Geschützt: Abflussfrei mal anders
Donnerstag, 30. Juli 2009 | Autor: Chris
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Donnerstag, 30. Juli 2009 | Autor: Chris
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Dienstag, 28. Juli 2009 | Autor: Chris
Über die miserable und teils einfach falsche Berichterstattung verschiedener Medien hinsichtlich des Rettungsdienstes habe ich mich ja schon des öfteren beschwert und dass unsere Arbeit oft falsch dargestellt wird oder das Rettungsdienstfachpersonal gerne generell als Sanitäter, Krankenwagenfahrer oder ähnliches bezeichnet wird ist fast schon normal. Warum man die Rettungsdienst-Mitarbeiter nicht ähnlich wie bei Polizei oder Feuerwehr auch einfach als “Rettungsdienst” bezeichnet, sondern bei uns eher auf irgendwelche Diffamierungen zurückgreift wird wohl auch immer ein Rätsel bleiben.
Das jüngste Beispiel findet sich nun im aktuellen Focus (Nr. 31 vom 27. Juli 2009). Dummerweise bin ich dabei auch noch persönlich betroffen. Denn unter dem 14-seitigen Titelthema “Job – Krise: Entwickeln Sie ihren Plan B – Ideen, Tipps, Geld” berichtet das Magazin über 34 Berufsumsteiger, die irgendwann ihr Berufsleben vollkommen neu aufgebaut haben. Und einer davon bin ich. Nach einem Berufsfindungsseminar bei Uta Glaubitz fing meine Rettungsdienst – Laufbahn an. Im Focus – Artikel wird daher auch meine Berufslaufbahn kurz vorgestellt. Was sich die immerhin 6 zuständigen Redakteure allerdings bei der Formulierung dieses kurzen Abrisses erlaubt haben ist der absolute Hohn. Der Originaltext, aus dem sie ihre Informationen haben, findet sich auf der Seite Berufsfindung.de. Die relevanten Auszüge daraus:
“… Vom Programmierer zum Rettungsassistent … wählt den Ausbildungsplatz beim Deutschen Roten Kreuz in Mainz. Nach 5 Jahren (2 Jahre Ausbildung, 3 Jahre Praxis) kann Christian zur Luftrettung gehen …“
Und hier das, was der Focus daraus gemacht hat:
“… Er findet heraus, welcher Job ihn wirklich reizt: Rettungshelfer – vor allem Luft-Rettungshelfer. Er beendet sein EDV-Dasein und beginnt eine fünfjährige Ausbildung beim Deutschen Roten Kreuz in Mainz.”
Quelle: Focus, Nr. 31/2009, Seite 96
Um nur mal auf die gröbsten Fehler einzugehen: Zum einen bin ich sicherlich kein Rettungshelfer. Der Rettungshelfer hat grob gesagt eine dreimonatige Ausbildung und wird primär im Krankentransport eingesetzt. Ich habe, wie es auch auf der Webseite steht, eine zweijährige Ausbildung, und bin somit Rettungsassistent, sprich ich habe die längste im Rettungsdienst mögliche und einzig gesetzlich geregelte Ausbildung absolviert.
Außerdem habe ich keine fünfjährige Ausbildung gemacht, da es sowas gar nicht gibt. Und wenn man den Text auf der Webseite richtig liest wird man auch merken, dass ich nach meiner zweijährigen Ausbildung zum Rettungsassistenten 3 Jahre praktische Erfahrung sammeln muss, um dann anschließend eine entsprechende Fortbildung zum HEMS Crew Member (und nicht Luft-Rettungshelfer) machen zu können. Wobei die meisten Firmen auch eher mindestens 5 Jahre praktische Erfahrung wünschen.
Warum man beim Focus weder in der Lage ist, korrekt zu zitieren, noch sich anderweitig, z.B. in der Wikipedia, zu informieren, geschweige denn den Text Korrektur lesen zu lassen, bleibt mir ein Rätsel. Ich finde dies auf jeden Fall eine traurige Tatsache, die nicht wirklich professionell wirkt.
Hätte ich, egal ob in meinem alten oder meinem derzeitigen Job, eine solche Arbeit abgeliefert, hätte das sicherlich ernstere Konsequenzen gehabt, bei meinem derzeitgen Job eventuell sogar Menschenleben gefährdet.
Kategorie: Aus den Medien | 10 Kommentare
Freitag, 24. Juli 2009 | Autor: Chris
Auch in diesem Monat wieder ein paar der suspektesten und interessantesten Suchbegriffe, die auf dieses Blog führten:
- “wie viele ersthelfer sind erforderlich”
Für eine bestimmte Firma oder Veranstaltung oder generell? Generell kann es eigentlich nie zu viele Ersthelfer geben, denn die Bereitschaft der Deutschen, sich freiwillig und halbwegs regelmäßig in Erste Hilfe – Kurse zu setzen ist ja dann doch sehr gering.
- “alkoholischer patient mit platzwunde was ist zu machen”
Das kommt auf den Grad der Alkoholintox an. Je nachdem, wie ansprechbar der Patient noch ist, sollte man sich eben um die Platzwunde kümmern, mal den Blutzucker messen bzw wenn er nicht mehr ansprechbar ist Kontrolle der Vitalfunktionen, stabile Seitenlage, …
- “Bleibeschäden bei schlaganfall”
Das kommt auf den Schweregrad des Schlaganfalls an und wie schnell eine Versorgung durch Rettungsdienst bzw Krankenhaus erfolgen konnte. Generell gilt hier: Time is brain! Daher sollte man bei einem Verdacht auf Schlaganfall unverzüglich den Rettungsdienst alarmieren und nicht erst stundenlang warten, ob es von selbst wieder besser wird.
- “notarzt in den knochen gebohrt”
Sehr zweideutig. Ich hoffe, der Notarzt hat in den Knochen gebohrt und nicht irgendjemand dem Notarzt.
- “Rentner Ware”
Naja, ganz so abfällig sollte man doch nicht mit Rentnern umgehen, oder?
- “wo verbandkasten T5″
Hier kommt es wohl auf Modell und Händler an. Bei manchen ist er dabei, bei manchen nicht. Sofern er vorhanden sein sollte, ist er wohl zwischen hinterem linken Radkasten und Hecktür/klappe unter einer Abdeckung zusammen mit dem Warndreieck zu finden.
- “kann bei kinder mehrere tiefe platzwunden nach folgen haben”
Das kommt sicherlich darauf an, was es genau für Wunden sind und wie sie versorgt wurden. Zumindest um kleinere Narben kommt man vermutlich nicht herum.
- “wielange muss man bei einem schlaganfall im krankenhaus bleiben”
Das kommt sicherlich auch auf den Schweregrad an und kann nicht so pauschal gesagt werden. Auch folgt ja in der Regel nach dem Krankenhausaufenthalt meist im Anschluss noch eine Reha-Maßnahme von durchschnittlich 3 Wochen.
- “garage mit bierkasten”
Bitte was? Also es gibt sicherlich viele Menschen, bei denen in der Garage Bierkästen stehen, aber warum führt das auf mein Blog?
- “überlebt Carter in Staffel 15″
Ich weiß es, ich weiß es. Ich sags aber nicht!
Ich konnte nämlich nicht widerstehen und hab mir die Originalfolgen angesehen. Und daher weiß ich auch, wie es ausgeht. Generell ein sehr schönes Serienfinale, vor allem, weil es durch die vielen Gastauftritte in der gesamten Staffel ziemlich langgezogen ist. Aber mehr verrate ich noch nicht.
- “echt hatter auto unffal”
Joa, sieht so aus.
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Donnerstag, 23. Juli 2009 | Autor: Chris
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Dienstag, 21. Juli 2009 | Autor: Chris
Ein Artikel bei Focus Online hat mich wieder mal auf dieses Thema gebracht. Zwar geht mir die teils recht unqualifiziert wirkende Berichterstattung dieses Artikels wieder mal gegen den Strich, aber generell wird ein Thema angesprochen, was immer mal wieder vorkommen kann.
So ist es unausweichlich, dass wir stark alkoholisierte und dadurch aggressive und unkooperative Patienten fahren müssen. Oder auch Zwangseinweisungen mit der Polizei, bei denen die Patienten nicht immer die gefügigsten sind. Ich habe ja auch schon einmal darüber berichtet. Beschimpfungen sind da an der Tagesordnung, Schlagen, Spucken etc zum Glück (noch) eher seltener.
Dass wirklich ein Kollege von einem Patienten verletzt wurde habe ich erst einmal erlebt. Dabei stand der Kollege im Patientenraum des RTW an der Hecktür und wollte dem auf der Trage liegenden Patienten eigentlich einen Zugang legen. Aufgrund seiner Aggressivität war auch schon ein Polizist im Fahrzeug, jedoch war der Patient bis dahin in keinster Weise fixiert. Dies führte dazu, daß der Patient plötzlich dem Kollegen einen kräftigen Tritt verpasste, der dazu führte, daß der Kollege gegen die Hecktür geschleudert wurde. Dabei drückte er die Heckscheibe heraus und hatte es eigentlich nur seiner Größe zu verdanken, daß er der Scheibe nicht nach draußen folgte. So blieb er dann im Fensterrahmen stecken. Bevor der Polizist reagierte, trat der Patient noch ein zweites Mal zu, bevor er überwältigt werden konnte. Das Ende vom Lied: Der Patient verliess das Krankenhaus am nächsten Tag wieder, der Kollege durfte noch zwei Tage bleiben, hatte aber zum Glück keine gravierenden Verletzungen.
Ansonsten gibt es immer mal wieder Patienten, die um sich schlagen oder auch diverse Dauer-Psych-Patienten, die man mit schöner Regelmäßigkeit auf die geschlossene Psychiatrie fährt. Auch meinen immer mal wieder (besonders alkoholisierte) Patienten, sie wären der Chef und hätten das Sagen. Aber wenn man diesen recht bestimmt gegenüber tritt akzeptieren sie auch normalerweise, dass sie mal einen Gang zurück schalten müssen.
Von den im Focus-Artikel angesprochenen Psychologen bzw Angeboten von Selbstverteidigungs-Trainings durch den Arbeitgeber hat man hier bei uns auf jeden Fall noch nichts gehört. Da sind wir nach wie vor auf uns allein gestellt. Aber hier auf dem Land ist es denke ich auch etwas humaner als in der Großstadt.
Vielleicht kann ja mal der ein oder andere Kollege berichten, wie bei Ihnen mit dem Thema umgegangen wird.
Kategorie: Zum Grübeln | 3 Kommentare