Archiv für den Monat » März 2009 «

Job – Gespräch

Folgenden Dialog habe ich eben mit einem Gesprächspartner geführt:

Er: “Was machen Sie denn beruflich?”

Ich: “Ich bin Rettungsassistent.”

Er: “Rettungsassistent. Soso. Wie lange dauert denn da die Ausbildung?”

Ich: “Zwei Jahre.”

Er: “Und wo arbeiten Sie?”

Ich: “In XY-Städtchen.”

Er: “XY-Städtchen? Gibt es da auch was zu retten?”

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Ungeeignet für Luftrettung?

In den Anfängen meiner Rettungsdienst – “Karriere” hatte ich mal den Plan, irgendwann in Richtung Luftrettung zu gehen. Meine knapp 2 Meter Körpergröße wären da aber sicherlich nicht hilfreich und in “unserem” RTH Christoph 10, einer EC 135, dem verbreitetsten Hubschraubertyp in der Luftrettung unseres Landes, war es für mich in der Vergangenheit immer schon recht eng, wenn ich mal damit geflogen bin.

Christoph 10 nach dem Start

Vorgestern war es dann seit langem mal wieder soweit. Wir waren zusammen mit dem RTH bei einem Einsatz und die Patientin wurde bodengebunden mit dem RTW und dem Notarzt vom RTH ins Krankenhaus gebracht. Das ist für uns dann oft eine Möglichkeit, dass einer von der RTW-Besatzung mit zum Krankenhaus fliegen kann und der Rettungsassistent des RTH im RTW mitfährt. Gesagt, getan.

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Krankenwagenfahrer bei WwM

Und schon wieder ein Beitrag zu “Wer wird Millionär”. Ich will hier sicherlich keine Schleichwerbung für diese Sendung machen, aber wenn es da eben um fragwürdige medizinische Themen und Erlebnisse geht, berichte ich nun auch mal darüber. Dieses Mal geht es um das “Blind Date Special” vom vergangenen Montag. Dabei spielten immer Paare zusammen, die sich vorher noch nie gesehen hatten.

Bei Paar Nummer 3 wurde es dann interessant. Nach seinem Beruf gefragt, antwortete der männliche Kandidat aus Düsseldorf doch ernsthaft “Ich fahre Krankenwagen!” Das sind also die Menschen, die unser Berufsfeld so in den Dreck ziehen. Etwas erweiternd führte er dann noch aus, dass der die Menschen von A nach B, z.B. vom Krankenhaus ins Pflegeheim fahren würde. Das ist ja mal eine super Berufsbeschreibung. Als ob das unsere einzige Aufgabe wäre, Chauffeur zu spielen. Der Typ sollte sich schämen! Selbst als Rettungshelfer sollte das Fahren nicht seine einzige Aufgabe sein.

Aber damit nicht genug. Die 200 Euro – Frage lautete dann wie folgt:

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Künstlicher Sauerstoff für Mark Medlock

Dank dem Ex-Rettungsdienstzivi weiß ich jetzt auch, warum momentan unzählige Menschen über die Suchbegriffe “künstlicher Sauerstoff” auf mein Blog kommen: Mark Medlock hatte einen Krampfanfall! Das ist sicherlich alles andere als schön, aber was hat das mit künstlichem Sauerstoff zu tun, werden sich jetzt einige Menschen fragen.

Die Lösung findet man bei Bild.de und Web.de. Diese beiden Portale berichten nämlich genau über diesen Vorfall und es wird hochdramatisch berichtet, dass der arme DSDS-Sieger sogar künstlich Sauerstoff zugeführt bekommt. Wobei Bild da noch einigermaßen korrekt berichtet, dass er “künstlich Sauerstoff zugeführt” bekommt. Bei Web.de wird daraus allerdings “wird offensichtlich mit künstlichem Sauerstoff versorgt”. Wer hat da denn so schlecht kopiert/abgeschrieben???

Und es ist eigentlich eher nebensächlich zu erwähnen, dass die Gabe von Sauerstoff eher zu den Standardmaßnahmen bei der Versorgung eines Patienten gehört und sicherlich nicht auf die Schwere der Erkrankung schließen lässt. Dabei erhält der Patient lediglich über Nasensonde, Brille oder Maske reinen Sauerstoff. Und künstlich soll dann wohl heißen, dass dieser Sauerstoff aus einer Sauerstoffflasche bzw dem Sauerstoffsystem der Charite kommt.

Auf jeden Fall vielen Dank an die beiden Portale für die vielen Besucher!

Noro-Virus 2.0 ?

Im Landkreis Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz) ist in einem Altenheim in Hillesheim eine lebensbedrohliche Keimerkrankung ausgebrochen. Eine Bewohnerin ist bereits verstorben, 11 weitere sind ebenfalls erkrankt und werden intensivmedizinisch betreut.

Gesundheitsamt, organisatorischer Leiter (OrgL), leitender Notarzt (LNA) sowie Rettungskräfte und Rufbereitschaften sind seit vorgestern im Dauereinsatz.

Nach ersten Angaben könnte es sich um eine (neue und) sehr aggressive Form des Noro-Virus handeln. Ein genaues Ergebnis liegt jedoch bisher noch nicht vor.

Neben den für den Noro-Virus typischen Symptomen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall klagen die Patienten zusätzlich über Atemnot, was den eh schon angeschlagenen Patienten (größtenteils über 80 Jahre) extremst zusetzt und sehr schnell lebensbedrohlich werden kann. Erstaunlicherweise ist bisher niemand vom Pflegepersonal betroffen.

Die Rettungskräfte gehen bisher wie bei einer Noro-Infektion vor und transportieren die Patienten in Vollschutz (Haube, Kittel, Mundschutz, Handschuhe und anschließende Desinfektion des Fahrzeugs).

Man kann also sehr gespannt sein, was genau diese Erkrankungen auslöst und ob es sich wirklich um eine noch schlimmere Version des Noro-Virus handelt, die da auf uns zu rollt.

Quellen: U.a. Volksfreund.de

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