Und wieder einmal ist es soweit. Es folgt die Liste der interessantesten Suchbegriffe im letzten Monat:
- “kann man nach dem man erstickt ist und das gehirrn viel zuwenig sauerstoff bekam wieder reden”
Ähm, also wenn man wirklich erstickt ist man wohl tot und dann redet der Durchschnittsmensch in der Regel gar nicht mehr. Falls man einen Sauerstoffmangel doch überleben sollte (dann ist man allerdings nicht völlig erstickt) ist das Outcome eben davon abhängig, wie lange das Gehirn keinen Sauerstoff bekommen hat. Man sagt, dass man nach etwa 5 Minuten ohne Sauerstoffversorgung die ersten irreparablen Hirnschäden hat. Ich hatte aber auch schon Patienten, die nach einem Suizidversuch durch Erhängen wieder vollkommen fit waren, da die Sauerstoffversorgung nur für wenige Sekunden unterbrochen war.
Generelle Verhaltensrichtlinien bei Atemnot / Ersticken gibt es aber auch im Erste Hilfe – Kurs, z.B. beim DRK.
- “100 schläge pro min lied”
Das ist die optimale Taktfrequenz zur Reanimation und Lieder gibt es in der Richtung einige, die rund 100 bpm haben. Nähere Infos dazu z.B. hier.
- “suizidversuch wie geht es weiter”
Das kommt darauf an, wie erfolgreich der Suizidversuch war. Wenn er erfolgreich war, müssen sich Angehörige wohl um eine Beerdigung kümmern. Wenn er nicht ganz erfolgreich war kann es durchaus sein, dass man durch irgendwelche Verletzungen, Sauerstoffmangel etc zum Pflegefall wird, je nachdem, auf welche Weise man versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Wenn man das Ganze körperlich halbwegs unbeschadet übersteht geht es dann vermutlich in psychiatrische Behandlung. Manche Suizidandan nutzen einen solchen Versuch dann auch, um noch einmal komplett neu mit ihrem Leben anzufangen.
- “wie macht man als Laie einen luftröhrenschnitt mit einem Kuli”
Als Laie am besten gar nicht. Denn die Gefahr, dem Patienten dadurch noch weitere, im schlimmsten Fall tödliche, Verletzungen zuzufügen ist dann doch höher als den Luftröhrenschnitt erfolgreich durchzuführen!
- “Besteht beim Rettungsdienst HIV aids gefahr”
Die Gefahr besteht nicht nur beim Rettungsdienst, wie die Presse in den letzten Tagen wieder mal gezeigt hat. Und wenn man immer schön Handschuhe trägt, sich nicht an irgendwelchen Kanülen sticht und auch sonst nicht mit irgendwelchen Körperflüssigkeiten eines Patienten in Kontakt kommt ist die Gefahr nicht größer als ausserhalb des Rettungsdienstes.
- “wie schreibt man Chlostridien”
Ähnlich wie es der Suchende getan hat, nur ohne das “h”. Der korrekte Fachausdruck dazu lautet “clostridium difficile”.
- “was passiert wenn ich 100 markumar tabletten schlucke”
Dann hat der Schluckende eine Tablettenintox, eine vermutlich nicht mehr vorhandene Blutgerinnung und eine sehr hohe Blutungsneigung.
- “Wann sterben noroviren”
Leider nicht früh genug. Aber ernsthaft: Noroviren sind sehr resistent, können Temperaturschwankungen zwischen -20° und +60° Grad verkraften (also theoretisch sogar einen normalen Waschgang) und bis zu 12 Tage überleben. Sie sind also sicher nicht zu unterschätzen.
- “hubschrauber ec135 körpergröße”
Man sollte nicht unbedingt ein Riese sein. Ich mit meinen 1,97 m passe mit Helm gerade so ins Cockpit und da muss ich schon sehr mit meinen langen Beinen aufpassen. Zusätzlich gibt es wohl, zumindest beim ADAC, einen maximalen BMI von 30 als Einstellungsvorraussetzung.
- “blutzucker bestimmung iphone”
Also so ein iPhone kann ja sicherlich viel, aber den BZ bestimmen wird es sicherlich nie können.
Sehr schön auch: Wenn man in der Wikipedia nach “Tablettenintoxikation” sucht, werden keine Übereinstimmungen gefunden, aber als Alternative “Touristeninformation” vorgeschlagen. Tja, nur knapp daneben.