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Immer wieder Diskussionen

Gehört zwar jetzt nicht ganz zum Thema Rettungsdienst, aber zumindest ganz grob. Ich gebe, wie viele andere auch, nebenher Erste-Hilfe-Kurse, vor allem Erste-Hilfe-Trainings, also Auffrischungen.

Manchmal krieg ich da echt zuviel. Immer wieder führt man in den Kursen die selben Diskussionen. Immer dabei ist der bewusstlose Motorradfahrer bzw die Frage, ob bewegen oder nicht und Helm ab oder nicht. Dazu gibts ja eigentlich klare Richtlinien, aber vielen ist das trotzdem zu riskant. Naja, ich hab es ihnen erklärt und was sie daraus machen müssen sie selbst sehen. Ähnlich beim Verkehrsunfall. Den Verunfallten im Auto sitzen lassen, retten oder was auch immer?

In dieser Hinsicht sind die meisten Leute noch völlig Fernseh-geschädigt. Die meisten glauben tatsächlich, daß Autos wie bei Cobra 11 etc explodieren können. Das man die Leute dadurch auch verunsichert scheint ja keinem bewusst zu sein.

Und ein Charakter, der wirklich in jedem Kurs vorkommt, ist ebenfalls ein Fernsehheld: Mac Gyver. Es gab bis jetzt so gut wie keine Kurse, in denen nicht gefragt wurde, wie bei einer Atemwegsverlegung der Luftröhrenschnitt mit dem Kugelschreiber wie bei Mac Gyver funktioniert. Auf der einen Seite haben sie alle Schiss, überhaupt zu helfen, den Luftröhrenschnitt will aber jeder beherrschen. Echt arm. Ist jetzt schon ein paar Monate her, daß ich wirklich mehrfach mit einem Kursteilnehmer darüber diskutiert habe, wie das jetzt genau funktioniert und warum ich es ihm nicht erklären will.

Seit letzter Woche gibt es jetzt plötzlich neuen Diskussionsstoff: Verbandkästen. Da sind manche Teilnehmer ja auch belehrungsresistent. Dass die Dinger Pflicht sind (§ 35h Straßenverkehrszulassungsordnung) erstaunt ja schon immer wieder einen Teil der Teilnehmer, aber dass sie auch ein Verfallsdatum haben wissen dann noch weniger von ihnen.
Neben der Tatsache, daß die Verbandsmaterialien dann nicht mehr steril sind, die Pflaster nicht mehr kleben, etc habe ich aber dann in der letzten Woche intensivst darüber diskutiert, ob man seitens der Polizei auch mit einem Verwarnungsgeld rechnen muß oder nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, daß dies so ist, ein Kursteilnehmer war felsenfest der Meinung, daß er in einem Magazin der öffentlich-rechtlichen Sender gesehen hätte, daß man nicht bestraft werden kann. Dies kommt aber wohl ganz und gar auf die jeweiligen Polizisten an. Manche lassen es bei einer mündlichen Verwarnung, andere kassieren 5 – 10 Euronen und man muß sogar mit einem neuen Verbandkasten auf der Wache vorstellig werden.
Angaben zu einem Verfallsdatum findet man nur im Medizinproduktegesetz. Offizielle Verwarngelder gibt es aber wohl nur für das Nichtmitführen.

Es bleibt also schwierig, egal was man erzählt.

Und, by the way: Mac Gyver hat meines Wissens nach nie einen Kugelschreiber für eine Tracheotomie verwendet ;-)

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Die Protagonistin dieses Beitrags, Sunny, ihre Einsätze inklusive aller Namen, Orte und Vorkommnisse sind frei erfunden und eine Ähnlichkeit mit existierenden Personen und Örtlichkeiten rein zufällig und nicht beabsichtigt!

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