Zum Grübeln

Was Chronisches

Da ich mich momentan im Urlaub befinde, es dementsprechend wenig zu berichten gibt und angeregt durch ein anderes Blog hier mal was aus der Konserve von Anfang 2007:

Mitte Februar des vergangenen Jahres war es soweit. Inmitten einer recht ordentlichen Noro-Welle, die dafür sorgte, dass ganze Stationen in den umliegenden Krankenhäusern zu Isolierstationen wurden, traf es irgendwie auch Sunny. Dachte sie zumindest. Zumindest hatte sie recht ordentliche Magen-Darm-Probleme. Und da diese auch nicht von sich aus weg gingen und sie sich wirklich Sorgen machte, entschloss sie sich dann doch, einen Hausarzt aufzusuchen. Dummerweise war zu diesem Zeitpunkt ihr Auto in der Werkstatt und somit ihr normaler Hausarzt rund 100km entfernt unerreichbar. Also wurde sie bei einem Doktor bei ihr in der Stadt vorstellig, der noch recht neu war und von dem sie bis dahin recht wenig (schlechtes) gehört hatte.

Erster Arztbesuch mit folgender Kommunikation:

Sunny: schilderte ihm ihre Probleme und auch ihren Verdacht, dass es Noro sein könnte

Er: „Ja, dann bleiben sie mal 5 Tage zuhause und dann ist das wieder gut!“

Sunny: „Ja, ich wüsste aber schon gerne, was es ist, auch hinsichtlich meiner Kollegen etc!“

Er: „Meinen Sie? Dann müssen wir noch eine Stuhlprobe machen.“

Sunny: „Gut, dann machen wir die!“

Die Stuhlprobe war letztlich negativ hinsichtlich irgendwelcher böser Dinge, Sunnys Beschwerden aber auch nach 5 Tagen noch vorhanden. Also, zweiter Besuch, der mit einem Rezept für ein Breitband-Antibiotikum endete.

Auch das half nicht, also gings nach 3 oder 4 Tagen wieder zum Doc.

Er: „Ja, dann kommen sie morgen noch einmal wieder zur Blutabnahme.“

Sunny: „Warum denn erst morgen? Ich bin doch jetzt da, dann können wir es doch auch jetzt machen. Nüchtern bin ich auf jeden Fall!“

Er: „Meinen Sie?“

Sunny:„Ja, meine ich!“

Er versuchte dann Blut abzunehmen und schon bei seiner Venensuche und Beklopfen, nein, sagen wir eher Streicheln ihrer Ellenbeuge stellten sich ihr alle Nackenhaare auf. Letztlich klappte es dann doch irgendwann, Sunny hatte rund 2 Wochen einen bunten Arm und … die Laborwerte waren unauffällig. Also, vierter Arztbesuch.

Er: „Ja, dann ist es wohl etwas Chronisches wie z.B. Morbus Crohn. Da muss man dann mal eine Magen- und Darmspiegelung machen!“

Rumms, der hatte gesessen. Morbus Crohn? Das war ja deftig. Gut, sie wusste, wo sie sich informieren konnte und hatte auch genug medizinisches Wissen un diese Diagnose in Frage zu stellen. Aber sie hatte dann auch noch bis zu den Spiegelungen 1 1/2 Wochen Zeit, sich dann doch mehr als genug Gedanken zu machen!

Letztlich war es dann „nur“ eine Gastritis, die sich mit Medis behandeln lies und recht bald vergessen war. Aber was ist mit den „normalen“ Patienten, die kein Fachwissen haben und einfach so mit einer solchen Diagnose konfrontiert werden???

Naja, dieser Quacksalber hat Sunny dann auch nie wieder gesehen und sie hat seitdem auch komischerweise nie wieder etwas von ihrem Morbus Crohn gemerkt :-/

  1. retterblog.de

    Darf ich raten welcher Blog da die Anregung gegeben hat? *lach*

  2. Och, wie kommste drauf? 😉

  3. Aber Hallo, Durchfall mit Breitband-Antibiotkika behandeln? Manchmal wundert man sich über die Kollegen…

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