Aus den Medien

Krankenwagenfahrer bei WwM

Und schon wieder ein Beitrag zu „Wer wird Millionär“. Ich will hier sicherlich keine Schleichwerbung für diese Sendung machen, aber wenn es da eben um fragwürdige medizinische Themen und Erlebnisse geht, berichte ich nun auch mal darüber. Dieses Mal geht es um das „Blind Date Special“ vom vergangenen Montag. Dabei spielten immer Paare zusammen, die sich vorher noch nie gesehen hatten.

Bei Paar Nummer 3 wurde es dann interessant. Nach seinem Beruf gefragt, antwortete der männliche Kandidat aus Düsseldorf doch ernsthaft „Ich fahre Krankenwagen!“ Das sind also die Menschen, die unser Berufsfeld so in den Dreck ziehen. Etwas erweiternd führte er dann noch aus, dass der die Menschen von A nach B, z.B. vom Krankenhaus ins Pflegeheim fahren würde. Das ist ja mal eine super Berufsbeschreibung. Als ob das unsere einzige Aufgabe wäre, Chauffeur zu spielen. Der Typ sollte sich schämen! Selbst als Rettungshelfer sollte das Fahren nicht seine einzige Aufgabe sein.

Aber damit nicht genug. Die 200 Euro – Frage lautete dann wie folgt:

„Hinterlässt der Dackel Pfützen in der Wohnung, ist er eventuell …“

Mögliche Antworten:

A) indorf

B) instadt

C) inland

D) inkontinent

Obwohl die Antworten, wie bei solch niedrigen Fragen üblich, doch recht banal waren, war der Krankenwagenfahrer mit dieser Frage sichtlich überfordert und konnte wohl mit dem Begriff „inkontinent“ nichts anfangen. Sie würden diese Fachbegriffe nicht verwenden, entschuldigte er sich. Ihm wäre es auch noch nie passiert, dass seine Patienten ihm im Auto „ausgelaufen“ wären. Hallo? Im Krankenwagen??? Gerade dort kommt es doch des öfteren vor, dass die älteren Patienten etwas Probleme mit der Blase haben, oder?

Aber das war es ja immer noch nicht ganz. Nachdem sich Günther Jauch immer wieder über den Krankenwagenfahrer lustig machte und seine „Partnerin“ auch schon teils sichtlich genervt war, kamen sie zur 64.000 Euro – Frage:

„Was in der Antike Fascia pectoralis genannt wurde, gilt als Vorläufer des …“

Nach 50:50 –  und Telefon-Joker blieben noch die Antworten „Fahrrad“ und „Büstenhalter“ übrig.

Auch hier war der Kandidat überfordert. Nach der Auflösung fragte ihn dann Günther Jauch, ob er noch nie etwas von „Angina pectoris“ gehört hätte, worauf er dann wieder antwortete, dass er so etwas nicht fahren würde.

Gut. Vielleicht war er auch einfach sehr aufgeregt. Aber selbst dann versuche ich doch zumindest etwas, halbwegs kompetent zu wirken, oder? Ich weiß ja nicht, wo dieser Mann Krankenwagen fährt, aber ich kann einfach nur hoffen, dass ich nie in seinem Krankenwagen liege und von ihm versorgt werden muss. Es ist echt schade, dass solche Menschen unseren Berufsstand so schlecht machen.

  1. Vielleicht bei irgendeinem privaten Taxi, ach quatsch, Krankentransportunternehmen? Da die eh keine kritischen Patienten fahren dürfen, könnte ein Mitarbeiter hier tatsächlich als „Qualifikation“ einen Personenbeförderungsschein für Krankenwagen haben. Das hieße dann EH- Kurs und Ortskenntnistest für das Einsatzgebiet…

  2. Ich habs auch gesehen.
    Und selbst ich – und ich bin „nur“ eine Artzhelferin, konnte die Fragen mit Leichtigkeit beantworten.

  3. Der junge Mann fährt warscheinlich wirklich nur „Krankenwagen“ und nicht das was landläufig als Krankenwagen bezeichnet wird… 😉
    Falls er wirklich im Rettungsdienst fährt, wars ein Armutszeugnis und er sollte sich was schämen!

  4. DANKE für diesen Beitrag.

  5. Sowas kommt, denk ich mal, des öfteren in Städten vor, in denen der Rettungsdienst vom Krankentransport organisatorisch getrennt sind und neben qualifizierten KTWs halt auch sogenannte LMWs für nichtqualifizierte Transporte eingesetzt werden. Diese Besatzungen brauchen dann auch keinerlei medizinische Ausbildung sondern nur einen Personenbeförderungsschein. Könnte mir gut vorstellen, dass das in Düsseldorf auch der Fall ist. Die Sendung kann man sich übrigens auf http://rtl-now.rtl.de/wwm.php nochmal komplett ansehen.
    Gruß aus FFM

  6. *schluchz*

    Was soll man da sagen?

  7. Rettungsschnuffi

    traurig aber wahr… gehe jetzt auch mal davon aus, dass es sich um jemanden handelt der „Krankenfahrten“ macht, also Sitzend- und Liegendtransporte, unqualifizierte Krankenbeförderung aus dem Bereich der Taxi- und Mietwagen-Riege.
    Und die sehen tatsächlich keine „kranken“ Menschen. Sind halt wirklich reine Taxi-Fahrer mit Krankentrage im Kofferraum ohne medizinische Kenntnisse (mit Ausnahme des EH-Scheins für den Führerschein-Erwerb von 1975)

  8. Es ist wirklich schade und bedauerlich, dass sich sowas dann auch „Krankenwagen“ nennen darf. Denn welcher Normalsterbliche kennt denn den Unterschied zwischen qualifiziertem und unqualifiziertem Krankentransport??? Für diese sind doch alles Krankenwagenfahrer, egal mit welcher Ausbildung.
    Naja, das deutsche Gesundheitswesen …

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