Erste Hilfe

Seenotrettung

Nachdem ich ja den „normalen“, bodengebundenen Rettungsdienst schon vorgestellt habe, will ich auch etwas zur Rettung auf See bzw in der Luft (in einem späteren Artikel) sagen.

Die „richtige“ Seenotrettung an Nord- und Ostsee betreibt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, kurz DGzRS. An Stränden, Binnengewässern, Flüssen etc kommt die Deutsche Lebens – Rettungs – Gesellschaft, kurz DLRG, bzw die Wasserwacht zum Einsatz.

DGzRS

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst (SAR: Search and Rescue) im Seenotfall. Seit ihrer Gründung 1865 hat die DGzRS über 72.000 Menschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Damals aus einer ersten Bürgerinitiative im zersplitterten Deutschland hervorgegangen und noch mit Ruderbooten unterwegs, hat sich die DGzRS bis heute zu einem der modernsten Seenotrettungsdienste weltweit entwickelt. Dabei finanziert sich die Gesellschaft bis heute ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen, was eine absolute Unabhängigkeit vom Staat bedeutet. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dasss jede Spende zählt. Wie und wo man spenden kann erfährt man auf der Homepage der Gesellschaft.


Auf insgesamt 54 Stationen und einer Rettungsflotte von 61 leistungsfähigen Einheiten an Nord- und Ostsee sind 800 freiwillige und 186 festangestellte Seenotretter Tag und Nacht einsatzbereit. Die Rettungsflotte reicht dabei vom 6,8-Meter-Festrumpfschlauchboot über 7-Meter-Boddenboote (auf Trailer und mit Zugmaschine auf Festland), Seenotrettungsboote (8,5m, 9,5m und 12m) und Seenotkreuzer (20m, 23,1m, 23,3m, 27m und 44m Länge, mit eigenem Tochterboot) bis zur 46-Meter-Klasse mit Tochterboot und Hubschrauberlandeplatz.
Sitz der Gesellschaft und und der Seenotleitung (MRCC BREMEN: Maritime Rescue Coordination Centre), der Einsatzzentrale für alle Maßnahmen im maritimen SAR-Dienst der Bundesrepublik ist Bremen.
Auf der Homepage der Gesellschaft findet man nicht nur Infos zu Gesellschaft, Stationen und Flotte. Es gibt auch z.B. Rundgänge über einige der Kreuzer sowie eine Datei für Google Earth mit allen Stationen und entsprechenden Verlinkungen zu Wikipedia-Artikeln.

Und wer die Rettungsboote und -kreuzer einmal „live“ sehen will, der Weg zur Küste aber zu weit ist, kann dies über einige Webcams tun, auf denen der ein oder andere Kreuzer zu sehen ist:

Helgoland (Südhafen): 46m – Seenotrettungskreuzer Hermann Marwede

Juist (Seebrücke): 9,5m – Seenotrettungsboot Woltera

Neuharlingersiel: 9,5m – Seenotrettungsboot Neuharlingersiel

Nordstrand: 23m – Seenotrettungskreuzer Vormann Leiss