Freitag, 12. März 2010 | Autor: Chris
Medikamente und deren richtige Dosierung waren schon so eine Sache. Auch die ein oder andere Nebenwirkung sollte man je nach Medikament kennen. Gerade bei älteren Patienten funktionierte das dann aber manchmal nicht mehr so richtig. So auch in einem Nachtdienst von Sunny. Gegen 3 Uhr in der Nacht ging der Alarm, zusammen mit einem Notarzt, gemeldet waren Kreislaufprobleme.
Beim Eintreffen am Einsatzort saß die Patientin in ihrer Küche auf einem Stuhl, nicht mehr ansprechbar, der Kopf zurückgefallen in den Nacken, Schnappatmung. Nicht unbedingt die beste Ausgangssituation für “Kreislaufprobleme”. Der sichtlich mitgenommene Sohn erklärte, dass die Mutter schon die ganze Nacht kaum schlafen konnte, bekannte Blutdruckprobleme hätte und mehrmals mehrere Hübe ihres Sprays genommen hatte. Dabei zeigte er auf ein Nitro-Spray, das auf dem Küchenschrank stand.
Für den Laien: Nitroglycerin wird, grob gesagt, nicht nur als Sprengstoff eingesetzt (Glycerintrinitrat), sondern aufgrund seiner gefäßerweiternden Wirkung auch gerne in der Medizin (Glyceroltrinitrat), z.B. bei Angina pectoris, Herzinsuffizienz oder eben auch zu hohem Blutdruck. Zum Einsatz kommt dann in der Regel ein Pumpspray mit roter Flüssigkeit. Bei der Einnahme sollte man es aber dann auch nicht übertreiben, denn der Blutdruck fällt dann auch bei zu intensiver Einnahme gern mal ins Bodenlose. Und genau das war hier vermutlich passiert.
Die Patientin wurde also auf den Boden gelegt und die Vitalzeichen kontrolliert. Der Blutdruck lag mit etwas gutem Willen bei 100/60, Puls, EKG und BZ waren noch in passablem Rahmen. Nachdem die Patientin 2 – 3 Mal assistiert beatmet worden war, berappelte sich auch spontan die Atmung wieder. O2 gab es dann trotzdem noch. Der Gesamtzustand der Patientin besserte sich dann zusehends wieder. Sie wurde wieder ansprechbar und halbwegs orientiert. Allerdings wurde ihr auch schwindelig und es zeigten sich Übelkeit und ein starker Brechreiz.
Nachdem der Brechreiz medikamentös bekämpft worden war (Vomex), wurde die Patientin umgelagert und ohne weitere Komplikationen zur Überwachung in das nächste Krankenhaus gebracht.
Also immer schön bei der Medikamenteneinnahme aufpassen
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Sunnys Einsätze | Beitrag kommentieren
Samstag, 6. März 2010 | Autor: Chris
So, nach einigen Tagen Blog-Abstinenz dank Urlaub wieder mal ein Beitrag, allerdings direkt von der tragischeren Sorte.
Eine meiner Ängste war schon immer, dass Familie / Freunde / Bekannte / Kollegen von mir irgendwie verunfallen und ich sie im schlimmsten Fall auch noch retten / versorgen muss. Daher war ich auch eigentlich froh, dass ich in meiner eigentlichen Heimatstadt keine Stelle gefunden habe.
Rund 6 Jahre ist das jetzt gut gegangen. Bis gestern. Gestern mittag verunglückte ein Feuerwehrfahrzeug meines aktuellen Heimatortes auf einer Einsatzfahrt. Der Fahrer starb dabei, der Beifahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen, lag stundenlang im OP. Wie es ihm mittlerweile geht weiß ich leider nicht.
Beide sind Familienväter, haben mehrere Kinder, sind teils sehr engagiert und beliebt in der Gemeinde. Beide sassen schon bei mir in Erste Hilfe – Kursen. Wirklich gut kenne ich sie nicht, aber es reicht, um sich hin und wieder auf Festen oder auf der Straße zu unterhalten. Man kennt sich eben, was in einer 1800-Einwohner-Gemeinde auch fast normal ist.
Da ich frei hatte war ich auch nicht an der Einsatzstelle, aber es beschäftigt einen schon ganz gut, da man die Menschen und teils auch deren Familien eben kennt.
Mein herzliches Beileid gilt der Familie des Toten. Und ich wünsche beiden Familien viel Kraft, um die schwierigen Zeiten zu überstehen!
>> Bericht auf Volksfreund.de
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Zum Grübeln | 8 Kommentare
Dienstag, 23. Februar 2010 | Autor: Chris
Morgendliche Unterhaltung im Wartezimmer einer Arztpraxis:
Person 1: “Ach, hallo! Und?”
Person 2: “Och joa. Und selbst?”
Person 1: “Hm, joa!”
Man sollte sich halt immer auf das wesentliche beschränken
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Quickies | 5 Kommentare
Sonntag, 21. Februar 2010 | Autor: Chris
Gestern fand wieder das jährliche Notfallsymposium an der Klinik für Anästhesiologie der Uni Mainz statt, nicht zu verwechseln mit dem notfallmedizinischen Landessymposium Rheinland-Pfalz, welches dieses Jahr an einem mir gerade entfallenen Datum in Kaiserslautern stattfinden wird.
Trotz Wechsel des Hörsaals war dieser wie auch im letzten Jahr mehr als voll, so dass teils auch die Treppen besetzt waren bzw die Teilnehmer in angrenzenden Räumen per Videoübertragung zusehen mussten.
Themen waren unter anderem die Verbindung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz, das Ehrenamt im Rettungsdienst, die Notarzt-Situation in unserem Land, der aktuelle Stand der ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Möglichkeiten zur Schmerzbekämpfung, das akute Coronarsyndrom mit den Behandlungsalternativen Lyse und/oder Herzkatheter, die Massenimpfung bzw Pandemieplanung sowie die drei Workshops Atemwegsmanagement, CPAP-Therapie und der intraossäre Zugang.
In mancher Hinsicht zeigte sich wieder, dass es noch ein langer Weg zu wirklich einheitlichen Fahrzeugen und Behandlungsstrategien im ganzen Land ist und dass es nach wie vor teils recht ordentliche Unterschiede zwischen der “Stadt-” und “Landrettung” gibt. Da liegt noch viel Arbeit vor den Verantwortlichen, aber die ärztlichen Leiter waren da recht zuversichtlich. Schauen wir mal, ob sie Recht behalten.
Auch der Vortrag zur Pandemie sorgte für Gefühlsschwankungen. Die Behauptung von Frau Dr. med Angelika Hornig, Referatsleiterin des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Ministerium für Arbeit, Soziales, … Rheinland-Pfalz, dass sicherlich alle Anwesenden im Hörsaal gegen die Schweinegrippe geimpft seien, sorgte für aufbrausendes Gelächter und die abschließende Frage, wer denn wirklich geimpft sei zeigte nur zu deutlich, dass nur ein kleiner Bruchteil der Anwesenden tatsächlich geimpft ist.
Sehr unterhaltsam war auch der Vortrag von Dr med Felix Post, der den Standpunkt Contra Lyse beim ACS vertreten sollte, was er als Herzkatheterspezialist auch sehr amüsant tat.
Im kommenden Jahr sollen dann wohl beide Symposien fusionieren. Schauen wir also mal, was die Zukunft so bringt.
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Zum Grübeln | Ein Kommentar
Donnerstag, 18. Februar 2010 | Autor: Chris
Momentan ist es wieder mal recht ruhig hier im Blog. Das liegt allerdings nicht daran, dass ich nicht schreiben will, sondern dass es einfach nichts wirklich interessantes zu berichten gibt. Ich hoffe, das bessert sich in den nächsten Tagen wieder.
Hat jemand zufällig gestern Abend stern TV gesehen? Da dämmert man im Nachtdienst auf der Couch vor sich hin und plötzlich gibt es nachts um halb 12 quasi noch eine Fortbildung
Es ging (mal wieder) um die Wiederbelebung und wie nachlässig die meisten Deutschen doch mit dem Thema Erste Hilfe umgehen. Recht drastisch wurde dabei auch gesagt, dass die wenigsten im Ernstfall wirklich helfen, maximal 10 – 15 Prozent. Das ist wirklich traurig und wurde ja schon des öfteren hier im Blog diskutiert. Zuletzt wurde dann noch einmal gezeigt, wie es genau auszusehen hat und zumindest die Zuschauer dürften jetzt wieder so halbwegs wissen, wie es funktioniert. Auf der Internetseite der Sendung gibt es noch einen recht informativen Artikel dazu.
Und bei Caschy habe ich eben noch ein nettes Tool aus dem Bereich “Location Based Services” gefunden. Unter Pleaserobme.com kann man verfolgen, wer über Twitter, Facebook und Co der Welt mitteilt, dass er gerade nicht zuhause ist. Ein gefundenes Fressen für Langfinger. Also Obacht mit dem, was man so der Öffentlichkeit mitteilt. Dazu wäre dann noch zu sagen, dass ich, wenn ich vom Handy aus twittere, auch durchaus zuhause sein kann. Das heißt lediglich, dass der PC nicht an ist
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Aus den Medien | 8 Kommentare