Erste Hilfe

Erste Hilfe in der Schule

Erste Hilfe

Schon mehrfach wurde hier im Blog diskutiert, ob und inwiefern Erste Hilfe – Kurse verpflichtend und regelmässig stattfinden sollen. Dabei ging es aber meist um die autofahrende Zunft. Einen neuen Weg geht man jetzt in Nordrhein – Westphalen. Dort hat nämlich Ulf eine Petition eingereicht,die bewirken soll, dass die Erste Hilfe bzw die lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu einem verpfichtenden Schulfach werden.

Grund dafür ist die Tatsache, dass es einfach zu wenig Ersthelfer gibt, die genau wissen, wie wann zu reagieren ist. Durch frühzeitiges und regelmässiges Üben in der Schule können dagegen schon in jungen Jahren die entsprechenden Kompetenzen und Sicherheiten erworben und durch die ständige Wiederholung gefestigt werden. Sicherlich keine schlechte Idee!

Mitzeichnen kann man wohl leider nicht, aber natürlich steht es jedem frei, in seinem eigenen Bundesland eine ähnliche Petition einzureichen. Die entsprechenden Links dazu findet man in Ulfs Beitrag. Und je mehr Menschen dies tun, desto eher wird es dann eventuell auch ein Diskussionsthema in den jeweiligen Landtagen.

Also: Macht mit!

14 Kommentare

  1. Karotte sagt

    Ich find das eine super Idee den Schülern schon die Erste Hilfe beizubringen, dass kann nur Vorteile bringen, aber bitte nicht so:

    “zu einem verpfichtenden Schulfach werden.”

    Wir haben schon so viele Stunden und verbringen sehr viel Zeit in der Schule. Noch ein Schulfach? Nein danke!

    Ich bin in der Jahrgangsstufe die die ersten mit G8 sind. Ich muss sagen es ist einfach nur schrecklich.

    Könnte man das nicht in z.B. den Sportunterricht integrieren, oder irgendein anderes Fach?

    Lg
    Karotte

  2. blub sagt

    Also bei uns an der Schule war es in der 10. Klasse Üblich auf 2 Projekttage aufgeteilt denn Kurs für lebensrettende Sofortmaßnahmen zu machen.
    Das sollte denke ich reichen. Ein neues Schulfach wäre viel teurer und schwer in die mittlerweile eh schon recht vollen Stundenpläne zu intrigieren.

    • Sven sagt

      Hallo zusammen, ich finde es sollte auch kein richtiges Schulfach werden, sondern in keine Ahnung wie z.B. Mum oder so mit in den Lehrplan rein. Oder wie ich hier auch schon gelesen habe, AG gegründet werden.

  3. Hm, dass der Unterricht heutzutage total überfrachtet ist kann ich auch verstehen. Man müsste eben irgendwie einen Weg finden, die Schüler zur Ersten Hilfe zu motivieren. Eine Pflichtveranstaltung wie der Kurs “Lebensrettende Sofortmaßnahmen” zum Führerchein bringt eigentlich nicht viel, da viele Teilnehmer einfach nicht die geringste Motivation mitbringen und ihre Zeit einfach nur absitzen. Und so lernt und behält man das bestimmt nicht.
    Aber das Ganze schon irgendwie und regelmässig in die Schulzeit mit einzubinden finde ich eigentlich nicht verkehrt.

  4. Das Prinzip wie blub es beschreibt wäre der richtige Weg denke ich. Das ganze in Projekten oder Nachmittags Arbeitsgemeinschaften anbieten, plus eventuellem Vermerk auf dem Zeugnis, der Motivation halber. So würden sicherlich nicht alle daran teilnehmen, aber zumindest hätte mal ein bedeutend größerer Teil ein grundlegendes Erste-Hilfe-Wissen, das die Hemmschwelle zum Helfen sicherlich senkt.

  5. Johannes sagt

    Die Lehrpläne sind tatsächlich recht voll, aber das ganze “nur” auf freiwilliger Basis anzubieten würde meiner Meinung nach wieder nur eine relativ kleine Gruppe ansprechen, wäre es hingegen zumindest Bestandteil eines Lehrplans irgendeines Fachs (z.B. Biologie oder Sport), würde das alle Schüler zumindest einmal erreichen. Gerade wenn Erste Hilfe in jungen Jahren (Grundschule oder Orientierungsstufe der weiterführenden Schule) vermittelt würde, könnte das vielleicht dazu motivieren den Kurs für den Führerschein nicht nur als lästige Pflichtveranstaltung zu sehen.

    In RLP könnte jetzt die Umstellung auf die “Realschule plus” bzw. Ganztagsunterricht einen möglichen Spielraum hierfür bieten.

    Hat eigentlich schon jemand eine Petition an den Landtag in Rheinland-Pfalz gerichtet?

  6. St John Medic sagt

    Ich habe mal in der 11ten Klasse in Biologie einen EH Schnellkurs gegeben. Es hat sich _keiner_ fuer weiteres interessiert.
    IMHO wird mit dem Einbinden in Biologie nur etwas erreicht, wenn das gesamte Thema “Mensch” ist und man vernueftig auf physiologie Hinweisen kann. Einen “EH-Grundkurs” halte ich fuer Zeitverschwendung, wenn man niemanden wirklich erreicht.

    Wesentlich besser und hilfreicher waere das Zusammenspiel mit einem Schul-San-dienst. Das wird an der Grundschule meines Juniors gerade erwaegt (Es sind dort 6 Schueler bei den Jugend-”Johannitern”. Damit erreicht man IMHO wesentlich mehr – auch wenn ich die eigentlich Absicht gut heissen mag.

  7. SonnenMond sagt

    Johanniter, Malteser und das DRK bieten den Schulen an Schulsanitäter auszubilden. In vielen Schulen wird es auch schon praktiziert.

    Diese Woche habe ich eine Projektwoche mit 20 angehenden Schulsanitätern gemacht. Sie haben an 4 halben Tagen einen Erste Hilfe – Lehrgang absolviert und einen Tag haben wir uns über den Schulsanitätsdienst allgemein unterhalten und eine praktische Übung mit realistischer Notfalldarstellung gemacht.
    Die Schüler hatten viel Spass und waren mit Eifer bei der Sache.

    Die Idee ist super, dass alle Schüler solche Kurse machen sollten, aber mit sehr viele 15 – 16 Jahren machen sie die LSM Kurse ohnehin für diverse Führerscheine – dennoch ändert es sich nix an der mangelnden Courage im Notfall auch Hilfe zu leisten.

  8. Ich hab in der Schule Erste Hilfe gelernt (9. oder 10. Klasse war das, glaub ich), und unser ganzer Kurs hatte echt Spaß daran. Wir sind gern einmal die Woche zwei Stunden länger in der Schule geblieben dafür. Und fast alle von uns sind nach Ende des Kurses zu [Hilfsorganisation] gegangen und haben uns dort dann ehrenamtlich im Sanitätsdienst (und auch im Sandienst unserer Schule) engagiert.

  9. Skeptiker sagt

    Hm,
    mal ehrlich wer erinnert sich noch an die Sachen die er in der Schule gerlent aber setdem nicht mehr gebraucht hat? “Wie war nochmal die Formel für das Volumen der Kugel?”
    Ich halte es deshalb für sinnvoller das Erwachsenen zu einem regelmäsigen Wiederholen des EH Kurses gezwungen werden.
    Ein Tageskurs alle zwei Jahre mit dem Inhalt Neue Verkehrsregeln, Sicherheitstraining, Seh- und Reaktionstes und Erste Hilfe für Autofahrer jeden Alters zur Verlängerung des Führererscheins hielt ich für sinnvoll und angemessen.

    • @Skeptiker: Natürlich bringt es nichts, das nur in der Schule zu machen und danach nie wieder. Aber je früher man anfängt und je öfter man es wiederholt desto eher bleibt es in den Hirnwindungen hängen.
      Dass es für Erwachsene auch eine verpflichtende regelmäßige Auffrischung geben müsste steht außer Frage.

    • Panama Jack sagt

      Übrigens:
      Kugelvolumen = 4/3 * Pi * r^3 (aus dem Kopf, ohne googlen) :-p

      Ich gebe zu, ich hab die Formel auch nach der Schule noch ein paar mal gebraucht, aber das letzte Mal dürfte auch schon einige Jährchen her sein.

        • Panama Jack sagt

          Danke ;-)

          War auch’n Glückstreffer, hier in der Diskussion war dann bei den lateinischen Deklinationen direkt wieder Schluss.

          Ich wollte ja auch nur damit sagen, dass man nie weiß, was man behält und was nicht … vielleicht ist’s ja was aus dem EH-Kurs :-)

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