Gestürzte Person
Samstag, 2. Januar 2010 | Autor: Sunny_Taeterin
Natürlich wäre es Sunny am liebsten gewesen, zusammen mit Freunden und Bekannten ins neue Jahr zu rutschen. Aber dieses Jahr musste sie leider arbeiten und sich mit ihren Kollegen begnügen. Und so freute sie sich bei Dienstantritt auf eine Nacht mit wenig Schlaf, dafür vermutlich aber diversen Alkoholleichen und chirurgischen Verletzungen. Und der erste Einsatz lies auch nicht lange auf sich warten. Eine gestürzte Person wurde gemeldet. In der Silvesternacht konnte dies eigentlich nur zwei Gründe haben: Alkohol oder Glatteis. Mit dieser Einstellung machte sie sich also auf den Weg zu Patient Nummer 1 in besagter Nacht. Und man mochte es ja kaum glauben, aber es war in der Tat der Alkohol, der zum Sturz geführt hatte. Ihr Patient war so betrunken, dass er nicht mehr allein auf den eigenen Füßen stehen konnte und war dadurch dann auch aufs Gesicht gefallen. Nase blutig, Kinn blutig, Schmerzen im Unterkiefer. Mit Hilfe von Sunny und ihrem Kollegen schaffte es der Patient dann in den RTW, wo die Wunden genauer in Augenschein genommen und versorgt wurden. Bei der Anamneseerhebung stellte sich zusätzlich heraus, dass ihr Patient Schlaganfall- und Herzinfarkt-gefährdet war und daher auch als Medikation Marcumar nahm. Im Zusammenspiel mit Alkohol und Stürzen sicherlich keine guten Voraussetzungen. Also fuhren sie ins nächste Krankenhaus.
Während der Wartezeit im Krankenhaus auf den Arzt verspürte der Patient dann plötzlich starken Harndrang. Vor die Alternativen Einhalten oder Urinflasche gestellt, bestand der Patient darauf, das Pissoir aufsuchen zu müssen. Und da er ja des Gehens nicht mehr unbedingt mächtig war und Sunny und ihr Kollege auch unnötige Sauerei vermeiden wollte, kamen sie der Bitte der Schwester nach und brachten den Patienten zu zweit zur Toilette. Wirklich gut lief es da auch nicht, aber Sunny war ja zumindest nicht für das Reinigen der Toilette zuständig und hatte ihre Pflicht getan.
Sunny vermutete, dass dies auch nicht der einzige Einsatz dieser Art in dieser Nacht bleiben sollte.
Und liebe Leute: Alkohol ist ja schön und gut, aber bitte doch nur bis zu einem erträglichen Punkt. Und gerade bei der Einnahme von Medikamenten sollte man doch recht vorsichtig damit sein!
In diesem Sinne: Allen ein frohes neues Jahr!
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Samstag, 2. Januar 2010 um 13:23
Diese Hohlbohrer müssten wirklich alles aus eigener Tasche blechen.
Samstag, 2. Januar 2010 um 13:34
Ich beneide euch nicht um eure Jobs. Und habe daher um so mehr Respekt davor!
Samstag, 2. Januar 2010 um 13:49
Hier bin ich definitiv für eine Eigentbeteiligung von mindestens 50% !!!
Für den Alkohol steht ja auch genug Geld zur Verfügung.
Samstag, 2. Januar 2010 um 14:15
Ich kann verstehen, dass solche Einsätze sicher ärgerlich und unnötig sind – besonders, weil man während dieser Zeit nicht für “echte” Notfälle zur Verfügung steht.
Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich selbst schonmal ein solcher Kunde war
Wie genau das gekommen ist, weiß ich leider noch immer nicht.
Bei mir war es im Alter von 28(!) Jahren – ich hatte bis dahin schon einige Erfahrungen mit Alkohl gemacht und niemals ein “schlimmes” Verhalten an den Tag gelegt.
Ich möchte das nicht entschuldigen und habe aus dieser Situation auch durchaus gelernt – aber ich habe am eigenen Leib erfahren (müssen), dass man auch “überraschend” in solch eine Situation schlittern kann.
Ich werbe daher ein bisschen um Milde für Ersttäter. Nach dieser Nacht habe zumindest ich die Lektion gelernt…
Euch allen ein tolles neues Jahr
Montag, 4. Januar 2010 um 08:18
Ich hatte 2009/2010 meinen ersten Alkoholfreien Jahreswechsel. Was wohl auch daran liegt, das ich im 9ten Monat bin.
Allerdings hatte ich am nächsten Morgen auch Kreisel, da hier das Wetter umschwang und sich ein wenig auf den Kreislauf legte. Also, war es ganz gut, das wir dann doch noch eine runde durch den frisch geschnittenen Schnee stapften.
Aber, ich muss sagen, mir hat nichts gefehlt… also, mal so einen ruhigen, Alkoholfreien Jahreswechsel zu erleben… hat man ja auch eher selten.
LG
Coco
Mittwoch, 6. Januar 2010 um 00:03
Ja ja, beim Sanitätsdienst gab es auch genügend von der Sorte, glücklicherweise friedlich…