Die Protagonistin dieses Beitrags, Sunny, ihre Einsätze inklusive aller Namen, Orte und Vorkommnisse sind frei erfunden und eine Ähnlichkeit mit existierenden Personen und Örtlichkeiten rein zufällig und nicht beabsichtigt!

Medikamente und deren richtige Dosierung waren schon so eine Sache. Auch die ein oder andere Nebenwirkung sollte man je nach Medikament kennen. Gerade bei älteren Patienten funktionierte das dann aber manchmal nicht mehr so richtig. So auch in einem Nachtdienst von Sunny. Gegen 3 Uhr in der Nacht ging der Alarm, zusammen mit einem Notarzt, gemeldet waren Kreislaufprobleme.

Beim Eintreffen am Einsatzort saß die Patientin in ihrer Küche auf einem Stuhl, nicht mehr ansprechbar, der Kopf zurückgefallen in den Nacken, Schnappatmung. Nicht unbedingt die beste Ausgangssituation für “Kreislaufprobleme”. Der sichtlich mitgenommene Sohn erklärte, dass die Mutter schon die ganze Nacht kaum schlafen konnte, bekannte Blutdruckprobleme hätte und mehrmals mehrere Hübe ihres Sprays genommen hatte. Dabei zeigte er auf ein Nitro-Spray, das auf dem Küchenschrank stand.

Für den Laien: Nitroglycerin wird, grob gesagt, nicht nur als Sprengstoff eingesetzt (Glycerintrinitrat), sondern aufgrund seiner gefäßerweiternden Wirkung auch gerne in der Medizin (Glyceroltrinitrat), z.B. bei Angina pectoris, Herzinsuffizienz oder eben auch zu hohem Blutdruck. Zum Einsatz kommt dann in der Regel ein Pumpspray mit roter Flüssigkeit. Bei der Einnahme sollte man es aber dann auch nicht übertreiben, denn der Blutdruck fällt dann auch bei zu intensiver Einnahme gern mal ins Bodenlose. Und genau das war hier vermutlich passiert.

Die Patientin wurde also auf den Boden gelegt und die Vitalzeichen kontrolliert. Der Blutdruck lag mit etwas gutem Willen bei 100/60, Puls, EKG und BZ waren noch in passablem Rahmen. Nachdem die Patientin 2 – 3 Mal assistiert beatmet worden war, berappelte sich auch spontan die Atmung wieder. O2 gab es dann trotzdem noch. Der Gesamtzustand der Patientin besserte sich dann zusehends wieder. Sie wurde wieder ansprechbar und halbwegs orientiert. Allerdings wurde ihr auch schwindelig und es zeigten sich Übelkeit und ein starker Brechreiz.

Nachdem der Brechreiz medikamentös bekämpft worden war (Vomex), wurde die Patientin umgelagert und ohne weitere Komplikationen zur Überwachung in das nächste Krankenhaus gebracht.

Also immer schön bei der Medikamenteneinnahme aufpassen ;-)

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