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Geburtstagsfeiern vom Fach

Gestern war ich wieder mal auf einer Geburtstagsfeier einer Bekannten. Die überwiegende Zahl der Gäste kam dabei aus den Bereichen Rettungsdienst, Pflegepersonal (Krankenschwestern, Intensivschwestern) und Ärzten (primär PJ). Und es war schon erstaunlich. Es bildeten sich zwar diverse Grüppchen, auch von Leuten, die sich vorher nicht kannten, aber das primäre Thema war dabei dann grundsätzlich wieder irgendetwas medizinisches. Gut, es war sicherlich ein einfacher Weg, ins Gespräch zu kommen, aber man kam sich manchmal vor wie auf einer Fachtagung, da in jeder Gruppe andere medizinische Themen diskutiert wurden. In der einen Gruppe ging es um Ärzte bestimmter Krankenhäuser, in einer anderen um Pflegepatienten auf Intensiv, andere wiederum diskutierten über First Responder und den Einsatz des RTH,… Und so lief das die meiste Zeit, die ich da war.

Aber es war trotzdem ganz amüsanz und lustig.

  1. VanDusen

    Moin, so ist es mit Spezies Mitarbeiter im und ums Krankenhaus herum nun einmal. Ich bin kein Angehöriger dieser Art, bewege mich allerdings in diesen Dunstkreisen und kann deinen Eindruck nur bestätigen. Bei mind. 95% aller gesellschaftlichen Begebenheiten geht es nach einer Viertelstunde um irgend etwas Medizinisches. Beiden restlichen 5% dauert es keine 15 Minuten. Und sofern man nicht völlig allergisch gegen diese Themen ist, kommt das Schmunzeln aber nicht zu kurz.
    Zur Ehrenrettung sei geschrieben, daß es bei E-Technikern, Informatikern und BWLern auch nicht anders ist, nur findet sich bei diesen Lebensformen manchmal ein anderes Thema etwas schneller.
    Kleine Anekdote am Rande: Nach einem Folk Konzert saßen wir bei einem entspannenden Absackertee zusammen, zwei Medizinerinnen und zwei Andere. Wie zu vermuten kamen die beiden Damen nach dem kurzen Austausch über Konzerteindrücke auf ein spannendes Krankhenhausthema: die Farbgebung und Größe bei Kanülen. Nach 5 Minuten warf mein Gegenüber dann in einer Gesprächspause folgendes ein:“Mein Onkel sortiert in seinem Heimwerkerkeller die Dübel auch immer nach Farben.“ Breitestes Grinsen bei mir, verständnislose Blicke der Frauen und weiter ging es in der Farbdiskussion.

  2. Das kenn ich… einige meiner Freunde aus dem nicht-medizinischen Bereich wollten schon gar nicht mehr zu meiner Feier kommen wegen dieser seltsamen Mediziner… Das ist mittlerweile um einiges entspannter…

    Andererseits arbeitet eine Freundin von mir „in der Medienbranche“ und die Leute auf ihren Feiern sind genauso schlimm… nur anders schlimm… 😉

  3. So gerne, wie ich arbeite: Wenn ich Feierabend habe, will ich Feierabend haben, und wenn ich feiern will, dann will ich feiern. Und nicht über die Arbeit diskutieren.

  4. Nun ja, wenn man das Glück hat, seinen Beruf nicht nur als notwendigen Broterwerb zu sehen, sondern Freude dafan zu haben, der Beruf also (hoffentlich nicht das einzige, aber immerhin ein) Hobby ist, finde ich es ganz natürlich, wenn man sich gerne darüber unterhält. Worüber auch sonst, insbesondere, wenn man gleichgesinnte Gesprächspartner findet? Insofern ist es gar nicht so seltsam, wenn Mediziner, aber auch Juristen, E-Techniker, Bibliothekare, Informatiker, … untereinander gerne fachsimpeln.

    Schlimm wird’s nur, wenn es keine anderen Themen mehr gibt. 🙂

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